Trainer-Sperre nach Gelben Karten noch nicht zum Saisonstart

Trainer-Sperre nach Gelben Karten noch nicht zum Saisonstart
Bildhinweis: Hat die Gelbe Karte bald auch für Trainer und Betreuer Folgen? Foto: Patrick Seeger

Frankfurt/Main (dpa) – Noch müssen die Bundesliga-Trainer nach Gelben Karten keine Sperre befürchten. Doch Rot führt laut FIFA-Beschluss schon zum Saisonbeginn zu einer Zwangspause von mindestens einem Spiel.

Wie DFB-Interimschef Rainer Koch nach der Präsidiumssitzung des Deutschen Fußball-Bundes mitteilte, werde die neue Regelung bei Verwarnungen erst von der Generalversammlung der Deutschen Fußball Liga am 21. August in Berlin diskutiert. Für Ligen unterhalb von Bundesliga und 2. Bundesliga will der DFB bei seinem Bundestag am 27. September eine Regelung verabschieden.

Gelbe und Rote Karten für Trainer sind mit Saisonbeginn möglich. Dies beschloss das für Fußball-Regeln zuständige International Football Association Board (IFAB) bei seiner Sitzung im März. Der Weltverband FIFA machte daraufhin eine Mindestsperre von einem Spiel wie auch für Spieler bei einer Roten Karte verpflichtend. Über mögliche längere Sperren muss die DFB-Sportgerichtsbarkeit entscheiden.

«Die FIFA macht keine zwingende Vorgaben auf Sperren bei Gelben Karten. Ich halte sie auch für sachgerecht und sinnvoll, es hat einen gewissen disziplinierenden Charakter», sagte Koch zu der noch bevorstehenden Klärung bei Gelben Karten.

Laut einem Bericht der «Bild»-Zeitung plant die DFL eine Sperre nach drei Gelben Karten für einen Trainer. Gelbe Karten soll es zum Beispiel beim Verlassen der Coaching-Zone geben, bei Protesten und respektlosen Gesten sowie dem Werfen von Trinkflaschen. Dies war in ersten Reaktionen von Trainern und Club-Verantwortlichen heftig kritisiert worden. Bei der DFL-Tagung im August könnte es also zu hitzigen Debatten zum Thema kommen.

«Ich hoffe sehr, dass man sich noch einmal besinnt und den Trainern erlaubt, weiter impulsiv zu bleiben», sagte Fortuna Düsseldorfs Trainer-Routinier Friedhelm Funkel am Freitagabend bei der Elf-Freunde-Meisterfeier in Köln. Er halte diese Idee für «Quatsch». Zuvor hatte Funkel vom «größten Schwachsinn aller Zeiten» gesprochen. «Man sagt, ich sei impulsiv, aber ich bin noch nicht einmal auf die Tribüne geschickt worden. Man hat immer im richtigen Moment mit dem Schiedsrichter zusammengefunden. Und die Frage ist doch, wieso nach drei und nicht wie bei den Spielern nach fünf», sagte Funkel bei der Veranstaltung des Fachmagazins.

Florian Kohfeldt sagte vor dem Abflug ins Trainingslager von Werder Bremen am Chiemsee der «Bild»: «Ich halte das für grenzwertig. Es wird das Verhältnis von Trainern zu Schiedsrichtern noch mehr belasten.» Auch Sportdirektor Markus Krösche von RB Leipzig hält die angedachte Regelung für unsinnig. «Fußball ist ein Spiel, das von Emotionen lebt», sagte er am Freitag. Er halte es für sehr schwierig, wie einzelne Vergehen bewertet werden sollten.

«Der eine Schiedsrichter gibt dann vielleicht Gelb, wenn ein Trainer einen Meter aus der Coachingzone herausgeht, ein anderer toleriert es», sagte Krösche. Er halte es für sinnvoller, wenn Probleme im direkten Dialog mit dem vierten Unparteiischen geklärt werden.

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