XS-Kapitänsbinde: «Besonderer Moment» für Kimmich

XS-Kapitänsbinde: «Besonderer Moment» für Kimmich
Bildhinweis: Führte die DFB-Elf erstmals als Kapitän auf den Platz: Joshua Kimmich. Foto: Bernd Thissen/dpa

Dortmund (dpa) – Noch war ihm die Kapitänsbinde eine Nummer zu groß. Doch die Anführerrolle in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft passt zu Joshua Kimmich und darf als Blick in die Zukunft gewertet werden.

«Er ist ein Vorbild in seiner ganzen Einstellung», lobte Bundestrainer Joachim Löw den Antreiber nach dem 2:2 gegen Argentinien, das bei Kimmich ganz spezielle Gefühle auslöste.

Zweimal hatte der Bayern-Profi beim Confed Cup 2017 die Kapitänsbinde während eines Länderspiels übernommen. Jetzt trug er sie von Beginn an. «Das ist ein überragendes Gefühl. Es war ein besonderer Moment in meiner Karriere», bemerkte der 24-Jährige stolz.

Mit 45 Länderspielen war Kimmich gegen Argentinien der nach Einsätzen erfahrenste Akteur im stark ersatzgeschwächten Löw-Team. Doch für den Bundestrainer waren andere Kriterien ausschlaggebend, um Kimmich als Stellvertreter des pausierenden Manuel Neuer auf den Dortmunder Rasen zu schicken. «Ich schaue nicht darauf, wer die meisten Länderspiele hat. Der kriegt die Binde – das war früher mal», sagte Löw.

«Er ist ein Vorbild an Einsatz. Und er hat mittlerweile auch eine gewisse Erfahrung. Und er kann auch verbal eine Mannschaft auf dem Platz führen. Er ist in der Organisation sehr klug und gibt Anweisungen. Er ist immer omnipräsent auf dem Platz», lobte der DFB-Chefcoach den ehrgeizigen Kimmich. Dessen Auftritt gegen Argentinien wirkte mitunter aber auch so, als sei er durch die Kapitänsbinde sogar ein Stück zu motiviert. «Das Wichtigste wäre ein Sieg gewesen, das haben wir leider nicht geschafft», kommentierte Kimmich: «Dann wäre es perfekt gewesen.»

So steht Kimmichs Aussage sogar symbolisch: «Ich glaube, dass die Binde Manuel Neuer fast besser passt. Vielleicht muss der DFB mal eine in XS herstellen, weil bei mir ist sie gerade in der ersten Halbzeit immer wieder runtergerutscht. Da muss ich morgen mal ein bisschen meinen Bizeps aufpumpen.» Sein Selbstbewusstsein ist durch das kleine Stückchen Stoff am Ärmel schon jetzt gewachsen. «Es war ein besonderer Moment», bemerkte der gebürtige Rottweiler.

Als möglicher Kapitän der Zukunft mischt sich Kimmich bereits in der Gegenwart ein in die Problematiken bei der Neuformierung des DFB-Teams. «Es ist positiv, dass man sieht, egal, wer auf dem Platz steht, wir haben eine sehr große Qualität. Dass wir auch einige Automatismen haben», bemerkte der Juniorchef. Er wies aber mit Blick auf die EM-Endrunde 2020 auch auf die Probleme nach einer Stunde hin, die wie schon in einigen Spielen zuvor den Vorsprung kosteten.

«Wir hatten in der zweiten Halbzeit die Chance auf das 3:0 durch Emre Can. Wir haben es nicht gemacht», sagte Kimmich: «Insgesamt hatten wir zu wenig Ballbesitz, haben zu wenige Lösungen nach vorn gefunden. Wir hatten nicht so den Zugriff.» Auch wenn das gegen die Argentinier natürlich auch mit den vielen Verletzten und Erkrankten zusammenhing: Aushilfs-Kapitän Kimmich denkt längst in einem größeren Rahmen.

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