Aus für Trainer Luxemburgo bei Real Madrid

Aus für Trainer Luxemburgo bei Real Madrid
Aus für Trainer Luxemburgo bei Real Madrid
Vanderlei Luxemburgo versucht seine Spieler vom Rand zu motivieren.

Madrid (dpa) – Aus für Trainer Vanderlei Luxemburgo bei Real Madrid. Der ungeliebte Brasilianer wurde beim spanischen Fußball-Rekordmeister entlassen. Übergangsweise soll der 42-jährige Juan Ramón López Caro, der bisherige Coach der B- Mannschaft, das Starensemble trainieren.

Nach der sportlichen Talfahrt hatte Clubchef Florentino Pérez eine Krisensitzung einberufen an deren Ende die Entscheidung gegen Luxemburgo stand und die dann im Vereins-Fernsehen bekannt gegeben wurde.

Luxemburgo hatte noch wie gewohnt das Training geleitet. Nachdem er am Vorabend beim mageren 1:0-Heimsieg über Bernd Schusters Club FC Getafe von den erbosten Fans erneut ausgepfiffen worden war, hatte er um ein Treffen mit Pérez, Vizepräident Emilio Butragueño und Sportdirektor Arrigo Sacchi gebeten. Danach fielen die Würfel gegen ihn. Luxemburgo stand schon seit langem in der Kritik, die 0:3-Heimblamage gegen den Erzrivalen FC Barcelona vor zwei Wochen hatte das Fass zum Überlaufen gebracht, hieß es in übereinstimmenden Medien-Berichten.

70 000 Zuschauer hatten im Bernabéu-Stadion den Brasilianer gnadenlos ausgebuht, und auch die Madrider Sportpresse forderte seinen Rauswurf. «Luxe, das ist unerträglich!», titelte die Zeitung «Marca». «Seine Stunden sind gezählt», meinte «As» und sprach von einem «Angstsieg» über Getafe. Dass bei Real die Nerven blank liegen, bewies David Beckham. In der 56. Minute holte der Engländer Getafes Torjäger Riki so brutal von den Beinen, dass er die Rote Karte sah. Schuster stellte ihn später erbost zur Rede. «Ich habe ihn bloß zu seinem tollen Spiel beglückwünscht», meinte der Deutsche vielsagend.

Wie bei der 0:3-Heimpleite gegen Barcelona zeigte Real auch gegen den bescheidenen Vorstadtclub Getafe Chaos-Fußball. Nach dem Motto «Ronaldo schießt die Tore, Casillas rettet den Sieg», waren der brasilianische Stürmer und der spanische Nationalkeeper erneut die besten Spieler auf dem Platz. Ronaldo, der erstmals nach längerer Verletzungspause wieder spielte, erzielte nach einem schönen Pass von Zidane in der 18. Minute das einzige Tor, half dabei aber mit seinem Arm mit. Der Schiedsrichter sah es nicht.

Der FC Getafe dominierte fast die gesamte Partie, konnte seine Chancen aber nicht nutzen. Riki traf zu Beginn der ersten Halbzeit nur die Latte. «Getafe hätte den Sieg mehr als verdient gehabt», schrieb «El País». Auch die Statistik sprach für Schusters Team: 69 Prozent Ballbesitz für die Blauen, 31 Prozent für die «Königlichen». «Ich bin zufrieden, wir haben auf gleicher Augenhöhe gespielt», meinte der Deutsche. Luxemburgo blieb vor seiner Entlassung nur das resignierendes Eingeständnis: «Ich kann verstehen, dass die Fans wütend sind.»

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