Notizen vom 31. Spieltag der Fußball-Bundesliga

Notizen vom 31. Spieltag der Fußball-Bundesliga
Notizen vom 31. Spieltag der Fußball-Bundesliga
Der Bremer Ailton küsst nach seinem Tor zum 4:0 für Werder sein Trikot.

FANS: Die Anhänger von Werder Bremen haben die vierte deutsche Meisterschaft fest eingeplant. Auf einem Riesen-Transparent, das in der Fan-Kurve über die Köpfe der Zuschauer gezogen wurde, stand es grün auf weiß: «Wer glaubt an Spuk und Geister? Werder wird Meister 2004».

Außerdem zeigten die Werder-Fans die Meisterschale in zahlreichen Variationen und zwar aus Pappe, Metall und Plastik. Trainer Thomas Schaaf zur Euphorie: «Was wird hier erst für eine Begeisterung herrschen, wenn wir tatsächlich den Titel sicher haben?»

ABSTIEGS-CHIPS: Mehr als 50 000 Beutel einer neuen Sorte von Kartoffel-Chips ließ der Hauptsponsor des 1. FC Köln unter den 50 200 Besuchern im RheinEnergie-Stadion verteilen. Auf mexikanische Art sollten die FC-Fans auf den zu diesem Zeitpunkt noch bevorstehenden Abstieg eingestimmt werden, zu Klängen einer Mariachi-Band und mit einem «einzigartig pikanten Geschmack mit etwas Schärfe» auf der Zunge. Nicht überliefert ist, ob das neue Produkt bei den FC-Profis in der 2. Liga zur festen Ergänzungs-Nahrung gehören soll…

PREMIERE: Im 24. Einsatz für den 1. Kaiserslautern konnte Halil Altintop endlich sein erstes Bundesliga-Tor bejubeln. Schon nach drei Minuten traf der Zwillings-Bruder des Schalker Mittelfeldspielers Hamit Altintop zum 1:0 gegen Borussia Mönchengladbach. «Ich bin froh, dass der Knoten geplatzt ist», sagte der Schütze. Richtig freuen konnte sich Altintop II über seinen Premieren-Treffer im Oberhaus nach dem späten Ausgleich der Gäste zum 2:2 aber nicht.

LEHRSTUNDE: Torwart Julian Reinard gilt ebenso wie sein Mitspieler Sascha Riether als vorbildlicher Absolvent der Freiburger Fußball-Schule. Doch manche Dinge lehrt einem erst das (Bundesliga-)Leben. Beim 4:1-Sieg gegen Hannover sah Reinard, der erneut den verletzten Richard Golz vertrat, ganz schlecht aus, als Thomas Brdaric zum 1:2 einköpfte. «Er hat einen Fehler gemacht, den man im Stadion machen muss, weil er einem im Training nicht weiterhilft», sagte Trainer Volker Finke und hofft auf einen Lerneffekt bei dem jungen Keeper.

WIEDERSEHEN: Eine triumphale Rückkehr war es nicht – Wladimir But ging mit Hannover 96 in Freiburg 1:4 unter, fiel kaum auf und wurde nach 68 Minuten ausgewechselt. Beim SC Freiburg war der russische Mittelfeldspieler im vorigen Jahr ausgemustert worden und war dadurch vorübergehend ohne Job. In Niedersachsen fand der frühere Dortmunder einen neuen Arbeitgeber, der offenbar nicht tief in die Tasche greifen musste: Finke erzählte kürzlich im Journalistenkreis, dass But lediglich 8000 Euro im Monat verdiene.

RIECHER: David Odonkor von Borussia Dortmund hatte einen guten (Tor-)Riecher. Das einst vom Bündener SV gekommene 20 Jahre alte Talent erzielte gegen Hansa Rostock im 30. Einsatz seinen ersten Bundesliga-Treffer – und war darauf vorbereitet. Vor der Einwechslung in der 65. Minute hatte er noch ein zweites BVB-Trikot übergestreift, dass er nach seiner Tor-Premiere auszog und verschenkte. Dass er dafür die Gelbe Karte erhielt, störte ihn am Ende nicht sonderlich.

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