Eintracht Braunschweig konnte unverdiente Niederlage gegen VfL Osnabrück nicht abwenden

Eintracht Braunschweig konnte unverdiente Niederlage gegen VfL Osnabrück nicht abwenden
Eintracht Braunschweig Wappen

Eintracht Braunschweig: Auch die „alten Männer mit Bärten“ können unverdiente Niederlage gegen Osnabrück nicht abwenden

(von unserem Autor Juro)
Das Auftaktspiel dieses Drittliga-Spieltages bot eine Paarung mit viel Zündstoff, denn der Tabellenletzte Eintracht Braunschweig empfing daheim im Eintracht-Stadion an der Hamburger Straße vor knapp 19.000 Zuschauern den Tabellenführer VfL Osnabrück. Doch wer ein überlegenes violettes Spitzenteam erwartet hatte, sah sich getäuscht. Denn das Schlusslicht brannte ein wahres Feuerwerk ab – spielte 80 Minuten klar überlegen. Doch selbst eine zweimalige Führung brachte die Löwen nicht auf den Siegeskurs. Durch eine krasse Fehlentscheidung des Schiedsrichters nach Wiederbeginn in der zweiten Halbzeit, der im Pyro-Nebel der VfL-Fans anscheinend einen Sturz ohne Berührung des Osnabrücker Goalgetter Alvarez sichtbehindert als elfmeterreif ansah, wurde das Thioune-Team unverhofft auf die Siegerstraße gebracht. Den Zuschauern wurde beim 3:4 ein spannendes Spiel mit 7 Toren präsentiert mit eine der besten Eintracht-Saisonleistungen. Zurecht bekam der neue BTSV-Coach mit seinem umformierten Team in der Fankurve diesmal Zuspruch und Anerkennung, obwohl es wieder einmal trotz viel Aufwand und Leidenschaft keine zählbaren Punkte gab für die blau-gelben Kicker.

Eintracht Braunschweigs neuer Trainer Schubert nahm bei seiner Heimpremiere (nach der 0.2-Niederlage beim Auswärtsdebut in München) mehrere Umstellungen in der Startformation vor und setzte verstärkt auf „die Männer mit Bärten“ (wie er selbst nach der Pressekonferenz im Anschluss an das Spiel im Interview ausführte). So bekam im zentralen Mittelfeld der erfahrene Thorsen wieder eine Chance von Anfang an, die er auch durch starke Leistung zurückzahlte. Bulut rückte von der Rechtsaußen-Position in die Spielgestalter-Rolle, während Sauerland dafür über den Flügel kam. Auch Putaro lief auf, während für ihn Amundsen auf der Bank Platz nahm. Den kurzfristig verletzten Tingager ersetzte der angestammte Abwehrchef Valsvik, dem im Spiel eine leicht tragische Rolle zukommen sollte. Die Nachwuchshoffnungen Fejzullahu und Otto fanden sich auf der Bank wieder. Osnabrücks Coach Thioune wechselte nach dem torlosen Unentschieden in Lotte zweimal. Pulido und Nachwuchsmann Agu rückten für Schiller und Tigges in die Start-Aufstellung.

Braunschweig brannte von der Anfangsminute ein Feuerwerk ab in Richtung Osnabrücker Tor – war in den Offensivbemühungen gegenüber den letzten Spielen von Anfang an nicht wiederzuerkennen. Gleich in der ersten Spielminute musste VfL-Keeper Körber sein ganzes Können aufbieten, um einen Hammerschuss von BTSV-Linksverteidiger Kijewski zu entschärfen. Der Verteidiger schaltete sich immer wieder in die Offensive ein, kam drei Minuten später erneut zu einem gefährlichen Torschuss. Einzig Nachwuchsmann Agu versuchte in dieser sehr dominanten blau-gelben Phase zwischendurch in einem Konter, den ersten Entlastungsangriff für Osnabrück abzuschließen. Eintracht brachte die in den bisherigen Spielen so sattelfeste Osnabrücker Defensive arg ins Schwimmen. Nur mit viel Glück und Torwart Körber überstanden die Norddeutschen die nächsten Szenen in ihrem Strafraum. Besonders in der 8. Minute brannte es lichterloh. Nachdem bereits ein Schuss von Bulut im letzten Moment abgeblockt werden konnte (07. Minute), hatten danach Thorsen und Hofmann (per sehenswertem Fallrückzieher) 100prozentige Chancen für das Führungstor. Das fiel in dieser Drangphase dann tatsächlich in der 17. Spielminute. Putaro schickte Mittelstürmer Hofmann über die linke Seite an den Strafraum der Osnabrücker. Die Flanke versenkte dann Agu beim Abwehrversuch per Eigentor am Fünfer – unhaltbar für Körber.

