Niederlage bei Hertha: Leverkusen stolpert im Endspurt

Niederlage bei Hertha: Leverkusen stolpert im Endspurt
Niederlage bei Hertha: Leverkusen stolpert im Endspurt
Matheus Cunha (l) brachte die Hertha in Führung. Foto: Michael Sohn/AP/POOL/dpa

Berlin (dpa) – Klitschnass vom Berliner Dauerregen und tief enttäuscht von der eigenen Leistung schlichen Kai Havertz und seine Kollegen nach dem Abpfiff vom Rasen des Olympiastadions.

Während sich die Hertha-Profis mit einem großen Transparent bei ihren gar nicht anwesenden Fans bedankten, gab es für Bayer Leverkusen keinen Grund für warme Worte. Im Kampf um einen Platz in der Königsklasse hat die Werkself möglicherweise schon entscheidende Punkte liegen lassen.

Bei Hertha BSC verlor die Mannschaft von Trainer Peter Bosz am Samstag mit 0:2 (0:1) und braucht am letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga nun ausgerechnet die Hilfe der Berliner bei deren Gastauftritt bei Borussia Mönchengladbach für das erneute Ticket für die Champions League. «Enttäuschend», lautete das knappe wie treffende Fazit von Bosz. «Wir haben es versucht. Aber wir haben keinen guten Fußball mehr gespielt.»

Matheus Cunha (22. Minute) und Dodi Lukebakio (54.) erzielten im leeren Olympiastadion die Tore für die sehr kampfstarke Hertha, die nach zuletzt drei Niederlagen wieder ein Erfolgserlebnis feiern konnte. «Wir haben super gearbeitet. Es war ein richtiger Arbeitssieg, wir hatten einen Plan, den hat jeder Einzelne umgesetzt. Wir haben als Mannschaft den Sieg errungen. Da kann Verteidigen auch mal Spaß machen», sagte Nationalspieler Niklas Stark. Trainer Bruno Labbadia sprach von «der besten taktischen Abwehrleistung» unter seiner Leitung.

Gegen Mainz 05 muss Leverkusen am kommenden Samstag nun in jedem Fall gewinnen, um Gladbach von Platz vier abzufangen. RB Leipzig ist als Dritter entscheidend voraus. Ansonsten kann Bayer die Königsklasse nur noch durch den Gewinn der Europa League im August erreichen.

Schon in zwei Wochen kommt Bayer wieder nach Berlin. Dann ist der FC Bayern Gegner im Pokalfinale, die Aufgabe wird also deutlich schwerer. Sportdirektor Rudi Völler hatte vor dem Anpfiff bei Sky anklingen lassen, dass der Cup-Sieg emotionaler wäre als die Königsklassen-Quali. Doch beide Ziele gelte es, im Blick zu halten.

Entsprechend offensiv begann Bayer. Havertz (5.) und Kevin Volland (6.) hatten frühe Chancen. Hertha war um Ordnung bemüht. Der nach seiner Verletzungspause noch nicht 100 Prozent fitte Matheus Cunha stand dennoch in der Startformation. Nach einer Schrecksekunde mit schmerzender Brust nach einem Zusammenprall mit Leon Bailey (10.) zeigte Matheus Cunha seine Klasse. Exzellent von Krzysztof Piatek und Lukebakio bei einem Konter freigespielt, drosch er den Ball ins Tor.

Die überraschende Führung veränderte das Spiel. Leverkusen konnte keine Dominanz mehr aufbauen. Matheus Cunha hätte frei vor Bayer-Schlussmann Lukas Hradecky (25.) sogar erhöhen können. «Mit Herthas Führung wurde das Spiel gedreht. Das tun uns natürlich sehr weh», sagte Bayers ehemaliger Nationalstürmer Stefan Kießling zur Halbzeit bei Sky. «Wir tun uns schwer, vorn durchzukommen.»

Das setzte sich auch in der zweiten Halbzeit fort. Hertha verkraftete auch einen weiteren Ausfall von Peter Pekarik (50.), der mit Verdacht auf eine Muskelverletzung im Oberschenkel raus musste. Kurz darauf erhöhte Lukebakio nach einem Hertha-Konter aus kurzer Distanz. Bosz brachte Stürmer Lucas Alario für Abwehrmann Edmond Tapsoba, doch die Hertha-Defensive hielt stand. Sinnbild für den großen Kampf war der überragende Jordan Torunarigha (76.), der den Ball kurz vor der Linie klärte und schmerzhaft ins eigene Tor rauschte.

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