Eintracht Braunschweig und Carl-Zeiss Jena treten durch ein 1:1-Unentschieden in der dritten Liga auf der Stelle

Eintracht Braunschweig und Carl-Zeiss Jena treten durch ein 1:1-Unentschieden in der dritten Liga auf der Stelle
Eintracht Braunschweig Wappen
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(von unserem Autor Juro)

(von unserem Autor Juro)

Eintracht Braunschweig tritt auf der Stelle und schafft es einfach nicht mehr, Spiele zu gewinnen. Gegen einen teilweise sehr mutig aufspielenden Tabellenletzten aus Jena reichte es nach 90 Minuten plus fünfminütiger Nachspielzeit nur zu einem mageren 1:1-Unentschieden. Nicht nur das Löwen-Spiel wies deutliche Lücken auf! Auch auf den waren diesmal deutlich weniger treue Zuschauer zu sehen als zuvor (16.300 Besucher). Zudem zeigten die Fans lautstark dem Trainer und seinem Team ihren Unmut. Eintracht droht mittlerweile, ins Mittelfeld abzugleiten. Während auf einen direkten Aufstiegsrang bereits 7 Punkte Abstand in der Tabelle zu sehen sind, weist der Abstand zu den Abstiegsrängen bisher noch 10 Punkte aus. Während sich Jena als geschlossenes Team zeigte, war die Eintracht im Spielaufbau zu holprig und ungenau, so dass die Spitzen in der Luft hingen und die eigene unkonzentrierte Defensive immer wieder unter Druck geriet. Nach dem verdienten Ausgleich versäumten es die Löwen in der zweiten Hälfte, ihren Schwung mitzunehmen und entscheidend nachzulegen.

Eintracht Braunschweig

Eintracht Braunschweigs Trainer Antwerpen wechselte nach dem 1:4 in München auf drei Positionen. Die erfahrenen Mittelfeldlenker Nehrig und Fürstner wurden durch die jungen und laufstärkeren Spieler Kammerbauer und Otto ersetzt. Innenverteidiger Ziegele blieb ebenfalls auf der Bank. Für ihn verteidigte von Anfang an wieder Becker, um dessen noch ausstehende Vertragsverlängerung herum es an der Oker einigen Medienwirbel gegeben hatte. Jena hatte im Abstiegsduell mit Münster am letzten Spieltag 1:2 verloren. Trainer Schmidt wechselte daher zweimal. Stanese und Eckhart blieben draußen und wurden durch Kübler und Käuper im Mittelfeld ersetzt. Diese Entscheidung machte den Spielaufbau von Carl-Zeiss wirklich besser, wie der Spielverlauf zeigen sollte.

Von Anfang an konnte man das Bemühen bei der Eintracht sehen, den schlechten Auftritt in München vergessen zu machen. So hatten die Zuschauer bereits nach fünf Minuten den Torschrei auf den Lippen, als der neue Strafraumstürmer Pourié einen Seitfallzieher – der zum gefährlichen Aufsetzer wurde – aus nächster Tor-Nähe knapp links neben den Posten des vom Jenenser Coppens gehüteten Tor setzte. Die starke Phase von Beginn an versandete aber immer mehr, da die Defensive der Löwen immer unkonzentrierter agierte und es im Spiel nach vorne einen Ballverlust nach dem anderen gab. Jena hielt immer wieder körperlich dagegen und machte die Räume eng. So verlor Abwehrchef Nkansah vor dem eigenen Tor einen Ball gegen Jenas Obermair, der auf Günther-Schmidt durchsteckte, der fast kläglich die sich bietende Chance vergab. Löwen-Keeper Fejzic war es zu verdanken, dass hier nicht bereits das Führungstor für die Gastmannschaft erzielt wurde. 6 Minuten später tauchte dann Günther-Schmidt wieder vor Fejzic auf, der aber vorerst wieder unüberwindbar erschien. Doch die ärgerlichen Ansagen des starken Torwarts an seine Vorderleute fruchte nichts, wie die nächsten Minuten zeigten.

