Rückschlag für U21: Olympia in weiter Ferne

Rückschlag für U21: Olympia in weiter Ferne
Rückschlag für U21: Olympia in weiter Ferne
Kampf um den Ball in Thessaloniki.

Thessaloniki (dpa) – Ausgerechnet im Land der fünf Ringe ist der Traum von Olympia für den deutschen Fußball nach der Pleite gegen Griechenland wieder bitterer Realität gewichen.

Statt sich Zuversicht und Selbstbewusstsein für die in vier Wochen beginnende Europameisterschaft zu holen, bei der drei europäische Tickets nach Athen vergeben werden, herrschte bei der U21-Auswahl des DFB nach dem katastrophalen 1:2 (0:1) gegen Gastgeber Griechenland nur Ratlosigkeit und Verunsicherung. «So sind wir bei der EM ganz schnell draußen», wetterte ein geschockter Uli Stielike, der von seinen Spielern noch nach Mitternacht in Thessaloniki eine Trotzreaktion einforderte: «Wir müssen uns um 180 Grad wenden.»

Trainer Stielike wähnte seine Talente nach der harten Playoff-Qualifikation gegen die Türkei, fünf Spielen ohne Niederlage und einem beachtlichen 2:2 gegen die A-Nationalelf Georgiens schon weiter. Jetzt will der 49-Jährige sogar noch einmal seinen eigentlich schon feststehenden EM-Kader überdenken, den er am 17. Mai bekannt machen wird. «Wenn man so schlecht spielt und eine solche Menge Fehlpässe produziert, verliert man normalerweise 0:3 oder 0:4», sagte Stielike nach dem Rückschlag zur völlig falschen Zeit. Für die EM-Endrunde im eigenen Land vom 27. Mai bis 2. Juni setzt der DFB eigentlich auf einen Euphorie-Schub und volle Stadien.

Eine Chance, dies zu erreichen, ist verspielt. Kapitän Hanno Balitsch wies zudem auf ein Hauptproblem hin: «Für die Mannschaft ist es kaum möglich, dieses Spiel aufzuarbeiten. Jeder muss sich selbst analysieren und die Fehler abstellen», forderte der Leverkusener. In Thessaloniki stimmte nichts, schon mit dem 0:1 nach 35 Sekunden war eigentlich alles vorbei.

Die Innenverteidigung entlarvte sich als Unsicherheits-Gebiet, das Mittelfeld bekam das Spiel trotz der Veranlagungen von Balitsch, Thomas Hitzlsperger und Bastian Schweinsteiger nicht in den Griff. Und das Experiment mit drei Stürmern ging völlig in die Hose. «Ich kann nur hoffen, dass wir nur einen rabenschwarzen Tag hatten und auf die misslungene Generalprobe eine erfolgreiche Premiere folgt», meinte der Trainer.

Einige der Probleme gegen die griechische Olympia-Mannschaft waren allerdings auch hausgemacht. Angesichts des Saison-Zeitpunktes nahm Stielike schon bei der Aufstellung und den genau festgelegten Einsatz-Zeiten für jeden Spieler Rücksicht auf die Interessen der Vereine. Davon wich der Trainer auch nicht ab, als ein Desaster drohte: «Ich habe die Auswechslungen nicht getätigt, um das Spiel herum zu reißen. Mir war wichtig, keinen Spieler zu verlieren.»

Genau so trat dann auch das Gros der Jungprofis auf. «Es geht doch nicht, dass man Angst hat, in die Zweikämpfe zu gehen, weil in der Meisterschaft jetzt vier entscheidende Spiele folgen», meinte Last- Minute-Torschütze Christian Tiffert verärgert. Jetzt müssen alle um ihren großen Olympia-Traum noch härter kämpfen.

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