DFL bangt um Gelder aus Vip-Logen-Geschäft

DFL bangt um Gelder aus Vip-Logen-Geschäft
DFL bangt um Gelder aus Vip-Logen-Geschäft
Der Präsident der Deutschen Fußball Liga GmbH (DFL), Werner Hackmann.

Hamburg (dpa) – Die Fußball-Bundesliga bangt um Millionen-Einnahmen aus dem Geschäft mit VIP-Logen, und hofft auf mehr Planungssicherheit für die Zukunft.

«Es muss eine langfristige und einheitliche Regelung geben. Die muss Steuerbefreiung heißen», sagte Werner Hackmann, Präsident der Deutschen Fußball Liga (DFL). Er bestätigte, dass die DFL und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wegen der steuerlichen Behandlung der exklusiven Plätze in Stadien auch vor dem Hintergrund der Weltmeisterschaft 2006 seit über einem Jahr mit dem Bundesfinanzministerium verhandeln.

Die Unklarheit über die Abzugsfähigkeit der Logen war wieder zu Sprache gekommen. Wie das «Hamburger Abendblatt» berichtete, hat erstmals das Finanzamt für Großunternehmen in Hamburg die volle steuerliche Abzugsfähigkeit von VIP-Räumen als Betriebskosten aberkannt. Mehreren Unternehmen, die in der AOL-Arena, dem Stadion des Bundesligisten Hamburger SV, solche Logen nutzen, drohen laut dem Bericht Nachzahlungen von mehr als 100 000 Euro. Dadurch würde es für die Bundesligisten schwieriger, die Plätze zu verkaufen, die ihnen insgesamt rund 75 Millionen Euro jährlich bringen.

«Der konkrete Sachverhalt ist uns nicht bekannt», sagte der bei der DFL für Finanzen zuständige Geschäftsführer Christian Müller. «Aber wir nehmen die Sache sehr ernst, weil es uns ein Anliegen ist, dass Fußball für jedermann erschwinglich bleibt. Und dafür ist gerade in den neuen Stadien die Vermarktbarkeit von Logen und Hospitality-Bereichen unerlässlich.»

Mit Blick auf die für die Weltmeisterschaft 2006 modernisierten oder neu gebauten Fußball-Arenen wird mit Einnahmen aus diesem Bereich kalkuliert. «Für die WM kann das ein Problem werden», erklärte auch Rene C. Jäggi, Vorstandsvorsitzender des 1. FC Kaiserslautern. Für den FCK mit seinen zwölf Logen sei es kein Problem, dagegen umso mehr für Clubs, die sehr viele solche Plätze haben.

Laut Bernd Hoffmann, Vorstandsvorsitzender des Hamburger SV, ist diese Argumentation Jäggis «ein bisschen kurz gedacht». «Es muss Planungssicherheit her, und wir brauchen eine bundesweite Regelung», sagte Hoffmann. «Das ist ein Thema für die Spitzen von DFL und DFB und ganz entscheidend für die Weltmeisterschaft.»

Die von Hoffmann geforderte einheitliche Regelung gibt es noch nicht. «Die Finanzämter entscheiden nach Prüfung des jeweiligen Sachverhalts über den Umfang der steuerlichen Abzugsfähigkeit in eigener Kompetenz», sagte Simon Menzel, Sprecher der Hamburger Finanzbehörde. Grundlage dafür sei ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums. Hamburg habe allerdings schon seit längerem bemängelt, «dass dieses Schreiben zu allgemein ist». Zum konkreten Sachverhalt äußerte er sich «wegen des Steuergeheimnisses» nicht.

Der Hamburger Finanzsenator Wolfgang Peiner (CDU) will das Thema bei der nächsten Finanzministerkonferenz ansprechen. Es sei «gerade im Hinblick auf die Fußballweltmeisterschaft 2006 für Investoren der Arenen und Mieter der Logen wichtig, zu einer klaren Regelung zu kommen», sagte Peiner. Laut Hoffmann muss diese schnell gefunden werden: «Es ist Bedarf einer Regelung auf höchster Ebene und zwar zeitnah, damit keine Verunsicherung eintritt.» Nach Ansicht von Volker Okun, sportpolitischer Sprecher der Hamburger CDU, hat der Fall «bundesweiten Pilot-Charakter». Er könne zu einem «Arenen-Crash in ganz Deutschland» führen.

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