Angeblicher Franco-Anhänger verlässt «Barça»

Angeblicher Franco-Anhänger verlässt «Barça»
Angeblicher Franco-Anhänger verlässt «Barça»
Joan Laporta musste in jüngster Zeit unschöne Nachrichten kommentieren.

Barcelona (dpa) – Nach heftigen Protesten im Verein und in der Öffentlichkeit ist ein wegen seiner angeblich rechtsradikalen Gesinnung in die Kritik geratenes Vorstandsmitglied des spanischen Fußball-Meisters FC Barcelona zurückgetreten.

Alejandro Echevarría, zugleich Schwager des Vereinspräsidenten Joan Laporta, habe mit dieser Entscheidung weiteren Schaden vom Club nehmen wollen, hieß es in Medienberichten. Echevarría hatte nach anfänglichen Dementis eingestanden, vor neun Jahren der rechtsgerichteten «Stiftung Francisco Franco» beigetreten zu sein. Diese pflegt das Erbe des 1975 gestorbenen Diktators.

Laporta hatte Berichte über die angeblichen politischen Aktivitäten seines Schwagers energisch zurückgewiesen: «Echevarría hat dieser Stiftung nie angehört, und er wird es auch nicht tun.» Das frühere Vorstandsmitglied Luis del Val legte jedoch notariell beglaubigte Dokumente vor, aus denen hervorging, dass Echevarría doch Mitglied der Organisation ist. Laporta nahm seinen Schwager nach dem Rücktritt weiter in Schutz. Echevarría sei ein Demokrat und der Franco-Stiftung nur aus «familiären und beruflichen» Gründen beigetreten.

Der Skandal hatte hohe Wellen geschlagen, weil die Anhänger des FC Barcelona ihren Club als ein Opfer der Unterdrückung während der Franco-Diktatur (1939-1975) sehen, den Erzrivalen Real Madrid dagegen gern als den «Verein des Regimes» darstellen. Die vereinsinterne Opposition hatte den Rücktritt Laportas gefordert und mit einem Misstrauensvotum gedroht.

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