Nach dem Traditionsduell: Eintracht Braunschweig ist oben dran, der FCK muss nach unten schauen

Nach dem Traditionsduell: Eintracht Braunschweig ist oben dran, der FCK muss nach unten schauen
Eintracht Braunschweig Wappen
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(von unserem Autor Juro)

(von unserem Autor Juro)

Eintracht Braunschweig machte durch einen verdienten 2:0-Heimsieg gegen den Traditionsgegner 1. FC Kaiserslautern im neuen Jahr endlich den ersehnten Befreiungsschlag, um noch einmal in das Aufstiegsrennen der dritten Liga eingreifen zu können. 17.900 Zuschauer im Eintracht-Stadion an der Hamburger Straße sahen dabei nicht nur eine verbesserte Heimmannschaft, sondern auch ein teilweise gefälliges Kombinationsspiel der Gäste aus der Pfalz. Das Schommers-Team bringt aber spielerische Überlegenheit wie in den letzten Wochen nicht mehr weiter, wenn am gegnerischen Strafraum die Durchschlagskraft fehlt. Der FCK steht nun in einem immer dichter werdenden Tabellenmittelfeld weit unten. Statt Aufstiegshoffnung regiert nun bei den roten Teufeln sogar die Abstiegsgefahr, wenn nicht langsam entscheidend gepunktet wird. Braunschweigs nun gefestigte Defensive sollte der Grundstein dafür sein, das die Mini-Serie von drei “ungeschlagen” Spielen ausgeweitet wird.

Eintracht Braunschweigs Trainer Antwerpen hätte sicherlich gern mit seiner “Duisburger” Elf begonnen, die beim Spitzenreiter ein mehr als verdientes 1:1 geholt hatte. Durch Gelb-Sperren und Verletzung konnten aber die Konstanten Bär, Nehrig und Kessel nicht auf dem Platz dabei sein. So startete Ziegele in der Innenverteidigung, der erfahrene Pfitzner auf der Sechs und Mittelstürmer Proschwitz vorne als zweite Spitze neben Pourié. FCK-Coach Schommers konnte mit dem Punkt im letzten Heimspiel gegen Abstiegskandidaten Münster nicht zufrieden sein. Dies spiegelte sich auch in seiner gewählten Start-Aufstellung wieder. Skarlatidis, Gottwalt und Hercher blieben draußen. Thiele, Hainault und Schad erhielten eine neue Chance.

Vom Start weg versuchte die Eintracht, Kaiserslautern in der eigenen Hälfte zu beschäftigen und den Spielaufbau der roten Teufel zu unterbinden. Trotzdem hatten es schon die ersten 15 Minuten in sich. Nicht nur auf den Rängen mit vielen mitgereisten Gästefans wurde die Stimmung immer besser. Nach vielen Halbchancen auf beiden Seiten (herauszuheben Zucks erster Schuß ohne Erfolg auf das Eintracht-Tor an der linken Strafraumseite in der 10. Minute) war es dann FCK Spielgestalter Pick, der in der nächsten Situation ein Achtungszeichen setzte. Er nahm an der Strafraumgrenze zentral ein Zuspiel volley und zielte auf den Winkel. Allerdings konnte sich nun erstmals BTSV-Keeper Fejzic auszeichnen, der den gefährlichen Ball mit Glanzparade entschärfte. Hatten die FCK-Fans hier schon den Torschrei auf den Lippen, wandelte sich beim direkten Gegenzug die Euphorie in Entsetzen. Braunschweig kam links an den Strafraum durch und Biankadi – zentral am Strafraum der Gäste stehend – nahm den Assist von der Seite gefühlvoll an und setzte das Leder an FCK-Keeper vorbei in die linken Maschen des Pfälzer Tores (12. Minute).

Nach der Führung zog sich Braunschweig nicht etwa zurück, sondern kreierte weitere Chancen (wie der Kopfball von Proschwitz/ Minute 17). Die größte davon, einen Hammer von Pourié (der frei links im FCK-Strafraum auftauchte), konnte Torwart Grill noch gerade so vor dem Einschlag im Tor mit dem Fuß abwehren (18. Minute). Die Zuschauer hatten schon den Torschrei auf den Lippen. In der 22. Minute klärte dann Verteidiger Hainault in größter Not vor dem zum Einschuss bereiten Pourié am eigenen Fünfer. In der 22. Minute suchte dann der auffällige BTSV-Außenspieler Feigenspan einen Abschluss, fand aber seinen Meister in Torwart Grill.

