Zwanziger weist Beckenbauer-Kritik zurück

Zwanziger weist Beckenbauer-Kritik zurück
Zwanziger weist Beckenbauer-Kritik zurück
Die DFB-Präsidenten Zwanziger (l) und Mayer-Vorfelder im Oktober 2004.

Berlin (dpa) – Theo Zwanziger hat in Berlin Franz Beckenbauers scharfe Kritik an der Doppelspitze des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zurückgewiesen und sich vor seinen Vorstandskollegen Gerhard Mayer-Vorfelder gestellt.

Jede Führungsebene hätte mit den aufgetretenen Schwierigkeiten Probleme bekommen, «egal in welcher Konstellation» sie konstruiert sei. «Wir haben besser gearbeitet als es scheint», sagte der Geschäftsführende DFB-Präsident, der für Rücktritts-Aufforderungen an die Adresse Mayer- Vorfelders kein Verständnis zeigte. Die Doppelspitze sei gewählt, also «wird sie weiter existieren», stellte Zwanziger klar.

Die WM 2006 sei ein Jahrhundert-Ereignis und Zwanziger verstehe Kollegen, die dem Fußball ehrenamtlich 25 Jahre gedient hätten, und «dann nicht zwei Jahre vorher in der Versenkung verschwinden» wollen. «Es kann nicht sein, dass gesagt wird: Jetzt verschwindest Du und ein 40-Jähriger kommt dahin», meinte Zwanziger bei seinem Besuch in der Berliner Verbraucher-Zentrale, deren Forderungen der DFB bei Fragen der WM-Ticketvergabe weitgehend entgegen kam.

Der Verband befinde sich in der öffentlichen Wahrnehmung bei der Verarbeitung des Manipulationsskandals zwar in der Defensive, aber «bisher ist noch keine Arbeit liegen geblieben: Die Frage des Pokals ist erledigt, genau wie der Fall HSV. Unser Sportgericht hat seine erste Entscheidung getroffen», meinte der DFB-Chef und widersprach damit Beckenbauer. Er räumte aber Mängel in der Darstellung des DFB-Krisenmanagements ein und kündigte ein erneutes Gespräch mit Mayer-Vorfelder für die kommenden Tage an: «Einen großen Generationswechsel im Verband wird es erst auf dem Bundestag 2007 geben.»

Seinem 71-jährigen Vorstandskollegen stehe er in «menschlicher Sympathie» verbunden. Zwanziger: «Es muss zwischen uns eine klare Aufgabenteilung geben, damit es keine Überschneidungen gibt». Er stehe «voll und ganz» hinter den aktuellen öffentlichen Äußerungen des oft kritisierten Mayer-Vorfelder, der sich in einem «Welt»-Interview von seinen angeblich gefallenen Worten («Wenn ihr mich loswerden wollt, müsst ihr mich schon erschießen») distanzierte. «Diese Äußerung ist frei erfunden», betonte Mayer-Vorfelder.

Vorher hatte er Beckenbauer vor einem «vorschnellen Urteil» in Sachen Doppelspitze gewarnt: «Ich bin davon überzeugt, dass sie funktionieren wird, weil Theo Zwanziger und ich uns gut verstehen und ein Grundvertrauen zueinander haben.» Man sollte «das Kind jetzt nicht mit dem Bade ausschütten».

Beckenbauer sieht derweil keine rasche Lösung: «Ich weiß auch nicht, wie es jetzt weitergehen soll. Ich weiß nur, dass die Atmosphäre beim DFB und beim Organisationskomitee nicht sehr gut ist.» Große Hoffnungen auf eine Annäherung zwischen Zwanziger und Mayer-Vorfelder macht er sich nicht: «Die Aufgabenverteilung zwischen beiden muss zumindest klar definiert sein. Ich fürchte allerdings, es wird weiter Alleingänge geben.»

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