Kölns Präsident Caspers erklärt Rücktritt

Kölns Präsident Caspers erklärt Rücktritt
Kölns Präsident Caspers erklärt Rücktritt
Albert Caspers (l) unterhält sich mit Wolfgang Overath auf der Tribüne.

Köln (dpa) – Der Weg für Wolfgang Overath an die Spitze des Fußball-Traditionsvereins 1. FC Köln ist geebnet. Der Präsident des Bundesliga-Absteigers, Albert Caspers, trat erwartungsgemäß von seinem Amt zurück und beendete damit einen öffentlichen Machtkampf.

Der designierte Nachfolger Overath soll nach einem einstimmigen Beschluss des Verwaltungsrates am 14. Juni auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung gewählt werden. Satzungsgemäß werden bis dahin die beiden Vizepräsidenten Klaus Dieter Leister und Bernd Steegemann die Geschäfte des Clubs führen. Sie kündigten allerdings ebenfalls ihre Rücktritte an.

«Ich bin froh, dass es so harmonisch gelaufen ist. Jetzt schaue ich nur noch nach vorn», sagte Overath nach der Verwaltungsratssitzung. Nun gelte es, sich wieder voll auf die sportlichen Dinge zu konzentrieren. «Es gibt viel zu tun, da wir schnell wieder in die erste Liga zurück wollen», so Overath. Dabei bekräftigte er, dass FC-Trainer Marcel Koller und Manager Andreas Rettig nicht zur Disposition stünden.

In der siebenjährigen Amtszeit Caspers‘ stieg der 1. FC Köln 1998, 2002 und 2004 drei Mal aus der 1. Liga ab. Der 71-jährige frühere Manager eines Automobilherstellers zog mit der dem Verwaltungsrat mitgeteilten sofortigen Demission die Konsequenz aus der monatelangen Debatte um seine Person. In einer persönlichen Erklärung begründete er seinen Schritt nicht ohne Bitterkeit. «Zum einen bin ich nicht länger bereit, mich dem Druck der Medien und anderer Interessengruppen weiter auszusetzen», so Caspers. «Zudem hoffe ich, dass ich durch diesen Entschluss angesichts aufkeimender Diskussionen um die Präsidentschaft des 1. FC Köln weiteren Schaden vom Verein abwenden kann.»

Zu den Verdiensten in seiner Amtszeit gehören die Umwandlung des Fußballvereins in eine Kapitalgesellschaft und der Bau des neuen Stadions in Müngersdorf. Gemessen wurde er aber am sportlichen Erfolg, der mit dem Kölner Idol Overath an der Spitze wieder auf Dauer zurückkehren soll. Der 60 Jahre alte Weltmeister von 1974 ist seit Anfang März «Partner des Präsidiums», konnte aber den drohenden Abstieg auch nicht mehr verhindern. In den letzten Tagen hatte Overath («Ich hoffe, dass sich jetzt alles schnell intern lösen lässt») den vorzeitigen Rückzug von Caspers mit gezielten Äußerungen forciert.

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