Nürnberg souverän – Berlin und Osnabrück vor dem Aus

Nürnberg souverän – Berlin und Osnabrück vor dem Aus
Nürnberg souverän - Berlin und Osnabrück vor dem Aus
Der Trainer des 1. FC Nürnberg Wolfgang Wolf im Oktober 2003.

München (dpa) – Der 1. FC Nürnberg hat im Endspurt um den Bundesliga-Aufstieg seine Führungsrolle behauptet und im Kampf um den Klassenverbleib eine Vorentscheidung herbeigeführt.

Dank der slowakischen Torjäger Marek Mintal mit dem 700. Treffer dieser Saison und Robert Vittek verteidigte der «Club» mit dem 5:3-Sieg beim FC Union Berlin am 29. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga die Tabellenführung. Die «Eisernen» sind nach fünf Niederlagen in Serie kaum noch zu retten, doch Trainer Aleksander Ristic denkt nicht ans Aufgeben. «Ich glaube weiter an den Klassenerhalt», sagte der Bosnier.

«Mit den drei Punkten können wir gut leben. Aber wenn man so spielt wie wir in der zweiten Halbzeit, ist der Aufstieg noch weit weg», kritisierte Nürnbergs-Trainer Wolfgang Wolf, dessen Team in einer spannenden Partie eine 3:1-Pausenführung fast verspielt hätte, «in Zukunft nehme ich Herztropfen mit. In der zweiten Hälfte waren wir zu sorglos, haben den Faden verloren und Union aufgebaut.»

Im Rennen gegen den Abstieg hat sich für die SpVgg Greuther Fürth, die den FSV Mainz 05 mit 3:1 bezwang, und den MSV Duisburg die Lage entspannt. Die «Zebras» besiegten Wacker Burghausen dank des späten Treffers von Alexander Bugera (85.) und brachten die seit acht Spielen sieglosen Oberbayern in höchste Abstiegsnot. Auch die SpVgg Unterhaching und LR Ahlen müssen nach ihrem torlosen Duell weiter zittern. Der VfL Osnabrück, dessen Profis bis Saisonende eine Gehaltskürzung von dreißig Prozent hinnehmen müssen, hat nach dem 0:0 bei Eintracht Trier wohl seine letzte Chance auf den Klassenverbleib verspielt.

Während Arminia Bielefeld mit einem Sieg im Spitzenspiel gegen Alemannia Aachen den alten Ein- Punkte-Abstand auf Nürnberg wiederherstellen kann, haben Rot-Weiß Oberhausen (1:1 in Regensburg) und Energie Cottbus den Kontakt zu Platz eins vorerst verloren. «Das ist Fußball-Hilfsschule», kritisierte Energie-Trainer Eduard Geyer nach dem 0:1 gegen Erzgebirge Aue das Abwehrverhalten seiner Mannschaft, «unsere Lage ist jetzt noch bedrohlicher geworden. Wir müssen uns steigern, um doch noch die Kurve zu kriegen.»

Nach zwei Auswärts-Niederlagen in Serie präsentierte sich der 1. FC Nürnberg auch auf fremden Platz wieder in Erstliga-Form, hätte aber fast drei Punkte leichtfertig verspielt. Nach den Toren von Tony Sanneh (26. Minute), Robert Vittek (40.) und Marek Mintal (45./+1) schien die Partie an der «Alten Försterei» schon vor der Halbzeitpause so gut wie entschieden. Doch die Berliner, die in der ersten Halbzeit durch Florian Bruns (49.) trafen, machten es durch David Siradze (72.) und Steffen Baumgart (75.) wieder spannend.

Mit seinem 17. Saisontreffer erlösten Mintal (81.) und Vittek (86.) die Franken. Für Union bleibt nach fünf Pleiten hintereinander die bittere Erkenntnis, dass die Mannschaft seit dem Trainertausch zwischen Mirko Votava und Ristic keinen einzigen Punkt geholt hat. Für die Fürth ist das rettende Ufer wieder in Reichweite gerückt. Nach dem Eigentor der Mainzer durch Tamas Bodog (34.), der nach 71 Minuten wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot sah, machten Sascha Rösler (43.) und Markus Feinbier (73.) Fürths dritten Sieg hintereinander perfekt. Für Mainz ist der Zug in die erste Liga wohl endgültig abgefahren.

Schreibe einen Kommentar