Geyer kritisiert Klinsmann und DFB-Trainersuche

Geyer kritisiert Klinsmann und DFB-Trainersuche
Geyer kritisiert Klinsmann und DFB-Trainersuche
Eduard Geyer am rande des Zweitliga-Spiels gegen München am 27. September.

Cottbus (dpa) – Eduard Geyer, letzter Auswahl-Trainer der DDR, hat sich in der Debatte um die Rechte für Neu-Bundestrainer Jürgen Klinsmann zu Wort gemeldet.

«Er hat über den sportlichen Bereich zu bestimmen, denn er muss am Ende auch die Rübe hinhalten. Und wenn ihm die Wege zum Training zu weit sind, muss er es ändern», sagte Geyer der dpa zum Streit um das deutsche WM-Quartier 2006. Klinsmann will in den kommenden Wochen eine optimale Lösung suchen und beansprucht die letzte Entscheidung darüber, der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sieht sich jedoch fest an eine Vereinbarung mit Bayer Leverkusen gebunden.

Der 59-jährige Geyer, der 1989/90 bis zur Auflösung der DDR-Auswahl Cheftrainer war und nun schon seit zehn Jahren für den FC Energie Cottbus arbeitet, sieht die Berufung und die Arbeitsweise von Klinsmann zwar kritisch, erwartet aber von den Verantwortlichen des DFB: «Wenn man ihn berufen hat, muss man ihn auch machen lassen.» Allerdings müsse ein Trainer auch immer präsent sein. «Ein Trainer muss bei seiner Mannschaft sein – und nicht am nächsten Morgen nach dem Länderspiel im Flieger nach Amerika sitzen», betonte der Coach des Zweitligisten in der Münchner «Abendzeitung».

Erneut kritisierte Geyer die fehlende Lobby der ehemaligen Ost-Trainer, die sich auch bei der Suche nach einem Nachfolger für DFB-Teamchef Rudi Völler wieder gezeigt habe: «Es wurden so viele Pappnasen ins Spiel gebracht, da fragt man sich, warum kein Trainer aus dem Osten dabei war. Aber es war schon nach der Wende so, dass für uns weder in der Bundesliga noch beim DFB Jobs vorgesehen waren.»