Meistertrainer Schaaf «will kein König sein»

Meistertrainer Schaaf «will kein König sein»
Meistertrainer Schaaf «will kein König sein»
Lächelnd schaut Thomas Schaaf nach Spielende in die Kamera des Fotografen.

Bremen (dpa) – Werder-Trainer Thomas Schaaf will sich bei der Meisterfeier auf dem Bremer Rathausmarkt nicht auf einen von Fans gebauten Thron setzen.

«Es ist eine große Gefahr da, zu sehr glorifiziert zu werden», sagte Schaaf im Interview mit der «Kreiszeitung Syke». «Sicher ist es schön, wenn du für den Erfolg belohnt wirst. Ich will aber nicht «König Thomas» sein. Ich bin ich – und das will ich bleiben.»

Für den 16. Mai ist die Meistermannschaft zu einem Senats-Empfang ins Bremer Rathaus eingeladen worden. Bürgermeister Henning Scherf erwartet die Spieler sowie die Führung des Fußball-Bundesligavereins in der oberen Rathaushalle. Bei dieser Feier werden sich die Profis in das Goldene Buch der Stadt eintragen und sich anschließend auf dem Rathaus- Balkon den Werder-Fans zeigen. Die Organisatoren der Veranstaltung rechnen mit rund 25 000 Besuchern.

Schaaf sieht sich nicht allein für die Meisterschaft verantwortlich: «Mir ist ganz wichtig, dass wir alle, der Sportdirektor, die Mannschaft und der Trainer, die Meisterschaft nach Bremen geholt haben.» Den Erfolg führt der Werder-Coach auch auf das Ausscheiden im UI-Cup mit dem 0:4-Debakel in Pasching zurück: «Nach Pasching haben wir nonstop auf hohem Niveau gespielt. Das ist unglaublich und für mich der eigentliche Erfolg.» Die Mannschaft sei trotz aller Störversuche zusammengewachsen. «Sie ist zu einer Einheit geworden», meinte der Trainer.

Die Meisterschaft wird für Werder Bremen zu einer großen Herausforderung. «Jeder muss wissen, dass es anstrengend wird», erklärte Schaaf und fügte hinzu: «Wir werden künftig an dieser Meisterschaft gemessen.» Der erste Titel als Trainer bedeutet für den 43 Jahre alten Fußball-Lehrer viel: «Der Titel stellt etwas Greifbares dar. Wir sind die Besten. Was die Mannschaft erreicht hat, ist einfach fantastisch.»

Als «Kameramann» ist der Werder-Coach allerdings weniger erfolgreich. Bei der Rückkehr mit seiner Mannschaft aus München filmte Schaaf vom Dach der Chartermaschine aus mit einer Digitalkamera die umjubelte Ankunft auf dem Rollfeld des Bremer Flughafens. «Es war fast nur Beton zusehen», gestand Schaaf und stellte fest: «Ich bin eben kein Kameramann.»

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