Monaco-«Fürst» Morientes verzückt Prinz Albert

Monaco-«Fürst» Morientes verzückt Prinz Albert
Monaco-«Fürst» Morientes verzückt Prinz Albert
Chelseas Eidur Gudjohnsen reagiert auf das gegen Monaco verlorene Spiel.

London (dpa) – «Torero» Fernando Morientes trifft wie er will, die Monegassen feiern ihren neuen Fußball-Fürsten, und Prinz Albert ist geradezu verzückt über die erste Endspiel-Teilnahme seines AS Monaco in der Königsklasse.

«Ich kann kaum fassen, was passiert ist. Ein unglaubliches Spiel, eine unglaubliche Saison, ein unglaublicher Weg ins Finale», jubelte der Edel-Fan aus der Fürstenfamilie begeistert über den Halbfinal-Erfolg (3:1/2:2) über den FC Chelsea London. In der Tat unfassbar: Zehn Monate nach dem drohenden Bankrott kann der «ASM» im Finale der Außenseiter am 26. Mai in Gelsenkirchen gegen den FC Porto den größten Erfolg der Club-Historie perfekt machen. «Hut ab! Zurück aus der Hölle nähert sich Monaco dem Paradies», titelte «Le Parisien» trefflich. «Nun kann man von allem träumen.»

Garant des anhaltenden Erfolges ist Tor-Fabrik Morientes. Mit dem neunten Saisontreffer führte der Champions-League-Toptorjäger den 66:1-Außenseiter ins Finale. «Morientes entwaffnet Chelsea», schrieb «El País» über den Spanier, der im Viertelfinale Ex-Club Real Madrid und nun Chelsea mit je zwei Toren förmlich abschoss. «Morientes ist der Fürst von Monaco. Ihm gelingt einfach alles», befand «El Mundo», und «Marca» meinte: «Der Spanier ist Europas König der Torjäger.»

«Große Spieler zeigen sich in großen Spielen. Fernando ist ein großer Spieler und zugleich mein bester», lobte Erfolgscoach Didier Deschamps seinen Angreifer. Mit erst 35 Jahren kann der französische Welt- (1998) und Europameister (2000) Fußball-Geschichte schreiben: Er wäre nach Miguel Munoz, Giovanni Trapattoni, Johan Cruyff und Carlo Ancelotti erst der fünfte Coach, der den Europacupsieg bei den Landesmeistern zuvor schon als Spieler bei Olympique Marseille (1993) und Juventus Turin (1996) geholt hat. Und Monaco gelangte als erstes französisches Team seit Marseille 1993 ins Endspiel der Champions.

«Eine fantastische Leistung eines großartigen Teams. In der Form haben wir gegen Porto gute Chancen zu gewinnen», lobte Deschamps seine Elf, die an der Stamford Bridge cool blieb und ein 0:2 wettmachte. An beiden Toren beteiligt war Morientes: Vor Ibarras 1:2 traf er den Pfosten, den Ausgleich besorgte er selbst. Während Real den 28-Jährigen Leihspieler meistbietend weiterverkaufen möchte, will der siebenmalige französische Meister den Stürmerstar trotz aller Finanznöte unbedingt halten. Helfen soll Alexej Fedoritschew: Der reiche russische AS-Trikotsponsor bestätigte eine Kauf-Offerte an Real Madrid, das laut «As» allerdings auch einen Tausch des Duos Morientes/Guti gegen Wunschspieler Francesco Totti (AS Rom) erwägt.

«Mona-Ko.», titelte der englische «The Mirror» passend zum Spiel-Ausgang. Coach Claudio Ranieri, der mit seinem Aus spätestens zum Saisonende rechnet, haderte mit dem «spielentscheidenden 1:2», bei dem Torschütze Ibarra («Es war keine Absicht») Arm und Körper im Spiel hatte. «Die Hand Gottes ist der zweite Kummer für den am Boden zerstörten Coach. Ranieris Traum ist aus», glaubt «The Mirror». Und «The Independent» schrieb: «Morientes schlug zu und läutete das Ende für Chelsea und Ranieri.» Auf der Tribüne saß José Mourinho. Offen blieb, ob Portos Coach gekommen war, um den Final-Gegner oder seine künftige Mannschaft zu begutachten. «Marca» kommentierte das Aus für Chelsea so: «Mourinho erlebte mit, wie sein künftiges Team rausflog.»

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