Zehntausende erweisen George Best die letzte Ehre

Zehntausende erweisen George Best die letzte Ehre
Zehntausende erweisen George Best die letzte Ehre
Der Wagen mit dem Leichnam von George Best fährt in einer Prozession durch Belfast.

Belfast (dpa) – Letztes Geleit für einen großen Fußballer: Zehntausende Menschen haben von George Best Abschied genommen. In einem bewegenden Trauerzug durch Bests nordirische Heimat Belfast spendeten sie ihrem Idol Applaus, trugen Fußballtrikots oder hielten Poster in die Höhe.

Zu den offiziellen Beerdigungsfeierlichkeiten im nordirischen Regionalparlament in Stormont waren neben Bests Familie und Freunden auch Fußballgrößen wie der englische Nationaltrainer Sven-Göran Eriksson, Manchester-United-Manager Alex Ferguson und Sir Bobby Charlton sowie Vertreter der irischen Regierung gekommen. Best war im Alter von 59 Jahren gestorben.

«Jeder Regentropfen ist eine Träne», heißt ein nordirisches Sprichwort bei Beerdigungen. Und so weinte der Himmel viele bittere Tränen über den Tod des wohl berühmtesten Nordiren. Doch auch der strömende Regen konnte die Fußballfans aus ganz Großbritannien nicht abhalten, dem früheren Stürmerstar die letzte Ehre zu erweisen, dessen Leben sowohl von fußballerischen Glanzleistungen als auch persönlichen Abstürzen und Alkoholeskapaden gezeichnet war.

Britische Kommentatoren bezeichneten die Beisetzungsfeierlichkeiten, die von der BBC live übertragen wurden, als «eine Art Staatsbegräbnis», das einmalig sei in der Geschichte des Landes. Die Regierung übernahm die Kosten von umgerechnet 300 000 Euro und setzte die Flaggen am Parlament auf Halbmast – eine Ehre, die sonst nur Mitgliedern des Königshauses zuteil wird. «George hat in der vergangenen Woche Nordirland vereint, wie es keinem Politiker gelungen ist und je gelingen wird», würdigte der britische Nordirland-Minister Peter Hain den Ex-Nationalspieler.

Nach einer privaten Zeremonie der Familie im östlichen Stadtteil Cregagh, in dem Best aufgewachsen war, hatte sich der Trauerzug am Vormittag in Bewegung gesetzt. Auf der fünf Kilometer langen Fahrt nach Stormont – begleitet von Bests Vater Dickie, Sohn Calum sowie vier Schwestern und einem Bruder – brandete immer wieder Applaus auf. Nicht nur das Familienhaus der Bests war mit Blumen, Trikots und Plakaten von Fans geschmückt, auch an Bushaltestellen, Zäunen und Absperrgittern prangten diese Zeichen der Ehrerbietung. Begleitet von den Klängen eines Dudelsackspielers wurde Bests Leichnam von ehemaligen Mannschaftskameraden, Familienangehörigen und Freunden in einer langsamen Prozession in das Parlamentsgebäude von Stormont getragen.

Sein mit Blumen geschmückter Sarg war in eine Fahne der nordirischen Nationalmannschaft gehüllt; am Vortag war der Sarg, in ein «ManU»-Banner gekleidet, von England nach Nordirland überführt worden. Für beide Teams hatte Best zwischen 1963 und 1974 gespielt und dabei ein Stück Fußballgeschichte geschrieben. 1968 führte er Manchester als erste englische Mannschaft zum Sieg im Europapokal der Landesmeister und wurde zu Europas Fußballer des Jahres gewählt. Viele Experten, darunter auch Pelé, bezeichneten Best als «einen der besten Fußballer aller Zeiten».

Seine letzte Ruhe fand George Best auf dem Roselawn-Friedhof neben seiner 1978 gestorbenen Mutter Ann.

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