Stromausfall beim Meister – Heimpleite für BVB

Stromausfall beim Meister – Heimpleite für BVB
Stromausfall beim Meister - Heimpleite für BVB
Michael Ballack (l) und Hasan Salihamidzic jubeln über Ballacks Treffer zum 0:1.

Düsseldorf (dpa) – Mit dem Stromausfall in Bremen, der Heimpleite für Borussia Dortmund und dem provisorischen Sprung an die Tabellenspitze des Aufsteigers 1. FC Nürnberg erlebte die Fußball-Bundesliga einen kuriosen Start in die 42. Saison.

«Wir sind wieder da und haben eine kleine Duftmarke gesetzt», jubelte «Club»-Trainer Wolfgang Wolf nach dem überraschenden 3:1-Erfolg beim 1. FC Kaiserslautern. Mit einer Pleite startete hingegen der BVB beim 1:2 gegen den VfL Wolfsburg in die neue Spielzeit. Schadlos hielten sich Meister Werder Bremen nach dem wegen einer technischen Panne 65 Minuten später angepfiffen Spiel, das der Titelverteidiger mit 1:0 gegen Schalke gewann, sowie Titelfavorit FC Bayern München beim glanzlosen 2:0-Erfolg in Hamburg.

Nach der Panne zum Saisonauftakt im Weserstadion fehlte der erst um 21.36 Uhr angepfiffenen Auftaktpartie die Klasse. Werders «Joker» Nelson Valdez sorgte mit seinem Siegtreffer in der 84. Minute für ein versöhnliches Ende beim Titelverteidiger. Schalke-Trainer Jupp Heynckes trauerte den vergebenen Chancen seines ambitionierten Teams nach, beklagte sich aber nicht über die Umstände. «Ich habe so etwas in Spanien häufiger erlebt. Die Strompleite konnte mich nicht aus der Ruhe bringen», meinte der Coach, dessen neuer Stürmer-Star, der frühere Bremer Ailton, hinter seinen Möglichkeiten blieb.

Werder-Jäger FC Bayern kam im ersten Bundesligaspiel unter Trainer Felix Magath zu einem Pflichtsieg beim Hamburger SV. Außer den beiden Treffern von Michael Ballack und Sebastian Deisler gab es allerdings wenig zu sehen von den Münchenern, bei denen Oliver Kahn weiterhin Kapitän bleibt. «Wir können noch nicht einmal im Ansatz zufrieden sein», sagte der Bayern-Torhüter. HSV-Coach Klaus Toppmöller konnte sich mit der Niederlage nicht abfinden. «Heute hat nicht die bessere, sondern die glücklichere Mannschaft gewonnen», sagte der Trainer.

Einen klassischen Fehlstart legten die beiden Traditionsclubs Borussia Dortmund und der 1. FC Kaiserslautern hin. «Ich kann es immer noch nicht fassen, dass wir verlorenen haben. Es gab nicht viele Tage als Trainer, an denen ich so enttäuscht war wie heute», sagte der neue BVB-Coach Bert van Marwijk nach dem 1:2 im Duell der UI-Cup-Versager gegen den VfL Wolfsburg. Matchwinner für die Niedersachsen war Stürmer Thomas Brdaric mit zwei Treffern.

Einen starken Auftritt hatte Aufsteiger 1. FC Nürnberg, zuletzt im Meisterjahr 1968 Tabellenführer im Fußball-Oberhaus, beim 3:1- Sieg am Betzenberg. «Wir haben gezeigt, dass wir in der Bundesliga mithalten können», sagte Wolf nach dem Erfolg durch die Treffer von Ivica Banovic, Robert Vittek und Lars Müller. Bei den Pfälzer weckte der Fehlstart Erinnerungen an die beiden vergangenen Zitter- Spielzeiten. «Bei uns herrscht große Enttäuschung und Ernüchterung. Wir müssen uns Gedanken machen», sagte Neuzugang Christian Nerlinger.

Einen Last-Minute-Sieg feierte Bayer Leverkusen beim 2:1 gegen Hannover 96. Nach der offiziellen Verabschiedung des langjährigen Managers Reiner Calmund bescherte der Brasilianer Franca seinem ehemaligen Förderer mit einem Treffer in der Nachspielzeit das schönste Geschenk. «Jetzt kann die Mannschaft beweisen, ob sie soweit ist, um in die Königsklasse zu kommen», sagte Bayer-Coach Klaus Augenthaler vor dem Qualifikations-Hinspiel zur Champions League gegen Banik Ostrau am Mittwoch.

Trotz einer 2:0-Führung durch Gilberto und Marcelinho musste sich Hertha BSC mit einem 2:2 gegen den VfL Bochum zufrieden geben und haderte mit Schiedsrichter Markus Merk, der einen umstrittenen Elfmeter gegen die Berliner pfiff. «Wir sind selbst Schuld und hatten genug Zeit das Spiel zu entscheiden», befand Hertha-Manager Dieter Hoeneß. Raymond Kalla und Peter Madsen retteten der Revier-Elf einen Punkt. Torlos und harmlos präsentierten sich der SC Freiburg und Hansa Rostock beim 0:0 im neu benannten badenova-Stadion.

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