Denn nach 21. Minuten machte es Jena dann besser als zuvor und war erfolgreich. Nach einem Fehler von Kessel im Spielaufbau kam am Mittelkreis Gabriele an den Ball und passte das Leder fein zwischen beide Braunschweiger Innenverteidiger Becker und Nkansah auf Günther-Schmidt. Der gewann das Laufduell gegen den zu langsamen Nkansah, der nach guter Reaktion von Keeper Fejzic dann doch noch den gegnerischen Spieler stellen konnte. Doch beim Schuss von Schmidt durch seine Beine konnte er nicht mehr verhindern, dass der Ball die Torlinie zum 0:1 überschritt. Zu diesem Zeitpunkt war die Führung der Gäste durchaus verdient!

Für Braunschweig war das Gegentor ein gewaltiger Dämpfer, da wieder einmal das Konzept über den Haufen geworfen war, das sich das Antwerpen-Team vorgenommen hatte. Anstatt eigener Führung und sich dadurch ergebender Freiräume beim Gegner spielte Braunschweig noch mehr gegen ein Bollwerk und vermochte es nicht, den eigenen Spielaufbau zielführend hinzubekommen. Einzig ein gefährlicher Schuß von Wiebe aus dem Strafraumzentrum (nach Vorlage von Biankadi) kam noch zustande, der aber gerade noch so von Hammann entschärft werden konnte. Bis zum Halbzeitpfiff tat sich nichts mehr, denn Braunschweig kombinierte sich, wenn überhaupt, nur erfolgreich bis zur Jenenser Strafraumgrenze. Der neue Außenspieler Biankadi versuchte zwar einiges, blieb aber immer wieder mit seinem Tricks an einem Gegenspieler hängen. Dem neuen Mittelstürmer Pourié, der in der Anfangsphase noch auffällig agierte, gelang nichts mehr. Jena war – bis auf Gefahr durch Standards – auch nicht mehr druckvoll im Spiel. So brauchten die Teams dringend die Halbzeitpause, um sich neu zu sortieren.

In der zweiten Halbzeit setzte Braunschweigs Trainer Antwerpen alles auf eine Karte und versuchte, durch verstärkten Offensiveinsatz in seinem Team die Eintracht auf dem Rasen zu beflügeln. Der in diesem Spiel neben sich stehende Innenverteidiger Nkansah musste ebenso in der Kabine bleiben wie der blass gebliebene hängende Stürmer Otto. Die Torgefahr versprechenden Spieler Kobylanski und Proschwitz waren nun dabei in einer auch in der Taktik neu agierenden Mannschaft. Antwerpen ließ hinten Dreierkette spielen, um über Außen mehr Gefahr zu bringen und gleichzeitig hinten besser abzusichern. Die Maßnahme zahlte sich innerhalb kürzester Zeit aus. Die Löwen waren gegenüber der ersten Halbzeit nicht wiederzuerkennen und spielten deutlich effektiver, kombinationssicherer und schwungvoller. Nach einer feinen Ecke von rechts durch Kobylanski fiel das Leder in der 52. Minute im Jena-Strafraum dem Braunschweiger Bär vor die Füße, der ihn im Fallen im Tor unterbrachte, so dass Torwart Coppens beim strammen Schuss keine Abwehrchance mehr hatte.

Braunschweig blieb nach diesem Ausgleichstreffer zum 1:1 zwar weiter die bessere Mannschaft, verlor aber sichtbar den Schwung und die Effektivität im Spiel nach vorne. Das deutlich verbesserte Kombinationsspiel der zweiten Halbzeit wurde mehr und mehr zu Gunsten von langen Bällen nah vorn auf die nun zwei Spitzen Pourié und Proschwitz aufgegeben, die aber die ungenauen Bälle nie richtig festmachen oder verwerten konnten. Einzig Proschwitz gelang im Strafraum nach einem hohen Ball aus dem Halbfeld noch ein sehr gefährlicher Kopfball, der über die Latte des Jena-Tores strich. In der 76. Minute brachte Kobylanski nach einem Einwurf von rechts den Ball ein letztes Mal für den BTSV gefährlich in Richtung des Coppens-Tores. Doch der Heber ging über den Kasten! So plätscherte das Spiel bis zum Ende der Partie dahin zum steigenden Unmut der Heim-Fans. Jena kam wieder mehr auf, weil es wieder durch Löwen-Fehlpässe zum Umschaltspiel mit Kontern eingeladen wurde. Allerdings auch bei Carl-Zeiss hier nichts mehr dabei heraus, was Gefahr im gegnerischen Strafraum heraufbeschwören konnte.

