Konkurrenz für Mayer-Vorfelder im DFB-Präsidentenamt

Konkurrenz für Mayer-Vorfelder im DFB-Präsidentenamt
Konkurrenz für Mayer-Vorfelder im DFB-Präsidentenamt
Gerhard Mayer-Vorfelder äußert sich vor der DFB-Zentrale in Frankfurt/Main.

Frankfurt/Main (dpa) – Der Machtkampf im Deutschen Fußball-Bund (DFB) spitzt sich zu. Auf einer Krisensitzung in Frankfurt/Main hat DFB-Schatzmeister Theo Zwanziger seine Kandidatur für das Präsidentenamt angekündigt. Dies bestätigte der DFB.

Damit fordert Zwanziger den zuletzt wegen seines Alleingangs bei der Suche nach einem neuen Bundestrainer in die Kritik geratenen Amtsinhaber Gerhard Mayer-Vorfelder heraus, der sich am 23./24. Oktober in Osnabrück auf dem DFB-Bundestag der Wiederwahl stellen will. Allerdings wurde eine Kommission beauftragt, «im Interesse des Verbandes möglichst schnell eine konsensuale Lösung» zu suchen, um eine Kampfabstimmung um das Präsidentenamt zu vermeiden.

«Ich habe feststellen müssen, dass sein Führungsstil nicht der ist, der in einem demokratisch ehrenamtlich geprägten Verband überall auf Freude stößt», begründete Zwanziger seine Gegenkandidatur in einem Gespräch mit dem «DeutschlandRadio». Von daher wolle er «eine Alternative für einen anderen Führungsstil sein». Zwanziger betonte aber auch, er habe zu Mayer-Vorfelder ein sehr loyales Verhältnis, das während der letzten drei Jahre zu guten Arbeitsergebnissen geführt habe.

In der mehr als sechsstündigen Sondersitzung in der DFB-Zentrale haben elf der zwölf Präsidiumsmitglieder – nur Vizepräsident Karl Schmidt fehlte – «intensiv über die unterschiedlichen Positionen in der Frage der Führung des Verbandes diskutiert», hieß es in einer Presseerklärung. Dabei konnte Mayer-Vorfelder den 59 Jahre alte Theo Zwanziger nicht davon überzeugen, von einer Gegenkandidatur abzusehen und ihm mit Blick auf die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland keine Steine für eine Wiederwahl in den Weg zu legen.

Vielmehr ging es am Ende nur noch darum, «niemanden zu beschädigen», sagte DFB-Vizepräsident Hans-Georg Moldenhauer im «MDR 1 Radio Sachsen-Anhalt» nach einer Vorstandssitzung, in der «sehr emotional der Führungsstreit im DFB» ausgetragen worden sei. Dabei sei sich das Präsidium einig gewesen, dass «etwas passieren muss».

Um auch das Gesicht des umstrittenen Mayer-Vorfelder zu wahren, wurde er in die vierköpfige Findungskommission zur Suche eines Nachfolgers des zurückgetretenen DFB-Teamchefs Rudi Völler berufen. Dem Gremium gehören mit DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt, Werner Hackmann, Präsident der Deutschen Fußball Liga (DFL), und Franz Beckenbauer, Präsident des WM-Organisationskomitees 2006, die führenden Köpfe des deutschen Fußballs an.

Nach dem gescheiterten Versuch, Ottmar Hitzfeld als neuen Bundestrainer zu gewinnen, konzentriert man sich im DFB zunächst offenbar auf Otto Rehhagel, der sensationell mit Griechenland Europameister wurde. Auf jeden Fall strebt man im DFB an, binnen zwei Wochen eine Lösung präsentieren zu können. Wie Moldenhauer berichtete, sei «sehr ausführlich über die Kandidaten gesprochen worden, die auch in den Medien genannt wurden». Dazu gehörte auch der Name Rehhagel. «An einem so erfolgreichen Trainer wie Rehhagel kann nicht ohne weiteres vorbeigegangen werden. Rehhagel hat so viele Erfolge und kann eine Mannschaft so großartig einstellen, er spielt deshalb eine große Rolle», so Moldenhauer.

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