Chievo schießt Milan sturmreif

Mailand (dpa) – Pünktlich vor dem entscheidenden Champions-League- Duell hat Chievo Verona den AC Mailand für Schalke 04 sturmreif geschossen.

Der Außenseiter besiegte am 14. Spieltag der Serie A den Titelanwärter überraschend mit 2:1 und dürfte damit beim wankenden Riesen Milan die Verunsicherung vor der schweren Europacup-Aufgabe gegen die Königsblauen im Meazza-Stadion noch weiter verstärkt haben. «Diese Niederlage haben wir verdient wie keine andere», erklärte AC-Trainer Carlo Ancelotti und versuchte die Pleite erst gar nicht schön zu reden. Zugleich versprach er aber eine rasche Wiedergutmachung: «Wir werden uns gegen Schalke wieder fangen. So wie wir es in Istanbul nach der Niederlage in Florenz getan haben.»

Europas Meisterliga als Therapie gegen schmerzhafte Punktspiel- Niederlagen – ein heilsames Konzept, wenn es denn aufgeht. Denn die Zweifel an der Klasse der Mailänder werden immer lauter. «Chievo hat Milans Krise aufgedeckt», schrieb «La Gazzetta dello Sport». Die Abwehr ist nicht sattelfest und der Sturm um Superstar Andrej Schewtschenko findet den Weg zum Tor nicht mehr so sicher wie einst. Und nun fällt Coach Ancelotti gegen Schalke auch noch Kapitän Paolo Maldini aus. Der Abwehrchef leidet an einer Muskelverletzung.

Mehr Sorgen als die Personalprobleme macht Ancelotti jedoch die lasche Einstellung seiner Mannschaft. «Gegen Schalke müssen wir wieder mehr Charakter zeigen», forderte der Coach, der mit jeder Niederlage in Mailand selbst unter Beschuss gerät. In Verona war Milan durch Kakha Kaladze (22. Minute) zwar zunächst in Führung gegangen, hatte sich dann aber von den spielerisch und kämpferisch guten Veronesern überrollen lassen. Sergio Pellissier glich kurz vor der Pause aus und Simone Tribocchi (82.) gelang der verdiente Siegtreffer. «Wir sind eben die Mannschaft der Wunder», freute sich Torschütze Pellissier über den Coup. Chievo (24) kletterte dadurch auf Rang fünf. Der AC Mailand (31) dagegen fällt als Tabellenzweiter gegenüber Spitzenreiter Juventus Turin (39), das beim AC Florenz mit 2:1 gewann, weiter zurück.

Und was für Milan mindestens genauso bitter ist: Lokalrivale Inter Mailand (29) kommt immer näher. Adriano schoss den Tabellenvierten gegen Ascoli zum 1:0-Sieg. In den letzten drei Spielen hat Inter damit gegenüber dem Stadtrivalen sechs Punkte gut gemacht.

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