Wettskandal: Nürnberg zieht Protest zurück

Wettskandal: Nürnberg zieht Protest zurück
Wettskandal: Nürnberg zieht Protest zurück
Nürnbergs Trainer Wolfgang Wolf ärgert sich über seine Mannschaft.

Frankfurt/Main (dpa) – Im deutschen Fußball-Wettskandal hat erstmals ein Verein mangels Erfolgsaussichten seinen Protest vor dem DFB-Sportgericht gegen die Wertung eines möglicherweise manipulierten Spiels aufgegeben.

Der 1. FC Nürnberg zog den Einspruch gegen seine Niederlage im DFB-Pokal (2:3 nach Verlängerung) gegen Zweitligist LR Ahlen zurück, teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mit. Der Geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger hatte dem Protest keine Chance eingeräumt, weil Schiedsrichter Robert Hoyzer in der Partie vom 21. September keine Manipulation eingestanden hatte.

Das DFB-Sportgericht, dem nun insgesamt noch 13 Einsprüche vorliegen, verhandelt somit am 25. Februar nur noch fünf Proteste gegen Spielwertungen. Die jeweiligen Einspruchsführer dürften allerdings nur wenig Hoffnungen auf einen Erfolg haben, da die Beweislast bei ihnen liegt. Denn mit Ausnahme der Zweitliga-Begegnung SpVgg Unterhaching – 1. FC Saarbrücken (1:3/Einspruch Unterhaching) kann bislang keine beabsichtigte Manipulation nachgewiesen werden. Im Fall von Unterhachings Niederlage hatte Hoyzer zwar eine Betrugsabsicht zugegeben. Doch kam das gewünschte Ergebnis nicht zu Stande.

Der DFB-Kontrollausschussvorsitzende Horst Hilpert hatte eine Spielwiederholung daher bereits so gut wie ausgeschlossen. Denn der Nachweis einer Verabredung zur Manipulation und die erfolgreiche Umsetzung gelten als Voraussetzungen für eine mögliche Spielwiederholung – oder, wie bei der von Hoyzer zugegebenermaßen verschobenen Pokalniederlage des Hamburger SV beim SC Paderborn (2:4), für eine finanzielle Entschädigung. So hatte das DFB-Sportgericht am 11. Februar mit den Hanseaten einen Vergleich erzielt, demzufolge dem betrogenen HSV zwei Millionen Euro vom DFB sowie ein Länderspiel zugesprochen wurde.

Unterdessen hat LR Ahlen einen Tag vor Frist-Ablauf noch einmal bekräftigt, gegen die vom DFB-Sportgericht angeordnete Wiederholung des mit 1:0 gegen Wacker Burghausen gewonnenen Meisterschaftsspiels (22. Oktober 2004) Einspruch einlegen zu wollen. «Wir haben es noch nicht, werden es aber tun», sagte Manager Frank Aehlig. Man warte noch auf die schriftliche Urteils-Begründung, erklärte er, nachdem das DFB-Sportgericht die Absprache und Umsetzung zur Manipulation der Partie durch den weiter in U-Haft sitzenden Hoyzer als erwiesen angesehen hatte. Der Ex-Referee selbst hatte es zugegeben.

Schreibe einen Kommentar