Eintracht Braunschweig erreicht daheim glücklich nur ein Remis im Spitzenspiel gegen 10 „kleine Bayern“

Eintracht Braunschweig erreicht daheim glücklich nur ein Remis im Spitzenspiel gegen 10 „kleine Bayern“
Eintracht Braunschweig Wappen
(von unserem Autor Juro)

Eintracht Braunschweig, nach zwei siegreich gestalteten Spielen im Re-Start der 3. Liga, konnte an diesem Spieltag der 3. Liga nicht richtig nach oben klettern. Im Spitzenspiel im Eintracht-Stadion vor der ungewohnten Geister-Kulisse reichte es gegen die in der Tabelle punktgleiche zweite Mannschaft von Bayern München nur zu einem schmeichelhaften 1:1-Unetschieden. Denn die „kleinen Bayern“ dezimierten sich durch eine gelb-rote Karte schon früh selbst und erspielten sich trotzdem in der Partie ein Chancen-Plus! Trotzdem bleiben die Münchner, die als Reserve-Team nicht in die zweite Bundesliga aufsteigen dürfen, weiterhin das erfolgreichste Team der Rückrunde.

Eintracht Braunschweigs Trainer Antwerpen brachte gegen die Bayern die Formation des letzten überzeugenden Heimspiels gegen Viktoria Köln auf den Platz. Gegenüber der Köln-Partie (im Auswärtsspiel in Halle hatte fast eine gesamte andere Mannschaft gespielt!) stand für den verletzten Stamm-Keeper Fejzic diesmal Ersatztorwart Engelhardt zwischen den Pfosten und Youngster Otto ersetzte Bär auf der rechten offensiven Außenposition. Bayern-Coach Höneß wechselte sechs Spieler gegenüber dem Spiel vor wenigen Tagen gegen Münster. Singh, Stiller, Yilmaz, Kern, Köhn und Torwart Früchtl wurden nicht aufgeboten. Dafür rückte Hoffmann ins Tor, vor ihm starteten Welzmüller, Stanisic, Zaiser, Will und Jeong.

Starteten die Braunschweiger von Anfang an mit viel Einsatz, kauften die Bayern mit immer besser laufendem Kombinationsspiel den Löwen bald den Schneid ab und demotivierten den BTSV mit gelungenem Spiel über die Außen und einem frühen Führungstor (09. Spielminute). Dabei schickte Will mit einem langen Pass auf links Jeong auf die Reise, der sich in den Braunschweiger Strafraum durchspielte und den Ball in die Mitte servierte. Dort rutschte Arp in den Fünfer und zirkelte den Ball unhaltbar für Engelhardt mittig in die Maschen des Tores zum 0:1. Allerdings verletzte sich Arp bei dieser gelungenen Aktion und musste wenig später bereits verletzt vom Platz gehen.

Wie schon gegen Köln war das Führungstor des Gegners aber kein Schock für die Blau-Gelben und wirkte als Wachmacher. Fast schon im Gegenzug spielte sich BTSV-Linksaußen Bürger ähnlich wie Jeong zuvor in den Münchner Strafraum und wurde von Stanisic nur durch ein Foul am Abschluss gehindert. Trotz Proteste der Münchner pfiff der Schiedsrichter Elfmeter. Verursacher Stanisic beschwerte sich dabei zu engagiert und wiederholt. Dafür bekam er nach gelber Karte den roten Karton hinterher und musste den Platz verlassen. Eintrachts Standardspezialist Kobylanski ließ sich die Chance auf seinen 11. Saisontreffer nicht entgehen und verwandelte zum Ausgleich.

Das Spiel wurde jetzt nickliger und lautstärker. Dabei taten sich auch beide Trainer mit lautstarken Rufen und Beschimpfungen hervor, die vom Schiedsrichterteam mehrfach ermahnt werden mussten. Später gab es dann noch die gelbe Karte für Bayerns Coach. Das Spiel wurde kombinationsärmer, da die Bayern in Unterzahl nun mehr Wert auf defensives Sicherheitsspiel legten und Braunschweig mit einem Spieler mehr keine zielführende Dominanz entwickeln konnte. Bei den Bayern zeigten sich in dieser Phase Jeong und Wriedt sehr auffällig. In der 20. Minute kam BTSV-Innenverteidiger Burmeister gegen Jeong links am Strafraum zu spät. Doch Engelhardt konnte im letzten Moment klären. In der 42. Minute wurde Braunschweigs Rechtsverteidiger Goden dann von Will beim Durchlauf im Bayern-Strafraum auf Hoffmanns Tor nur noch durch ein Foul gehindert. Aber trotz Braunschweiger Protesten zeigte der Schiedsrichter diesmal nicht auf den Punkt. Es blieb zur Pause beim 1:1-Unentschieden

Braunschweig versuchte in der zweiten Halbzeit noch intensiver, offensiv vor das Tor der Bayern zu gelangen. Die 7. Minute hatte es dann in sich! Kijewski spielte für die Löwen einen gut getimten Ball auf den eingewechselten Stürmer Bär, der aber im Bayern-Keeper Hoffmann seinen Meister fand. Im Gegenzug konnte sich allerdings auch sein Gegenüber Engelhardt auszeichnen, der im letzten Moment vor dem zum Einschuss bereiten Wriedt klärte.

