Haftbefehl gegen Wildmoser senior aufgehoben

Haftbefehl gegen Wildmoser senior aufgehoben
Haftbefehl gegen Wildmoser senior aufgehoben
Karl-Heinz Wildmoser sitzt am 15. Mai 2003 in München auf der Anklagebank.

München (dpa) – Der Haftbefehl gegen Karl-Heinz Wildmoser senior, den früheren Präsidenten des Fußball-Bundesligisten TSV 1860 München, ist vom Amtsgericht München aufgehoben worden.

Damit sei den entsprechenden Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung entsprochen worden, teilte eine Justizsprecherin mit. Der im Zusammenhang mit der Schmiergeldaffäre um das neue Münchner Fußballstadion «Allianz Arena» ergangene Haftbefehl war zuvor gegen 200 000 Euro Kaution und Auflagen ohnehin schon außer Vollzug gesetzt.

In der Sache dauern die Ermittlungen gegen den Beschuldigten aber weiter an, betonte die Staatsanwaltschaft. Nach den Worten von Wildmosers Anwalt Steffen Ufer zeigt die Aufhebung des Haftbefehls dagegen, dass nach Auffassung aller Beteiligten Wildmoser senior «mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht in die Schmiergeldaffäre verstrickt ist».

Der Sohn des früheren «Löwen»-Präsidenten, Karl-Heinz Wildmoser junior, sitzt dagegen als Hauptbeschuldigter weiterhin in Untersuchungshaft. Beim Bau des Stadions, dessen Fertigstellung bis April 2005 geplant ist, sollen 2,8 Millionen Euro Schmiergelder geflossen sein, unter anderem an den Junior.

Im Zuge der Affäre hatte Wildmoser senior sein Amt als Fußball-Präsident niedergelegt. Nach der Aufhebung des Haftbefehls darf Vater Wildmoser nun auch wieder mit seinem Sohn reden. Denn damit ist auch das wegen Verdunkelungsgefahr ausgesprochene Kontaktverbot zwischen Vater und Sohn hinfällig, das bei der Außervollzugsetzung des Haftbefehls zu den Auflagen für den Vater gehört hatte.

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