SC Freiburg in «kritischer Phase»

SC Freiburg in «kritischer Phase»
SC Freiburg in «kritischer Phase»
Der Freiburger Trainer Volker Finke gestikuliert am Spielfeldrand.

Freiburg (dpa) – Der SC Freiburg rutscht immer tiefer in den Abstiegsstrudel der Fußball-Bundesliga und einige Fans gehen bereits auf die Barrikaden.

«Jetzt müssen wir zu Hause unbedingt wieder punkten und an unsere guten Spiele im Dreisamstadion anknüpfen», sagt Abwehrspieler Sascha Riether vor der so wichtigen Partie gegen Hannover 96. Trainer Volker Finke fordert: «In dieser kritischen Phase müssen wir noch enger zusammenrücken.» Obwohl die Zukunft zahlreicher Spieler beim Tabellenelften offen ist, liegen die Verhandlungen angesichts der prekären Situation auf Eis.

«Es wird keinen Schnitt geben. Wir haben eine Mannschaft mit Perspektive, in der es viele Profis gibt, die noch lange spielen können», gibt sich Manager Andreas Bornemann optimistisch. Zudem seien alle Schlüsselspieler noch an den Verein gebunden. So steht der vom Hamburger SV und VfB Stuttgart umworbene Zlatan Bajramovic noch bis 2005 unter Vertrag. Seine Verletzungsprobleme verlangen in Kürze ohnehin eine Operationspause, womit der Bosnier vom Präsentierteller verschwunden wäre. «Ich werde an beiden Leisten operiert. Das könnte schon nach dem Hannover-Spiel sein», meint Bajramovic.

Der Mittelfeldspieler zeigte übrigens wenig Verständnis dafür, dass eine Gruppe von SC-Fans die eigene Mannschaft nach dem 0:3 in Frankfurt als «Absteiger» verhöhnte. Hingegen konnte Torwart Julian Reinhard nachvollziehen, dass die Anhänger sauer sind, «wenn wir auswärts so schlecht spielen».

Zurückhaltend zeigen sich die Verantwortlichen bei Stammtorhüter Richard Golz, der seit Monaten mit Rückenproblemen zu kämpfen hat. «Ein Torwart braucht – egal wie gut sein Leistungspotenzial ist – nun mal seine regelmäßigen Trainingseinheiten», betonte Finke, der dem 35 Jahre alten Kapitän damit keinen Freifahrtschein erteilt.

Als beschlossene Sache gilt, dass Routinier Andreas Zeyer (35) nach rund 350 Profispielen Schluss macht. «Es gibt eine Tendenz, die ich aber erst nach Ende der Saison verkünden möchte», sagt der diplomierte Betriebswirt, der in den elterlichen Betrieb nach Ulm zurückkehren wird. Wechselwillig zeigen sich Alexander Iaschwili und Tobias Willi. «Natürlich macht man sich Gedanken, wenn man lange nicht spielt», so Willi. Iaschwili hat kürzlich zwar bis 2007 verlängert – jedoch mit der Klausel, bei einer festgeschriebenen Ablöse zu einem international spielenden Verein wechseln zu können.

Mit Neuverpflichtungen will Freiburg nach Angaben Bornemanns bis zum Sommer warten. Ein Stürmerplatz dürfte in jedem Fall frei werden – der von Bankdrücker Rolf-Christel Guie-Mien. «Ich überlege, was ich mache», sagt der Kongolese und Ex-Frankfurter, der in zwei Jahren einen deutschen Pass erhalten wird und gerne in Deutschland bleiben würde. An den SC ist er noch bis zum nächsten Jahr gebunden, der Verein hat darüber hinaus sogar eine Option auf ihn.

Schreibe einen Kommentar