Notizen vom 8. Spieltag

Notizen vom 8. Spieltag
Notizen vom 8. Spieltag
Gladbachs Oliver Neuville verfolgt das Spiel gegen Hannover von der Tribüne aus.

TORHÜTER-TAUSCH: Die Zuschauer im Westfalenstadion rieben sich verwundert die Augen. Nicht Guillaume Warmuz, sondern Roman Weidenfeller stand überraschend im Tor von Borussia Dortmund. Erstmals seit Dezember 2003 durfte der vom ehemaligen BVB-Trainer Matthias Sammer ausgemusterte Keeper wieder ran. Für diese Maßnahme des Sammer-Nachfolgers Bert van Marwijk hatten einige BVB-Fans nur wenig Verständnis. Deren wiederholte «Warmuz, Warmuz»-Rufe konnten Weidenfeller jedoch nicht schocken: «Das ist für mich kein Thema. Meine Arbeit mache ich nicht so schlecht.»

TSCHECHEN-POWER: Skandinavier in Rostock, Südamerikaner in Leverkusen, Tschechen in Gladbach. Erstmals in der Geschichte der Fußball-Bundesliga standen in einer Mannschaft vier tschechische Spieler in der Startformation. In Milan Fukal, Ivo Ulich, Marek Heinz und Vaclav Sverkos nominierte Trainer Holger Fach gleich vier Spieler aus Tschechien von Beginn an. Die Tschechen-Power hielt jedoch nicht lange an. Zur Pause musste Fukal raus, nach 69 Minuten auch Heinz.

FAN-ZORN: Mit allerlei Spruchbändern brachten die Gladbacher Fans ihren Ärger über die Sperre des «Hand-Torschützen» Oliver Neuville und die Berichterstattung in einigen Medien zum Ausdruck. «Olli, wär’s für Klinsi gewesen, hätte es `clever ` geheißen», stand zu lesen. Oder «DFB – Der Fußball-Betrug». Schlimmer traf es die Boulevardpresse: «Eine Zeitung, die uns verachtet, hat unseren ganzen Hass gepachtet», hieß es auf dem größten Spruchband im Fanblock.

MAULWURF-SUCHE: Nach dem Bekanntwerden von Details aus der Ansprache von FCK-Vorstandschef René C. Jäggi läuft in der Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern eine interne Untersuchung, wer diese an die Öffentlichkeit weitergegeben hat. Kapitän Timo Wenzel soll nach dem Training sogar die Handys aller Spieler eingesammelt haben, um den Maulwurf zu enttarnen. «Wenn sich die Mannschaft selbst reinigen will, ist das okay», meinte Jäggi, der von der erfolglosen Aktion nach eigener Aussage nichts wusste.

BROT-ZEIT: Zur Einstimmung auf das Schlagerspiel beim FC Bayern München bietet der VfL Wolfsburg für die Fans eine bayerische Brotzeit in der Volkswagen-Arena an. Bei der Live- Übertragung aus München werden Weißkraut, Fleischpflanzerl, Weißwurst, Brezel sowie Weißbier serviert.

SCHUTZ-ENGEL: Mit einer ungewöhnlichen Begründung hat Nürnbergs Trainer Wolfgang Wolf seinen Mittelfeldspieler Ivica Banovic gegen dessen Ex-Club Werder Bremen aus der Startelf geworfen. «Das war wegen der Bild-Zeitung. Da hat er gesagt, dass er mit Micoud noch eine Rechnung offen hat», erklärte Wolf nach der 1:4-Niederlage. Der Nürnberger Spieler wurde mit den Worten zitiert: «Gegen Micoud bin ich besonders motiviert. Wenn’s zum Zweikampf kommt, werde ich sicher etwas härter hinlangen…» Zur Vorgeschichte gehört ein Foul von Micoud an Banovic bei einem Training im Mai 2003, nach dem Mitspieler nur mit Mühe eine Handgreiflichkeit verhindert hatten. «Ich wollte ihn schützen», sagte Wolf über den Kroaten, den er schließlich erst in der 82. Minute einwechselte.

Schreibe einen Kommentar