Trainer Antwerpen hatte in diesem Spiel bereits in der Halbzeit gewechselt, um auf das Spiel der in Unterzahl agierenden Münchner offensiver zu agieren. Für den in Halbzeit 1 unauffällig spielenden rechten Außenverteidiger Goden kam der quirlige Bär ins Spiel. Den sichtlich kraftlosen Mittelstürmer Pourie, der bisher in allen Partien mitgewirkt hatte, ersetzte der Löwen-Coach durch Ademi.

Die 47. Minute hatte es dann in sich! Kijewski spielte für die Löwen einen gut getimten Ball auf den eingewechselten Stürmer Bär, der aber im Bayern-Keeper Hoffmann seinen Meister fand. Im Gegenzug konnte sich allerdings auch sein Gegenüber Engelhardt auszeichnen, der im letzten Moment vor dem einschussbereiten Wriedt klärte.

Die Münchner, die bessere Kombinationen spielten als der Gastgeber und die Unterzahl durch hohe Laufbereitschaft und starkes Pressing kompensierten, wirkten weiterhin immer sehr gefährlich. In der 66. Minute resultierte dies in einem feinen Zuspiel im Strafraum auf Goalgetter Wriedt, der nur den rechten Pfosten des BTSV-Tores traf. Der Ball sprang zurück ins Feld, traf aber den am Boden liegenden und schon geschlagenen Löwen-Keeper Engelhardt im Rücken. Der sicherte das Leder vor dem ihn anlaufenden Bayern-Angriff.

Braunschweigs letzte Chance auf einen Siegtreffer vergab dann Nachwuchsspieler Otto, der einen Kopfball in den rechten Winkel bringen wollte. Doch er scheiterte an Keeper Hoffmann. Den Assist von Linksaußen hatte Bär besorgt.

Nachdem Trainer Höneß seinen diesmal wenig auffällig spielenden Spielmacher Battista-Meyer vom Platz geholt hatte, der sehr erschöpft wirkte, eröffnete der Einwechselspieler Musiala in der 83. Spielminute mit feinem Pass dem schnellen Jeong freies Feld vor Braunschweigs Tor. Dessen Schuss entschärfte Löwen-Keeper Engelhardt aber mit schönem Einsatz.

Die letzte große Chance des Spiels auf einen alles entscheidenden Siegtreffer hatte dann in der 88. Spielminute wieder Bayerns bester und auffälligster Spieler Jeong. Der kam mit feinem Trick im Strafraum erneut zu einem brandgefährlichen Abschluss. Allerdings konnte er mit einem versuchten Lupfer über Engelhardt keinen Erfolg erzielen. Auch in der Nachspielzeit mit drei Minuten Bonus konnte keines der beiden Teams noch etwas Entscheidendes bewegen und stehen weiter gemeinsam punktgleich direkt hinter der Tabellenspitze. Allerdings sah ganz zum Schluss des Spiels mit Innenverteidiger Burmeister auch noch ein Löwe die rote Karte, nachdem er sich zu rustikal gegen einen Bayern-Spieler eingesetzt hatte.

Eintracht Braunschweig muss nun in der Wochenmitte zu einem weiteren Spitzenspiel nach München reisen, um auswärts gegen den Wettbewerber aus Unterhaching anzutreten. Für die Löwen ist das im Aufstiegsrennen das nächste „6-Punkte“-Spiel, um in der Tabelle die Konkurrenz auf Abstand zu halten. Die Bayern haben zwar das ersten Mal seit längerer Zeit nicht gewonnen, möchten aber im nächsten Heimspiel gegen wieder siegreich sein. Zeigt das Höneß-Team dann die Form des heutigen Spiels, sind die Aussichten auf einen Erfolg dafür sehr gut!

Aufstellung Eintracht Braunschweig:

Engelhardt – Goden (46. Bär), Kessel, Burmeister, Kijewski – Nehrig (73. Pfitzner), Kammerbauer – Putaro (81. Feigenspan), Kobylanski (78. Feigenspan), Bürger (61. Putaro) – Pourié (46. Ademi)

Bayern München 2:

Hoffmann- Stanisic,Feldhahn, Richards, Will – Jeong, Zaiser, Welzmüller – Batista-Meyer (73. Musiala) – Wriedt (90.+2 Kern), Arp (29. Waidner)

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