Einen Aufreger im Spiel gab es dann doch noch: Jenas Spitze Pagliuca ging in der 87. Minute mit roter Karte vom Platz, weil er aus taktischen Gründen mit einem groben Foulspiel einen Pass in die Spitze des vorbeieilenden Wiebe verhindern wollte. Eintracht konnte aber das Überzahlspiel in den folgenden 8 Minuten bis zum Abpfiff nicht mehr nutzen und agierte zu unkonzentriert und zu ungefährlich. So entführte Jena aus dem Eintracht-Stadion an der Hamburger Straße in Braunschweig verdient einen Punkt.

Eintracht Braunschweig ist nun nächsten Freitag im Top-Auswärtsspiel beim Spitzenreiter in Duisburg gefordert, wieder in die Spur zu kommen. Da nur ein Auswärtsdreier wieder den Anschluss an die Tabellenspitze bringen würde, hofft das Team auf seine Auswärtsstärke, um einen Überraschungssieg zu landen. Jena ist ebenfalls gezwungen im kommenden Heimspiel (Montagsspiel) gegen Zwickau dreifach zu punkten – da ansonsten der Klassenerhalt zur Utopie werden würde. Nur eine Siegesserie kann den Verein noch retten.

Aufstellung Eintracht Braunschweig:

Fejzic – Kessel, Becker, Nkansah (45. Proschwitz), Kijewski – Wiebe, Kammerbauer – Bär (80. Feigenspan), Otto (46. Kobylanski), Biankadi – Pourié

Aufstellung Carl-Zeiss Jena:

Coppens – Hammann,Grösch, Volkmer – Obermair, Käuper, Kübler (80. Rohr), Fassnacht – Gabriele (71. Donkor), Günther-Schmidt (88. Sulu) – Pagliuca

Mehrere Umstellungen vor dem Spiel bei der Eintracht

Eintracht Braunschweigs Trainer Antwerpen wechselte nach dem Punktgewinn in Mannheim gleich mehrfach und begründete dies mit Trainingseindrücken unter der Woche. So spielte der junge Goden für Stamm-Kraft Kessel als rechter Außenverteidiger. Yari Otto ersetzte Kobylanski hinter den Spitzen und auf der offensiven rechten Außenposition stürmte Schwenk für Feigenspan. Meppens Coach Neidhardt, selbst ein ehemaliger Braunschweiger, änderte nach der Serie von sieben Spielen ohne Niederlage in seinem erfolgreichen Team keine Position.

Muntere Begegnung von Beginn an

Es begann eine anfangs muntere Partie, in der die Eintracht mehr vom Spiel hatte. Schon nach wenigen Minuten verletzte sich dann der gerade wiedergenesene Löwen-Kapitän Nehrig, für den dann mit Kobylanski ein offeniverer Mittelfeldspieler ins Team zurückkehrte. Dieser notwendig gewordene Wechsel warf aber das Spielkonzept der Braunschweiger durcheinander, so dass die Emsländer auf dem Rasen immer mehr Oberwasser bekamen. Allerdings setze Eintrachts Mittelstürmer Proschwitz noch ein Ausrufezeichen, als er einen Abpraller von SVM-Keeper Domaschke frei im Strafraum neben das freie Tor ins Aus bugsierte. Davor hatte Kobylanski seinen ersten Torschuss abgefeuert und den Torwart zu einer Glanzleistung gezwungen.

Frühes 0:1 für Meppen und rasche Antwort der Eintracht

Bis zur 16. Minute hielt die Braunschweiger Defensive, so dass Meppen keine Torchancen kreieren konnte. Dann aber schlug der Ex-Löwenstürmer Undav zu, der einen Fernschuss rechts in den Torwinkel vom BZSV zimmerte und dabei Torwart Fejzic keine Abwehrmöglichkeit gab. Fast aus dem Nichts führte das Neidhardt-Team plötzlich 1:0.

Anders als der frühe Ausfall von Kapitän Nehrig beeindruckte die – zu diesem Zeitpunkt – etwas glückliche Führung der Gäste Eintracht Braunschweig noch nicht. Rechtsverteidiger Goden spielte sich fein in der Strafraum des SVM und schoss den Ball auf das Tor. Domaschke konnte spektakulär klären, aber den Abpraller nicht aus der Gefahrenzone bekommen. Diese Gelegenheit ließ sich der erfahrene Schwenk nicht nehmen und brachte das Leder aus kurzer Entfernung im SVM-Kasten zum 1:1-Ausgleich unter.

