Wolfsburg früh weiter? Ukraine-Experte Mehmedi warnt

Wolfsburg früh weiter? Ukraine-Experte Mehmedi warnt
Bildhinweis: Admir Mehmedi will Wolfsburg vorzeitig in die K.o.-Runde schießen. Foto: Peter Steffen/dpa

Lwiw (dpa) – Der Schweizer Nationalspieler Admir Mehmedi ist bei der vielleicht schon entscheidenden Europa-League-Dienstreise des VfL Wolfsburg so etwas wie der Mann für alle Fälle.

Als Stürmer will er dafür sorgen, dass sich der Fußball-Bundesligist an diesem Donnerstag möglichst schon vorzeitig für die K.o.-Runde dieses Wettbewerbs qualifiziert. Zum Fremdenführer taugt er auch noch, weil er 2012 und 2013 als Spieler von Dynamo Kiew selbst in der Ukraine gelebt hat. Das wiederum macht ihn zum einzigen Wolfsburger Profi, der den etwas exotisch anmutenden Gegner PFK Olexandrija (18.55 Uhr/DAZN) schon vor dieser Europa-League-Saison kannte.

«Auf dem Papier ist das vielleicht ein einfacher Gegner», sagte Mehmedi. «Aber die verschenken nichts. Das ist ein robuster und unangenehmer Gegner.» Bestätigen können das auch die Spieler der vermeintlichen Hauptkonkurrenten KAA Gent (1:1) und AS Saint-Etienne (2:2), die jeweils sieglos aus der Ukraine zurückflogen.

Sportlich ist die Situation für die «Wölfe» nach den beiden Rückschlägen gegen Gent (2:2, 1:3) schon kompliziert genug. Sollten sie nach dem 3:1-Hinspiel-Sieg noch ein zweites Mal gegen Olexandrija gewinnen und Saint-Etienne zeitgleich gegen Gent nicht mehr als einen Punkt holen, wäre der VfL schon nach fünf von sechs Gruppenspielen weiter. Sollte sich an dem Zwei-Punkte-Vorsprung auf Saint-Etienne aber auch an diesem Donnerstag nichts Gravierendes ändern, käme es am letzten Vorrunden-Spieltag am 12. Dezember in der Volkswagen Arena zu einem richtigen Endspiel gegen den französischen Rekordmeister.

Möglich ist aber auch noch, dass sogar Olexandrija mit seinen bislang drei Punkten noch an Wolfsburg (5) und Saint-Etienne (3) vorbeizieht. In diesem Fall hätte sich nach dem guten Start in diesen Wettbewerb selten ein Fußball-Bundesligist überflüssiger aus der Europa League verabschiedet. «Wir haben alles in der eigenen Hand und wollen unser Spiel morgen gewinnen», sagte Torwart Koen Casteels am Mittwochabend. «Das Parallelspiel spielt für uns keine Rolle. Es gibt ja zur Not danach immer noch ein weiteres Gruppenspiel.»

Die ganze Rechnerei ist allerdings nichts im Vergleich zu den Strapazen, die die UEFA dem Europa-League-Neuling aus Olexandrija auferlegt. Weil das eigene, nur etwa 7000 Zuschauer fassende Stadion nicht den Vorgaben des europäischen Verbandes entspricht, muss der Tabellenfünfte der ukrainischen Liga seine internationalen Heimspiele im rund 850 Kilometer entfernten Lwiw austragen. Viel weiter haben es die Wolfsburger bei ihrer An- und Abreise auch nicht mehr.

Ganz im Westen der Ukraine spielte die deutsche Nationalmannschaft bei der EM 2012 gegen Portugal (1:0) und Dänemark (2:1). Der VfL Wolfsburg will sich dort aber nur so kurz aufhalten wie unbedingt nötig. Erst am Mittwochmittag flog die Mannschaft nach Lwiw, schon am Donnerstagabend geht es direkt nach dem Spiel wieder zurück. Der Stürmer Mehmedi ist in der Ukraine gefragter als der Fremdenführer.

Voraussichtliche Aufstellungen:

PFK Olexandrija – VfL Wolfsburg (Donnerstag, 18.55 Uhr, DAZN)

PFK Olexandrija: Pankow – Paschajew, Dubra, Buchal, Miroschnischenko – Banada, Gretschyschkin, Kowalez – Lutschkjewitsch, Schastal, Tretjakow.

VfL Wolfsburg: Casteels – Knoche, Bruma, Tisserand – William, Arnold, Gerhardt, Roussillon – Joao Victor, Mehmedi – Weghorst

Schiedsrichter: Manuel Schüttengruber (Österreich)

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