Trainer Luxemburgo bei Madrid vor der Entlassung

Trainer Luxemburgo bei Madrid vor der Entlassung
Trainer Luxemburgo bei Madrid vor der Entlassung
Vanderlei Luxemburgo versucht seine Spieler vom Rand zu motivieren.

Madrid (dpa) – Für Trainer Vanderlei Luxemburgo scheint die Uhr beim spanischen Fußball-Rekordmeisters Real Madrid abgelaufen zu sein. Clubchef Florentino Pérez berief eine Krisensitzung ein, um über die Zukunft des Brasilianers zu entscheiden, berichtete der spanische Rundfunk.

Nach Informationen der Sportzeitung «As» ist die Entlassung des 53- Jährigen sogar bereits beschlossene Sache. Dies hätten ihm Vizepräsident Emilio Butragueño und Sportdirektor Arrigo Sacchi bei einer Unterredung mitgeteilt, meldete das Blatt in seiner Online-Ausgabe. Nachfolger soll demnach übergangsweise der bisherige Trainer der B-Mannschaft, Juan Ramón López Caro, werden.

Offiziell hieß es bei Real Madrid allerdings weiter, Luxemburgo sei nicht entlassen worden. Am Vormittag leitete er auch wie gewohnt das Training. Um das Treffen mit Butragueño und Sacchi hatte der Brasilianer selbst gebeten, nachdem er am Vorabend beim mageren 1:0-Heimsieg über Bernd Schusters Club FC Getafe von den Fans erneut ausgepfiffen worden war. Luxemburgo steht schon seit langem in der Kritik, die 0:3-Heimblamage gegen den Erzrivalen FC Barcelona vor zwei Wochen hatte das Fass zum Überlaufen gebracht, hieß es in übereinstimmenden Berichten.

70 000 Zuschauer hatten im Bernabéu-Stadion den Brasilianer gnadenlos ausgebuht, und auch die Madrider Sportpresse forderte seinen Rauswurf. «Luxe, das ist unerträglich!», titelte die Zeitung «Marca». «Seine Stunden sind gezählt», meinte «As» und sprach von einem «Angstsieg» über Getafe. Dass bei Real die Nerven blank liegen, bewies David Beckham. In der 56. Minute holte der Engländer Getafes Torjäger Riki so brutal von den Beinen, dass er die Rote Karte sah. Schuster stellte ihn später erbost zur Rede. «Ich habe ihn bloß zu seinem tollen Spiel beglückwünscht», meinte der Deutsche vielsagend.

Wie bei der 0:3-Heimpleite gegen Barcelona zeigte Real auch gegen den bescheidenen Vorstadtclub Getafe Chaos-Fußball. Nach dem Motto «Ronaldo schießt die Tore, Casillas rettet den Sieg», waren der brasilianische Stürmer und der spanische Nationalkeeper erneut die besten Spieler auf dem Platz. Ronaldo, der erstmals nach längerer Verletzungspause wieder spielte, erzielte nach einem schönen Pass von Zidane in der 18. Minute das einzige Tor, half dabei aber mit seinem Arm mit. Der Schiedsrichter sah es nicht.

Der FC Getafe dominierte fast die gesamte Partie, konnte seine Chancen aber nicht nutzen. Riki traf zu Beginn der ersten Halbzeit nur die Latte. «Getafe hätte den Sieg mehr als verdient gehabt», schrieb «El País». Auch die Statistik sprach für Schusters Team: 69 Prozent Ballbesitz für die Blauen, 31 Prozent für die «Königlichen». «Ich bin zufrieden, wir haben auf gleicher Augenhöhe gespielt», meinte der Deutsche. Luxemburgo blieb dagegen nur ein resignierendes Eingeständnis: «Ich kann verstehen, dass die Fans wütend sind.»

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