Jäggi steht zu Jara: «Er bleibt Trainer»

Jäggi steht zu Jara: «Er bleibt Trainer»
Jäggi steht zu Jara: «Er bleibt Trainer»
Kurt Jara scheint sich seiner ungewissen Zukunft in Kaiserslautern bewusst.

Kaiserslautern (dpa) – Nach der Nullnummer gegen Bayer Leverkusen erhielt Kurt Jara trotz des Verbleibs im Tabellenkeller Rückendeckung von höchster Stelle, eine Job-Garantie gab es für den Coach des 1. FC Kaiserslautern jedoch nicht.

«Jara bleibt Trainer. Es gibt keinen Anlass, ihn zu entlassen. So lange wir aber auf einem Abstiegsplatz stehen, sind wir von Berufs wegen dazu verpflichtet, über bestimmte Dinge zu diskutieren», erklärte FCK-Vorstandschef René C. Jäggi und deutete damit an, dass die Tage von Jara bei anhaltendem Misserfolg schnell gezählt sein könnten.

Jara selbst wertete die 90 Minuten gegen die enttäuschende Werkself als Signal, dass die Chemie zwischen ihm und den Spielern noch stimmt, doch die Leistung der Pfälzer war nur in Ansätzen bundesligareif. «Die Mannschaft hat bewiesen, dass sie mit mir arbeiten will. Wenn sie so weiter macht, kehrt auch das Glück zurück», stellte der vor allem bei den Fans umstrittene Jara fest.

Auch für Jäggi war das Spiel ein Zeichen dafür, dass Jara sein Team noch erreicht. «So lange dies der Fall ist, gehe ich mit ihm durchs Fegefeuer. Es gibt daher keine Fristen, aber Benchmarks. Wir müssen endlich schönen Fußball spielen und uns ins Tabellen-Mittelfeld hoch hangeln», forderte der Vorstandsvorsitzende.

Sieben Punkte aus neun Spielen sind viel zu wenig, um Ruhe am Betzenberg einkehren zu lassen. Dies weiß auch Jäggi, der die Profis zur Wochenmitte mit einer Brandrede aufgerüttelt hatte. «Ich habe Tacheles geredet. Es ging um Ehre, Moral und den Verein», plauderte der Schweizer aus dem Nähkästchen. Der Einsatz der «Roten Teufel» war dann auch sichtbar, spielerische Defizite und individuelle Schwächen jedoch ebenso.

«Es herrscht totale Verunsicherung, deshalb auch die vielen technischen Unzulänglichkeiten», sagte Kapitän Timo Wenzel, der mit einigen katastrophalen Fehlpässen Gefahr für das eigene Tor herauf beschwor. Der Leverkusener Harmlosigkeit, einer Portion Glück bei Andrej Woronins Lattenknaller (64.) und drei guten Paraden von Torwart Tim Wiese hatten es die Gastgeber zu verdanken, dass es nicht die vierte Heimniederlage im fünften Spiel setzte.

Allerdings durften sich auch die Gäste glücklich über den einen Punkt schätzen. Lediglich der gut aufgelegte Hans-Jörg Butt, der bei zwei Kopfbällen von Carsten Jancker spektakulär rettete, und die Abschlussschwäche der aus fünf Metern am Tor vorbei zielenden Ferydoon Zandi und Ingo Hertzsch bewahrte Bayer vor einer weiteren Auswärtsniederlage.

«Für eine Mannschaft mit internationalen Ansprüchen war dies viel zu wenig», rügte Trainer Klaus Augenthaler den müden Auftritt seines Teams, das vier Tage nach der Champions-League-Gala gegen den AS Rom kaum Mittelmaß bot. Die Gründe für die Leistungsschwankungen hat Augenthaler immer noch nicht ausmachen können. «Wenn ich es wüsste, würde ich etwas ändern. Wir arbeiten an der Abstellung», sagte der Bayer-Coach.

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