Italien träumt vom CR7-Wechsel zu Juventus

Italien träumt vom CR7-Wechsel zu Juventus
Bildhinweis: Künftig Teamkollegen? Cristiano Ronaldo (r) und Medhi Benatia von Juventus Turin. Foto: Francisco Seco/AP

Turin (dpa) – Verabschiedet sich Cristiano Ronaldo bald von Real Madrid? Nach Medienberichten aus Spanien und Italien gilt der Wechsel des Weltfußballers vom Champions-League-Sieger zum italienischen Meister Juventus Turin als fast sicher.

Real werde ein 100-Millionen-Euro-Angebot von Juve akzeptieren, sagte der gewöhnlich sehr gut informierte spanische TV-Journalist Josep Pedrerol in der Nacht. «Die Stunden von Cristiano in Madrid sind gezählt», versicherte er.

Selbst Turins Bürgermeisterin gerät bereits ins Träumen. «Wenn er kommt, wäre das einzigartig», sagte Chiara Appendino laut italienischen Nachrichtenagenturen, «es wäre sehr positiv für unsere Stadt und für unsere Gegend, auch was das Image angeht». Bei Juve, das die Serie A seit Jahren dominiert und zuletzt den Titel zum siebten Mal in Folge holte, würde Ronaldo auch auf die deutschen Nationalspieler Sami Khedira und Emre Can treffen.

Die Euphorie hat auch Italiens Nationaltrainer Roberto Mancini erfasst. «Es wäre eine sehr wichtige Sache für die italienische Liga», sagte er in einem Programm des Senders Canale 5. «Es könnte der Anfang davon sein, zur Pracht von vor 15 Jahren zurückzukehren, als alle Spitzenspieler in der Serie A waren.»

Ein Weggang Ronaldos wäre nach neun Jahren, 438 Spielen und 450 Toren bei den Königlichen zwar sensationell, aber keine Riesenüberraschung. Der 33 Jahre alte Stürmer liegt schon seit langer Zeit mit Club-Boss Florentino Pérez im Clinch. Der Club dementierte die neuen Gerüchte bislang nicht. Durch sein Umfeld lässt Ronaldo immer wieder durchsickern, es sei ungerecht, dass er deutlich weniger verdiene als seine Weltstar-Konkurrenten Neymar und Lionel Messi bei Paris SG und beim FC Barcelona.

Nach Berichten spanischer Medien soll Juventus Ronaldo für einen Vierjahresvertrag 120 Millionen Euro geboten haben. Das sei etwa vier mal mehr, als der bestbezahlte Profi des italienischen Clubs (Gonzalo Higuaín) zur Zeit bekomme, heißt es. Viele in Italien bezweifeln, dass die Vecchia Signora, die Alte Dame, genug Geld für die Operation Ronaldo hat. Einige vermuten, das Ganze solle unter anderem durch den Verkauf des bei der WM in Russland kaum in Erscheinung getretenen Argentiniers finanziert werden.

Juve gehört nicht zu den Clubs, die mit Megatransfers Schlagzeilen machen. Für nächste Saison soll João Cancelo kommen. Der portugiesische Verteidiger, bisher beim FC Valencia unter Vertrag, soll zunächst ausgeliehen und zu Saisonende für 40 Millionen Euro verpflichtet werden – das ist für die Turiner schon viel Geld. Für den Ronaldo-Wechsel bräuchte es nach Meinung der Zeitung «Gazzetta dello Sport» daher «sehr viele Sponsoren» und Spielerverkäufe.

Doch war nicht mit einem Wechsel zu Ronaldos altem Club Manchester United oder zu Paris Saint-Germain spekuliert worden? In Spanien heißt es, Ronaldo brauche neben der «finanziellen Anerkennung» auch viel Liebe. «CR7» habe nicht vergessen, wie die Juve-Fans ihn bejubelten, als er im Champions-League-Viertelfinalhinspiel in Italien per Fallrückzieher ein Traumtor erzielte.

Schon nach dem Königsklassen-Triumph gegen den FC Liverpool (3:1) im Mai hatte Ronaldo noch auf dem Rasen einen Weggang angedeutet und sagte: «Es war sehr schön, bei Real Madrid zu spielen.» Nun macht der Profi offenbar Nägel mit Köpfen. «Cristiano denkt bereits auf Italienisch. Und er sucht schon ein Haus in Turin», schrieb am Mittwoch die gewöhnlich gut informierte Sportzeitung «Marca».

In der Fußballszene ist der Wechsel neben der WM schon ein wichtiges Thema. Lothar Matthäus ist jedoch skeptisch: «Es ist eine schöne Geschichte für die Zeitungen, es schreibt Schlagzeilen. Aber ich denke, Ronaldo wird nächste Saison bei Real bleiben», glaubt der Weltmeister von 1990. Der Brasilianer Ronaldo meinte unterdessen: «Es stimmt schon, dass Ronaldo in Italien weniger Platz haben würde als in LaLiga oder in der Premier League. Aber mit seiner Klasse könnte er diese Probleme ohne Schwierigkeiten überwinden.»

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