Doch der Jubel des Braunschweiger Anhangs währte nicht lange. Zwei Minuten später duplizierte sich das Ereignis. Diesmal hatte sich der vorherige Unglücksrabe Agu bis links an den Braunschweiger Strafraum durchgespielt. Wie Hofmann zuvor auf der anderen Seite brachte er den Ball vor den Fünfer. Diesmal stellte sich Valsvik beim Abwehrversuch ungeschickt an – bugsierte das Leder seinerseits zum 1:1-Ausgleich (unhaltbar für seinen Keeper Kruse) ins eigene Tor.

Das war natürlich ein Wirkungstreffer für die Eintracht, die nach dem Ausgleich offensiv etwas weniger stattfand. So kam Pulido zur ersten richtigen Osnabrücker Torchance (20.). Doch Kruse im Tor war auf dem Posten. Danach drehte Eintracht langsam wieder auf und schnürte die Violetten in der eigenen Hälfte regelrecht ein. Über die rechte Seite spielte der neue Rechtsaußen Sauerland Thorsen im Strafraum an, der frei hätte zum Schuss kommen können. Uneigennützig versuchte er aber, noch auf Hofmann abzulegen. Dessen Knaller wurde noch gerade so zur Ecke abgewehrt.

In der 38. Minute fiel dann aber die verdiente Führung. Nach einer Ecke von Bulut gab es im Strafraum des VfL ein unübersichtliches Gewirr. Als Putaro rechts vor dem Fünfer das Leder vor die Füße sprang, fackelte der nicht lange und netzte aus Nahdistanz ein zur 2:1-Führung. Aber der neue Trainer Schubert konnte seinem Team die in den letzten Spielen gezeigte Unkonzentriertheit nach eigenen Torerfolgen noch nicht austreiben. Seine Mannen ließen den VfLer Renneke am Strafraum nach einem Querpass zwei Minuten später ungehindert flanken, so daß der frei stehende Heider im Strafraum nur noch zum überraschenden 2:2-Ausgleich verwandeln musste. Mit diesem Ergebnis ging es dann in die Pause

Nach der Rückkehr vom Pausentee auf den grünen Rasen empfing beide Mannschaften ein verrauchtes Stadion – als Folge des Abbrennens ungezügelter Pyro-Technik der VfL-Fans. Der Schiedsrichter wartete nicht, bis der Rauch abgezogen war. Im vernebelten Strafraum der Braunschweiger kam es in Folge dieser Entscheidung zu einer sehr unglücklichen Situation für das Schiedsrichtergespann und die Eintracht. In der 48. Minute lief Alvarez rechts mit dem Ball im BTSV-Strafraum, begleitet vom blau-gelben Sechser Fürstner. Ohne jegliche Körperkontakt fiel Alvarez. Aufgrund einer Linienrichter-Anzeige pfiff der Referee Elfmeter für Osnabrück, den Alvarez souverän zum 2:3-Führungstor des Spitzenreiters verwandelte. Während Braunschweig diesen Schock noch verdauen musste und sich schüttelte, legte der gleiche Torschütze wie zuvor nach und erzielte in Einzelaktion – nicht gut genug von BTSV-Abwehrchef Valvik abgeschirmt – gar das 2:4 (50.).

Braunschweig gab sich aber nicht auf und griff selbst wütend an. Doch der VfL hatte nun die Defensive gut geordnet und ließ nicht sehr viel Braunschweiger Chancen zu. Allerdings hätte es in der 58. Minute Strafstoß für die Eintracht geben müssen, als Agu Braunschweigs Spielgestalter Bulut im Sechszehner legte. Doch die Pfeife des Schiris blieb hier stumm. Bulut, der unter Trainer Schubert von der angestammten Rechtsaußen-Position in die offensive Mitte gerückt war, war in dieser Phase des Spiels der auffälligste Kicker auf dem Platz. Er hätte bereits in der 60. Minute den Anschlusstreffer markieren können. Nach einer Ecke hämmerte er das Leder aus der zweiten Reihe aufs Tor und verzog denkbar knapp, Auch in der 81. Minute traf er beim nächsten versuchten Abschluss wieder nicht genau und verzog etwas.

Osnabrück bleibt durch den glücklichen Auswärtssieg Tabellenführer und empfängt am nächsten Spieltag in einem Spitzenspiel Uerdingen. Die Eintracht aus Braunschweig hält durch die ärgerliche Niederlage weiterhin das Schlusslicht der Tabelle und hat etwas an Boden verloren auf den ersten Nichtabstiegsplatz. Im dritten Spiel von Trainer Schubert geht es am nächsten Spieltag nach Großaspach, um dort diesmal verlorene Punkte zurückzuholen.

Aufstellung Eintracht Braunschweig:

Kruse – Nkansah (84. Becker), Burmeister, Valsvik, Kijewski – Fürstner (83. Fejzullahu) – Sauerland, Bulut, Thorsen, Putaro (71. Janzer) – Hofmann

Aufstellung VfL Osnabrück:

Körber – Renneke, Trapp,Susac , Agu – Tafferstofer, Blacha – Heider (86. Schiller), Ouahim (46. Danneberg), Pulido (73. Tigges) – Alvarez