Ohne Wörns und Rahn nach Rumänien

Ohne Wörns und Rahn nach Rumänien
Ohne Wörns und Rahn nach Rumänien
Der Hamburger Christian Rahn wird von Physiotherapeut Hermann Rieger behandelt.

Neu-Isenburg (dpa) – Ohne die verletzten Christian Wörns und Christian Rahn muss die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in Rumänien antreten. Doch die beiden Absagen nahm DFB-Teamchef Rudi Völler bei der Zusammenkunft angesichts etlicher positiver Nachrichten gelassen hin.

Der über Wadenprobleme klagende Michael Ballack erhielt nach einer Untersuchung bei DFB-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt grünes Licht für einen Einsatz in Bukarest, und auch in der großen Problemzone Angriff gab es am Wochenende die von Völler erhofften positiven Signale.

Der Stuttgarter Kevin Kuranyi hielt trotz eingerissenem Meniskus 90 Minuten lang durch, und Fredi Bobic beendete bei seinem Comeback in der Startelf von Hertha BSC gar seine 530 Minuten dauernde Torflaute. «Ich habe ihm dieses Tor gegönnt, das tut ihm gut», kommentierte Völler den Befreiungsschlag des 32-Jährigen, der beim Berliner 3:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern an allen Toren beteiligt war und nun auch in Bukarest zur ersten Elf gehören dürfte. Da sich auch Kuranyi einsatzbereit meldete, stand für Völler die kurzfristige Berufung des 18 Jahre alten Kölners Lukas Podolski nicht zur Debatte.

«Es ist in der Endphase der Meisterschaft normal, dass Spieler ausfallen. Da können wir mal etwas anderes ausprobieren», kommentierte Völler die Absagen von Rahn und Wörns, die sich in ihren Bundesligaspielen verletzt hatten. «Den Mittwoch muss ich knicken. Eineinhalb Zentimeter der Muskulatur am Beckenrand haben sich gelöst», schilderte der Dortmunder Verteidiger Wörns die Folgen eines Zusammenpralls mit Bayer Leverkusens Torhüter Jörg Butt.

Der Hamburger Mittelfeldspieler Rahn erlitt beim 4:2-Sieg seines Clubs über den 1. FC Köln einen Muskelfaserriss im Oberschenkel. «Es ist schon der dritte Faserriss in dieser Saison. Das nervt gewaltig», sagte der 24-Jährige. Dagegen kann Völler auf den Dortmunder Torsten Frings zählen, der nach zweiwöchiger Verletzungspause wegen eines Muskelfaserrisses in der Wade 79 Minuten lang durchhielt.

«Für uns ist es wichtig, dass wir bis zur EM alle Spiele gewinnen, um uns Selbstvertrauen zu holen. Und um mit der Überzeugung nach Portugal zu reisen, dass wir ein großes Turnier spielen können», sagte Kapitän Oliver Kahn vor dem dritten Länderspiel des Jahres. Da der Torhüter des FC Bayern vor einem Monat beim 3:0-Sieg gegen Belgien eine schöpferische Pause eingelegt hatte, kommt es im Trainingsquartier in Neu-Isenburg erstmals seit den persönlichen Angriffen von Jens Lehmann («Ich habe keine 24-jährige Freundin») zum Wiedersehen mit dem Torwart-Rivalen.

«Ich werde mir ganz formlos Olli und Jens schnappen. Bei Kaffee und Kuchen werden wir die alten Sachen aus der Welt schaffen. Dann ist dieses Thema endgültig erledigt», kündigte Völler an. Kahn indes steht einem Friedensgipfel skeptisch gegenüber. «Ich weiß nicht, ob so ein Gespräch überhaupt noch nötig ist, denn ich glaube, dass der Jens und ich wissen, worum es geht», sagte der 34-Jährige in einem Interview mit der «Welt am Sonntag», allerdings werde er sich nicht gegen den Dialog sperren: «Wenn Rudi Völler meint, dass ein Gespräch fruchtbar und nötig ist, dann habe ich damit kein Problem.»

Schreibe einen Kommentar