Danach war zwar Kaiserslautern das spielbestimmende Team, konnte aber vor dem blau-gelben Tor keine richtigen Torchancen kreieren (auch sich ergebene Halbchancen von Bachmann in Minute 36 und Thiele mit Kopfball täuschten nicht darüber hinweg (40.).

So kam es, wie es kommen musste: Die Eintracht schlug kurz vor dem Halbzeitpfiff in der 44. Minute noch einmal zu! Nach einem Standard-Freistoß fiel plötzlich Löwen-Linksverteidiger Kijewski links im Strafraum des FCK das Leder vor die Füße. Der fackelte nicht lange und zog ab. Lauterns Sickiger fälschte dabei noch den Ball unhaltbar für Grill in die linke Torecke ab. Lauterns Spieler gingen mit hängenden Köpfen in die Pause.

Die zweite Halbzeit war dann noch keine Minute alt, als Braunschweigs umtriebige zweite Spitze Pourié den Sack endgültig hätte zumachen können. Wieder stand ihm bei dieser Riesen-Chance, als er über links in den Strafraum der Teufel eingedrungen war, Torwart Grill im Weg.

Braunschweig zog sich nach weiteren Bemühungen, das Spiel vorzuentscheiden, nun deutlich zurück. Der Gastgeber lauerte auf Kontermöglichkeiten nach Umschaltspiel. So kam Kaiserslautern zwar zur optischen Spielüberlegenheit, konnte aber im Löwen-Strafraum nichts bewirken. Einzig Kraus näherte sich einem Tor an, als er mit einem Kopfball rechts im Strafraum die Latte vom BTSV-Tor testete (52.).

Braunschweigs Defensiv-Bollwerk stand fest (Trainer Antwerpen wechselte nach und nach mit Schlüter und Fürstner noch mehr defensive Allrounder ein), war nur noch einmal unkonzentriert. Schad konnte dabei in der 82. Spielminute im Eintracht-Strafraum den mitgelaufenen Kühlwetter in Szene setzen. Der schoss den Ball aber zu hoch über den Kasten von Fejzic.

Braunschweig brachte den schließlich verdienten Sieg auch in der Nachspielzeit souverän über die Runden gegen eine Mannschaft, der es offensiv an diesem Tag einfach das Selbstbewusstsein und Ideen mangelte.

Nach Punktverlusten der direkten Aufstiegskonkurrenten an diesem Spieltag bietet sich den “Löwen” am nächsten Spieltag die Chance, mit einem Auswärtssieg in Würzburg wieder ganz oben zu stehen. Die Mannschaft hat zu alten Qualitäten und zu alter Spieltaktik zurück gefunden, die das Team zum Ende der letzten Saison und zu Beginn der neuen Spielzeit so stark gemacht hat. Kaiserslautern ist bei vorhandener Spielkultur aber hinten zu unkonzentriert und vorne zu schwach im Abschluss. Schommers muss über das eigene Spielsystem überdenken, um nun wie ein Eichhörnchen Punkte zu sammeln. Ein Heimsieg gegen den direkten Tabellennachbarn aus Zwickau wäre sehr wichtig – auch für das Selbstbewusstsein. So könnten die Teufel das aufstrebende Viktoria Köln auf Distanz halten, das gefährlich vom ersten Abstiegsplatz 17 winkt.

Aufstellung Eintracht Braunschweig:

Fejzic – Becker, Burmeister, Ziegele, Kijewski – Feigenspan (79. Schlüter), Pfitzner, Kammerbauer, Biankadi (89. Goden) – Pourié (73. Fürstner), Proschwitz

Aufstellung 1.FC Kaiserslautern:

Grill – Schad,Kraus, Hainault (75. Starke), Nandzik – Bachmann, Sickinger, Zuck (70. Skarlatidis), Pick – Kühlwetter, Thiele