Neue Hoyzer-Vorwürfe – Zwanziger zügelt «MV»

Neue Hoyzer-Vorwürfe – Zwanziger zügelt «MV»
Neue Hoyzer-Vorwürfe - Zwanziger zügelt «MV»
Der ehemalige Schiedsrichter Robert Hoyzer teilt weiter aus.

Frankfurt/Main (dpa) – Theo Zwanziger hat einer Reihe von Vereinen, die vom Wett- und Manipulationsskandal betroffen sind, keine Chancen auf Wiederholungsspiele eingeräumt.

Zugleich hat der Geschäftsführende Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) seinen Co-Partner Gerhard Mayer-Vorfelder in die Schranken verwiesen. In einem Interview mit dem «Focus» sagte Zwanziger, die Aufarbeitung des Skandals falle «allein in meinen Zuständigkeitsbereich». Er denke, er «habe die notwendige Einsicht» beim DFB-Präsidenten gefunden. Der geständige Ex-Schiedsrichter Robert Hoyzer hat laut «Spiegel» ausgesagt, dass die Einladung von Schiedsrichtern in Bordellen durch Vereinsbetreuer vor Punktspielen bis vor zwei Jahren ein «Normalfall» gewesen sei.

Am 25. Februar (15.30 Uhr) wird das DFB-Sportgericht sechs Einsprüche gegen Spielwertungen verhandeln. Sie beziehen sich auf die Pokalspiele 1. FC Nürnberg – LR Ahlen (Einspruch Nürnberg) und SC Paderborn 07 – MSV Duisburg (Einspruch Duisburg), die Zweitliga- Spiele Rot-Weiß Essen – Rot-Weiß Erfurt (Einspruch Essen) und SpVgg Unterhaching – 1. FC Saarbrücken (Einspruch Unterhaching) sowie die Regionalliga-Begegnungen FC St. Pauli – VfL Osnabrück (Einspruch St. Pauli) und KFC Uerdingen 05 – VfL Osnabrück (Einspruch Uerdingen).

Die Aussichten der Clubs auf erfolgreichen Einspruch sind allerdings minimal. Denn in fünf der sechs Partien hatte der inzwischen gesperrte und inhaftierte Hoyzer keine Manipulation zugegeben. Beim Spiel Unterhaching gegen Saarbrücken war ein Betrugsversuch laut Hoyzers Aussage nicht gelungen. Zwanziger kündigte im «Focus» an, es würden «mit Sicherheit zahlreiche Prozesse abgelehnt werden, weil Hoyzer sehr genau aufgelistet hat, in welchen Spielen er manipuliert hat, bei welchen er es erfolglos versucht hat und bei welchen er es gar nicht erst versucht hat». Um ein Wiederholungsspiel durchzusetzen, müsse der betreffende Verein den «Nachweis erbringen, dass manipuliert wurde. Eine schlechte Schiedsrichterleistung allein reicht nicht für eine Anfechtung».

Bis zum Dienstag muss Zweitligist LR Ahlen entscheiden, ob er Einspruch gegen die vom DFB-Sportgericht angeordnete Neuansetzung des Spiels gegen Wacker Burghausen (1:0) einlegen will. Hoyzer will das Spiel durch ein unberechtigtes Elfmeter-Tor manipuliert haben. Bei einer Berufung droht ein Weg durch viele Instanzen, die den Ausgang der Zweitliga-Saison in Frage stellt. Erste Berufungsinstanz ist das DFB-Bundesgericht, danach könnten das Ständige Schiedsgericht und als letzte Instanz der Internationale Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne angerufen werden. Ahlen will selbst den Gang vor ein Zivilgericht nicht ausschließen. Der Verein befürchtet, eine Niederlage in einem Wiederholungsspiel könnte für ihn den Abstieg bedeuten.

Als Beleg für Bordell-Besuche von Schiedsrichtern vor Punkspielen führte Hoyzer laut «Spiegel» das Regionalliga-Spiel vom 14. Oktober 2000 zwischen FC Sachsen Leipzig und Erzgebirge Aue an. Dort hätten zwei der drei angesetzten Schiedsrichter von einem Vereinsbetreuer je 150 Mark bekommen, «um uns zu vergnügen, was wir auch taten». Hoyzer war für das Spiel nicht nominiert, sondern privat in Leipzig. Der in Berliner U-Haft sitzende Hoyzer habe zudem «umfangreiches Wissen über ähnliche Einladungen» angedeutet, so der «Spiegel».

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