Kahn will kein Sündenbock sein: «Nase voll»

Kahn will kein Sündenbock sein: «Nase voll»
Kahn will kein Sündenbock sein: «Nase voll»
Ivan Klasnic (l) vom SV Werder spielt Oliver Kahn aus und trifft zum 0:1.

München (dpa) – Fußball-Nationaltorhüter Oliver Kahn hat die Verantwortung für das Scheitern des FC Bayern München im Titelkampf der Fußball-Bundesliga zurückgewiesen.

«Ich habe die Nase voll, für alles immer meinen Kopf hinzuhalten», sagte der Kapitän des deutschen Rekordmeisters in einem Interview mit der Münchner Tageszeitung «tz». Der Torhüter, dem im Punktspiel gegen Werder Bremen (1:3) vor dem 0:1 ein grober Fehler unterlaufen war, wies darauf hin, dass er ansonsten während der ganzen Saison seiner Meinung nach «eine Top-Meisterschaft» gespielt habe.

«Ich bin es leid, mir anhören zu müssen, dass der FC Bayern wegen mir nicht Meister geworden ist. Diesen Schuh ziehe ich mir nicht an», erklärte der 34-Jährige. Und fügte hinzu: «Nicht ich habe die Meisterschaft am Ende verloren. Sondern ich habe durch meine Leistung dazu beigetragen, dass wir überhaupt noch eine Möglichkeit gehabt haben, deutscher Meister zu werden.»

Kahn konnte wegen einer Schienbeinprellung nicht am Training des FC Bayern teilnehmen. Er kündigte an, sich danach «voll ins Training zu stürzen, um dann bei der EM Vollgas zu geben.» Nach großen Niederlagen gebe es oft große Siege. «Vielleicht muss ich in diesem Jahr durch die Hölle. Aber ich werde wieder aufstehen.»

Kahn erwägt einen Rücktritt vom Kapitänsamt. Es werde Gespräche mit der Vereinsführung geben. «Dass es so nicht weitergehen kann, ist logisch», sagte er. Er finde keine Ruhe mehr, die Beanspruchung sei nicht mehr zu bewältigen. «Das Rad Oliver Kahn ist überdreht.» Kahn plädierte dafür, die Verantwortung auf dem Platz mehr aufzuteilen.

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