Braunschweig lässt im Laufe der 1. Halbzeit nach

Im Spiel ging es nun hin und her, wobei die Löwen immer schwächer wurden und Einsatz und Genauigkeit im Passspiel vermissen liessen. Immer wieder stelle das offensive Emsland-Kleeblatt Tankulic/ Kleinsorge/ Undav die Oker-Städter in der Abwehr im Minutentakt vor Probleme. So tankte sich Rechtsaußen Kleinsorge fünf Minuten vor dem Halbzeitpfiff am Strafraum rechts gegen Kijewski durch und passte flach zum Fünfmeter-Raum, wo der allein gelassene Stürmer Undav nur noch den Fuß hinhalten musste, um das Leder im Tor vom machtlosen Keeper Fejzic zu zum erneuten Führungstreffer zu versenken (40. Spielminute)!

Meppen setzt in Halbzeit zwei auf Verwaltung

Nach dem Halbzeitpfiff reagierte Braunschweigs Coach Antwerpen und brachte den kampf- und spielstarken Spieler Kessel auf rechts für Goden ins Spiel. Braunschweig agierte in der zweiten Hälfte optisch ein wenig überlegen. Dies lag aber daran, dass sich Meppen etwas zurückzog. Die Defensive der Emsländer stand und wackelte nie. Zwei Proschwitz-Chancen in der 57. und 59. Minute beschworen kaum Gefahr für das Domaschke-Tor. Der SVM stand den Braunschweiger Mittelfeldakteuren zu sehr auf den Füßen und machte die Räume eng. Immer wieder musste hinten herum gespielt werden. Jeder verschenkte oder nicht zu Ende gespielte Ball führte zu gefährlichen Kontern der Meppener – immer wieder von Tankulic und Kleinsorge inszeniert.

Nach dem Seitenwechsel konzentrierte sich Meppen darauf, aus einer sicheren Defensive die Führung zu verwalten. Braunschweig bemühte sich darum, Druck aufzubauen und suchte immer wieder Proschwitz – allerdings ohne Erfolg (57., 59.). Meppen überzeugte durch Kampfgeist, suchte die Zweikämpfe, griff früh an und stellte die Hausherren so vor Probleme.

Überlegenheit aber wenige klare Torchancen

Trotz 5minütiger Nachspielzeit schafften es die Löwen nicht, noch einmal ganz große Gefahr herauf zu beschweren. Bis auf eine Szene, die im Stadion noch lange diskutiert wurde. Dabei brachte der vermeintliche Torschütze Schwenk den Ball erneut im SVM-Tor unter – mit viel Einsatz und Willen. Der Schiedsrichter hatte aber vorher beim Schuss von Bär an den Posten des Meppener Tores diesen im Abseits gesehen, so dass Schwenk nicht mehr lange jubeln konnte (82.).

Während die Eintracht bis zum Schlusspfiff die Emsländer in ihrer Hälfte einschnürte, hätten Kleinsorge und Undav in den letzten Minuten das Ergebnis noch auf 1:3 zu ihren Gunsten stellen können, verzweifelten aber am eigenen Unvermögen und Braunschweigs Keeper Fejzic. Trotzdem reichte auch der Vorsprung mit einem Tor am Schluss zum verdienten Auswärtssieg.

Allerdings hat die Eintracht in der nächsten Woche noch ein weiteres Heimspiel vor der Winterpause (gegen Magdeburg), um mit einem Sieg in der Liga in der Top 3 zu bleiben. Meppen möchte sich 2019 mit einem Auswärtssieg gegen Zwickau vom eigenen Publikum verabschieden und im Kreis der Aufstiegskandidaten in Liga 2 überwintern.

Aufstellung Eintracht Braunschweig:

Fejzic – Goden (46. Kessel), Becker, Burmeister, Kijewski – Schwenk, Nehrig (6. Kobylanski/ 67. Feigenspan), Wiebe, Bär – Otto, Proschwitz

Aufstellung SV Meppen:

Domaschke – Ballmert, Komenda, Puttkammer, Amin (74. Jesgarzewski), – Leugers, Egerer – Kleinsorge (83. Düker), Tankulic (63. El Helwe), Rama – Undav