Schwitzen in Südtirol: «Mehr Power» für den 1. FC Nürnberg

Schwitzen in Südtirol: «Mehr Power» für den 1. FC Nürnberg
Bildhinweis: Lässt seine Spieler in Süüdtirol kräftig schwitzen: Club-Coach Michael Koellner (2vl). Photo: Timm Schamberger Foto: Timm Schamberger

Natz-Schabs (dpa) – Äpfel. Überall Äpfel. Mehr als 900.000 Bäume sind in den Obstwiesen von Natz-Schabs gepflanzt. Und der 1. FC Nürnberg ist im Eisacktal in Südtirol mittendrin. Für Trainer Michael Köllner ist dieser Ort ein gutes Omen.

Im vergangenen Sommer absolvierte er mit dem «Club» in Natz bei Brixen ein Trainingslager – am Ende der Saison schafften die Franken die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga. Noch mal aufzusteigen funktioniert jetzt natürlich nicht. Dafür will sich der FCN in der deutschen Eliteklasse halten.

Mit dem Fahrrad geht es vom Hotel, das über einen privaten Natursee verfügt, zum rund zwei Kilometer entfernten Trainingsgelände. Zweimal täglich auf dem Rasen fordert Köllner seine Mannschaft, die in der abgelaufenen Saison hinter Fortuna Düsseldorf direkt aufstieg. «Ich war letztes Jahr kein angenehmer Trainer für die Spieler, was die Trainingsarbeit betrifft», sagt der «Club»-Coach und meint damit: In diesem Jahr bin ich es erst recht nicht.

An diesem schwülen Morgen hat die eine Hälfte der Spieler ein Geschirr mit Schultergurt anbekommen und zieht zur Verbesserung der Schnellkraft einen mit Gewicht belasteten Sprintschlitten hinter sich her. Die andere Hälfte der Spieler übt unter Aufsicht von Köllner schnelles Umschalten. Nach Eroberung des Balles muss attackiert und innerhalb weniger Sekunden abgeschlossen werden. «Adam, zeig dich», ruft Fabian Adelmann, seit diesem Sommer zweiter Assistenztrainer, Stürmer Adam Zrelak zu.

Auf einer kleinen Anhöhe auf dem Gelände des ASV Natz mit bestem Blick auf Apfelbäume, Berge und die Spieler des 1. FC Nürnberg haben es sich längst einige Fans gemütlich gemacht. Rund 80 sind schon morgens da, manche haben auch schon ihr erstes Bierchen geöffnet. «Wir fühlen uns hier richtig wohl», sagt Manager Andreas Bornemann über die Bedingungen für die Nürnberger Profis. So manchem Fan dürfte er damit aus der Seele sprechen.

Idyllisch ist hier nicht alles. Dass Verteidiger Ewerton wegen einer Verletzung des rechten Sprunggelenks mehrere Wochen fehlt, trübt die Laune der Franken empfindlich. «Die Alternativen sind gegeben, wir haben Vertrauen in die bestehende Mannschaft», versichert Bornemann. Gerade einmal sechs neue Spieler hat er verpflichtet, darunter Talente wie Timothy Tillman und Törles Knöll. Beide waren in der vergangenen Saison in der Regionalliga aktiv.

Nur rund vier Millionen Euro soll der klamme «Club» noch für neue Spieler zur Verfügung haben. «Der Markt gibt uns im Moment nicht so wahnsinnig viel Spielraum. Man hat das Gefühl, dass die Preise ein Stück weit in Sphären unterwegs sind, die es uns schwer machen zu agieren», sagt Bornemann, der vor allem auf den offensiven Außenbahnen Verstärkungen sucht. Spätestens zum Ende der Transferperiode will er noch mal zuschlagen.

Bornemann muss abwarten, Köllner muss Gas geben. «Wir werden mehr Futter, mehr Power brauchen», sagt der Nürnberger Coach über einen Schwerpunkt der Vorbereitung. «Das muss ein Pfund sein: Du musst eine Mannschaft auch mal hintenraus in Grund und Boden laufen können.» In der Bundesliga werde es wichtig, in der Schlussphase auch mal «ein Paar Prozent mehr auf den Platz als der Gegner» zu bringen.

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