Randale nach Bayern-Derby

Regensburg (dpa) – Nach der 1:2-Niederlage des 1. FC Nürnberg im Derby der 2. Fußball-Bundesliga gegen Jahn Regensburg ist es in Regensburg zu Ausschreitungen gekommen. Vier Polizisten und eine unbekannte Zahl von Fans wurden verletzt.

Nach Polizeiangaben griffen mehrere hundert, teils vermummte Nürnberger Anhänger nach dem Schlusspfiff die Einsatzkräfte an und warfen mit Flaschen, Steinen und anderen Gegenständen. Daraufhin ging die Polizei mit Schlagstöcken gegen die Randalierer vor. 21 Personen wurden vorläufig festgenommen.

Martin Haltermann, Sprecher des 1. FC Nürnberg, meinte auf Anfrage: «Das hat unter dem Namen 1. FCN nichts zu suchen. Das hat mit Fußball nichts zu tun. Wenn das von Fans des 1. FC Nürnberg ausging, verurteilen wir das.» Man untersuche derzeit die Ursachen der Ausschreitungen. «Es scheint, dass die örtlichen Ordnungskräfte überfordert waren», so der Sprecher. Auch die Organisation im mit 11 019 Zuschauern ausverkauften Jahn-Stadion sei «nicht glücklich» gewesen. «Einige Stehplatzblöcke waren sehr voll, einige Zugangswege waren absolut verstopft», sagte der FCN-Sprecher. Daher hätten viele Fans durch den Innenraum zu anderen Plätzen geführt werden müssen.

Nach Polizeiangaben wurden die Randalierer im Laufe der Nacht wieder freigelassen. Gegen sie würden Strafverfahren eingeleitet, unter anderem wegen Sachbeschädigung, Beleidigung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und schwerer Körperverletzung.

Die Randale setzten sich auch auf einem Autobahnparkplatz der A 3 (Nürnberg-Würzburg) bei Altdorf fort. Mehrere «Club»-Anhänger gingen mit Flaschen und Stangen bewaffnet auf das Auto eines 35-jährigen Hessen los, der sich dort zum Schlafen gelegt hatte. Als dieser in Panik versuchte davonzufahren, wurden er und drei Männer im Alter von 17, 20 und 32 Jahren verletzt. Der 35-Jährige konnte sich in einen nahe stehenden Lastwagen retten. Sieben Personen wurden festgenommen.

Auch im Vorfeld der Partie war es trotz großen Polizei-Aufgebots zu Auseinandersetzungen gekommen, die aber glimpflich abgingen. Der entstandene Sachschaden beläuft sich auf mehrere tausend Euro.

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