Sammer: «Ich versuche, die Arbeit von Felix Magath fortzusetzen»

Sammer: «Ich versuche, die Arbeit von Felix Magath fortzusetzen»
Sammer: «Ich versuche, die Arbeit von Felix Magath fortzusetzen»
Matthias Sammer präsentiert sich in Stuttgart als neuer Trainer.

Sie haben von 1990 bis 1992 beim VfB gespielt und wurden dort auch Deutscher Meister. Was bedeutet Ihnen die Rückkehr?

Sammer: «Ich konnte mir nie vorstellen, von Dresden wegzugehen, kam mit dem Auto hier an in einem persönlich sehr schwerem Zustand. Das war am Anfang nicht leicht, aber am Ende war es noch schwerer, hier wegzugehen, weil, so richtig wollte ich nicht hier weg. Ich versuche, die Arbeit von Felix Magath fortzusetzen. Ich freue mich auf diese tolle Aufgabe und möchte die Erwartungen erfüllen. Die Perspektive ist da: Ein junges hungriges Team mit älteren Leitwölfen.»

Mit welchen Gefühlen scheiden Sie aus Dortmund?

Sammer: «Mein Dank gilt Borussia Dortmund, ich habe vier Jahre recht gut gearbeitet. Natürlich kann man mit Platz sechs zum Abschluss nicht zufrieden sein. Aber ich muss der Mannschaft ein Kompliment machen, die in einer unglaublichen Situation, wo es tausend Alibis gab, zusammengehalten hat. Jeder Spieler, der drei Mal den Ball hochhalten konnte, ist wegen der finanziellen Situation mit einem anderen Verein in Verbindung gebracht worden.»

Wie groß sind Ihre finanziellen Einbußen beim VfB im Vergleich zu zu den Bezügen in Dortmund, die etwa 3,5 Millionen Euro jährlich betragen haben sollen?

Sammer: «Über Zahlen brauchen wir nicht zu reden. Ich habe in Dortmund im Jahr 2000 einen Vertrag unterschrieben, als es dem Fußball noch besser ging. Ich hatte dem Verein schon eine Zusage gegeben, für nächstes Jahr auf 40 Prozent meines Gehalts zu verzichten. Der Vertrag in Dortmund ist zum 30. Juni ohne zusätzliche Zahlung beendet worden. Ich unterschreibe in Stuttgart einen Vertrag zu Konditionen, die heute realistisch sind. Der Vorwurf, dass ein Rauswurf in Dortmund am Geld scheiten könnte, das war für mich ein bisschen eine persönliche Beleidigung, weil ich immer eine andere Philosophie vertreten habe.»

Wie sehen Sie als neuer Trainer, die Chance, dass Abwehrchef Marcelo Bordon noch ein Jahr in Stuttgart bleibt, bevor er nach Schalke wechselt?

Sammer: «Wir haben leider sehr, sehr spät Gespräche miteinander aufnehmen können, so dass zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts klar ist. Aber ich denke, dass der VfB in der Vergangenheit bewiesen hat, dass er auf Negatives reagieren kann. Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen, und wir würden versuchen, im negativen Fall zu reagieren.»

Aufgezeichnet von Marc Zeilhofer, dpa

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