Nürnberg an der Spitze – Mainz schreibt Aufstieg ab

Nürnberg an der Spitze – Mainz schreibt Aufstieg ab
Nürnberg an der Spitze - Mainz schreibt Aufstieg ab
Die Nürnberger Spieler umarmen den Torschützen des 2:1, Sasa Ciric (verdeckt).

München (dpa) – Mit der Rückkehr an die Tabellenspitze ist der 1. FC Nürnberg wieder zum Aufstiegsfavoriten Nummer eins avanciert. Zum Abschluss des 28. Spieltags in der 2. Fußball-Bundesliga besiegte der «Club» Eintracht Trier mit 3:1 (2:1).

Der FSV Mainz 05 dagegen hat das Rennen um den Aufstieg aufgegeben und sich auf eine weitere Saison in der 2. Liga eingerichtet. Mit dem ernüchternden 1:1 gegen den FC Erzgebirge Aue sind die Aufstiegsplätze für die Mainzer sechs Spieltage vor Saisonende in weite Ferne gerückt. «Der Zug ist weg. Ab heute ist mir klar: Wir planen für die Zweite Liga», stellte Manager Christian Heidel fest. «Uns könnte nur ein Fußball-Wunder helfen, aber daran glaube ich nicht.»

Bei den FSV-Fans unter den 12 000 Zuschauern am Mainzer Bruchweg war der Frust groß, denn im Vorjahr hatte ihre Mannschaft als Tabellenvierter haarscharf den Aufstieg verpasst. «Damit müssen wir leben», sagte der enttäuschte Coach Jürgen Klopp nach dem 14. Saison-Remis der Mainzer, die vor Beginn der Spielzeit von den Trainern neben Energie Cottbus zu den heißesten Aufstiegs-Kandidaten gezählt worden waren. «Der Abstand nach vorne ist zu groß. Wir müssen jetzt die Runde zu Ende spielen und planen».

Für den Aufsteiger aus Aue, der die Mainzer Führung von Antonio da Silva (51.) durch den Albaner Skerdelaid Curri (54.) ausglich, ist der Durchmarsch in die Erste Liga kein Thema. «Für uns geht es nur um den Klassenerhalt», sagte Trainer Gerd Schädlich und tat damit das Gerede vom Aufstieg als unrealistisch ab. Die Sachsen gaben nach fünf Siegen hintereinander zwar erstmals zwei Punkte ab, verbesserten sich aber dennoch auf den siebten Tabellenplatz.

Nürnberg zeigte vor 16 864 Zuschauern im Frankenstadion nur in der ersten Spielhälfte eine überzeugende Leistung. Trier erwies sich als ebenbürtiger Gegner, konnte aber die Chancen nicht verwerten. Die Franken dagegen hatten ausreichend Glück und Routine vor dem gegnerischen Tor. Sasa Ciric (5./40.) und Robert Vittek (73.) trafen für den «Club». Triers Treffer von Harry Koch (12.) resultierte aus einem Foulelfmeter.

Im Rennen um den Klassenverbleib sind der Karlsruher SC und die SpVgg Greuther Fürth dem rettenden Ufer ein Stück näher gekommen, dagegen konnte sich LR Ahlen mit dem 1:1 gegen den VfB Lübeck nicht entscheidend aus der Abstiegszone absetzen. «Schlusslicht» VfL Osnabrück schöpft neue Hoffnung. Mit dem 3:0 gegen Jahn Regensburg feierte Interimstrainer Thorsten Haas als Nachfolger des entlassenen Frank Pagelsdorf einen gelungenen Einstand.

Der KSC beendete seine «schwarze Serie» von sechs sieglosen Spielen und verbesserte sich mit dem 1:0 gegen den MSV Duisburg dank des Tores von Christian Hassa (45.) auf den Platz neun. Für Trainer Lorenz Köstner könnte die Partie ein Nachspiel vor dem DFB-Sportgericht haben. Nach Spielende wäre er gegen Schiedsrichter Holger Henschel fast handgreiflich geworden. In der Halbzeitpause hatte Henschel den Trainer nach einem Wortgefecht auf die Tribüne verbannt. «Er hat sich inakzeptabel verhalten», berichtete Henschel, der den Vorfall dem DFB meldete.

Die Torschützen Marcus Feinbier (24.) und Petr Ruman (85.) lassen Fürth nach dem verdienten 2:0 bei Wacker Burghausen wieder hoffen. «Fighten, kämpfen, kratzen, beißen», nannte Torjäger Feinbier das Erfolgsrezept der Fürther, deren Präsident Helmut Hack den wichtigen Sieg im Fanblock bejubelte. Die Lage in Burghausen wird dagegen zwar immer prekärer, doch Trainer Rudi Bommer glaubt noch an den Klassenverbleib, «sonst müsste ich heute schon gehen.»

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