Mainz 05 schafft Bundesliga-Aufstieg

Mainz 05 schafft Bundesliga-Aufstieg
Mainz 05 schafft Bundesliga-Aufstieg
Jürgen Klopp (M) wird nach dem 3:0-Sieg über Eintracht Trier gefeiert.

München (dpa) – Das Mainzer Fußball-Märchen ist perfekt und Aachen geschockt. Im «Herzschlag-Finale» der 2. Bundesliga hat der FSV Mainz 05 nach dem Fiasko der vergangenen zwei Jahre den Traum vom ersten Aufstieg in die Bundesliga perfekt gemacht.

Am 34. und letzten Spieltag besiegten die Rheinhessen Eintracht Trier mit 3:0 und begleitet den 1. FC Nürnberg und Arminia Bielefeld in die erste Liga. «Wir haben es uns einfach verdient nach den letzten beiden Jahren», sagte Präsident Harald Strutz. Während Trainer Jürgen Klopp Freudentränen vergoss, jubelte Mittelfeldspieler Christof Babatz: «Es ist schön, dass der Fußball-Gott auf unserer Seite ist.»

Pokal-Finalist Alemannia Aachen muss nach dem 0:1 beim Karlsruher SC mit den ebenfalls gescheiterten Energie Cottbus (3:0 gegen Regensburg) und Rot-Weiß Oberhausen (3:2 gegen Osnabrück) mit einem weiteren Jahr in der 2. Liga abfinden. «Es war eine tolle Saison, auch wenn im Moment Enttäuschung und Trauer überwiegen», kommentierte Aachens Trainer Jörg Berger mit Fassung den verpassten Aufstieg.

Im Rennen um den Klassenverbleib blieben der VfB Lübeck (0:2 in Fürth) und Neuling Jahn Regensburg auf der Strecke und folgen den bereits als Absteiger feststehenden FC Union Berlin und VfL Osnabrück in die Regionalliga. Als Neuzugang für die kommende Saison steht neben den Erstliga-Absteigern Eintracht Frankfurt, 1860 München und 1. FC Köln aus der Regionalliga bereits Rot-Weiß Essen fest.

Der 1. FC Nürnberg und Arminia Bielefeld, die schon vorzeitig ihr Erstliga-Comeback feierten, verabschiedeten sich mit Niederlagen aus der 2. Liga. Der vom Dauer-Feiern offenbar geschwächte «Club» verlor in Ahlen mit 0:2. Zeljko Sopic und Henrich Bencik sicherten den Westfalen den Klassenverbleib. Der MSV Duisburg verdarb Bielefeld mit dem 3:1 nach den Toren von Abdelaziz Ahanfouf (Foulelfmeter) und Markus Kurth (2) den Saisonabschluss.

Im ausverkauften Stadion am Mainzer Bruchweg feierten 18 700 Zuschauer den «Aufsteiger der Herzen», der nach dem traumatischen Scheitern 2002 und 2003 den Makel des «Unaufsteigbaren» ablegte und als Erstligist das 100. Vereinsjubiläum im kommenden Jahr feiert. Michael Thurk (23./67.) mit seinen Saisontreffern 12 und 13 sowie der vom deutschen Meister Werder Bremen ausgeliehene Manuel Friedrich (66.) sorgten für Rosenmontags-Stimmung am Rhein. Torjäger Thurk, der nach Cottbus wechselt, weinte bittere Tränen nach dem Schlusspfiff und sagte: «Es ist eine beschissene Lage für mich.»

Mit einer Klasse-Leistung und dem «goldenen» Tor von Conor Casey (42.) verpasste der KSC Aachen einen bitteren K.o. und feierte gleichzeitig den Klassenerhalt. Lorenz Köstner hatte Aachen vor dem Anpfiff mutig den Kampf angesagt: «Alemannia steigt nicht auf, weil wir gewinnen». Aachen scheiterte vor 30 000 Zuschauern im ausverkauften Wildpark vor allem an den schwachen Nerven und KSC-Torwart Martin Fischer. Die Rote Karte für Marco Engelhardt (89.) wegen groben Foulspiels konnte den KSC-Jubel nicht trüben.

Wacker Burghausen beseitigte mit dem 3:1 gegen Berlin die letzten Zweifel am Klassenverbleib. Stefan Reisinger (2) und Macchambes Younga-Mohani trafen für das Team von Trainer Rudi Bommer, der als neuer Coach bei 1860 München im Gespräch ist. Beim 2:0 der SpVgg Greuther Fürth besiegelten Sascha Rösler und Marcus Feinbier Lübecks Abstieg. Im torreichsten Spiel des Tages holte die SpVgg Unterhaching mit dem 3:3 bei Mitaufsteiger FC Erzgebirge Aue den rettenden Punkt. Hachings Kapitän Francisco Copado ging leer aus und muss sich die Torjäger-Krone mit dem ebenfalls erfolglosen Nürnberger Marek Mintal (beide 18 Treffer) teilen.

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