Gerets will «sportlich Revanche nehmen»

Gerets will «sportlich Revanche nehmen»
Gerets will «sportlich Revanche nehmen»
Erik Gerets lacht bei seiner Vorstellung in Wolfsburg.

Wolfsburg (dpa) – Fast jeden Tag denkt Erik Gerets an den 1. FC Kaiserslautern. «Dazu brauche ich das Spiel nicht», sagt der Trainer des VfL Wolfsburg, der mit seinem neuen Verein auf den Betzenberg zurückkehrt.

Gerets‘ Herz hängt noch immer am 1. FCK, und die Wunden des unfreiwilligen Abschieds sind noch nicht verheilt. «Ich will sportlich Revanche nehmen», kündigt er an. «Jetzt will ich ihnen zeigen, dass sie mich nicht hätten gehen lassen sollen.»

Einem Mann will er es offensichtlich besonders gerne zeigen: René C. Jäggi. Schließlich galt der Vorstandschef als sein Freund, ehe dieser ihn im Februar entließ und durch Kurt Jara ersetzte. «Ich war sehr lange böse auf ihn», gesteht Gerets. Inzwischen habe er aber mit Jäggi geredet: «Jetzt geht es wieder.»

Zum 1. FC Kaiserslautern hat der Belgier eine ganz besondere Beziehung. Eine, die er zum VfL Wolfsburg wahrscheinlich kaum aufbauen wird. «Ich bin dazu geboren, diesen Verein zu trainieren», hatte Gerets nach seinem Amtsantritt auf dem Betzenberg im September 2002 gesagt. Und die Fans liebten ihn dafür, spätestens als der kleine Kämpfer an der Seitenlinie den Klassenerhalt und den Einzug ins Finale des DFB-Pokals geschafft hatte.

«Ich habe dort Freunde fürs Leben gefunden», sagt Gerets. «Ich wollte dort nicht weg, aber irgendwann fanden sie es beim FCK besser, dass ich gehe.» Weil ihn die Entlassung so sehr geschmerzt hat, ist der 49-Jährige in Wolfsburg und nicht in Hannover gelandet. Als 96 vor zwei Monaten Gerets als Nachfolger von Ralf Rangnick verpflichten wollte, «war es noch zu früh für mich. Ich habe zu Hannover gesagt, sie können mir einen Vertrag für die nächste Saison geben». Einen Monat später war Gerets dann so weit – und sagt in Wolfsburg als Nachfolger von Jürgen Röber zu.

Den ersten Teil seiner Aufgabe, den schnellstmöglichen Klassenerhalt, hat der ehemalige belgische Nationalspieler mit drei Siegen in vier Spielen bereits gelöst. In der kommenden Saison aber wollen die ehrgeizigen Wolfsburger ins internationale Geschäft. «Die Perspektiven hier sind gut», sagt er nach vier Wochen beim VfL.

Die Spieler scheint Gerets auf seiner Seite zu haben. Zumindest hat Verteidiger Maik Franz Unterstützung für Gerets‘ Revanche-Plan angekündigt und in der «Wolfsburger Allgemeinen Zeitung» gesagt: «In Kaiserslautern hat unser Trainer noch eine Rechnung offen. Die wollen wir für ihn begleichen.»

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