Rekord-Einschaltquote für deutsche Frauen-Elf

Rekord-Einschaltquote für deutsche Frauen-Elf
Rekord-Einschaltquote für deutsche Frauen-Elf
Die deutschen Spielerinnen konnten sich nicht nur über den Sieg, sondern auch über eine hohe Einschaltquote freuen.

Berlin (dpa) – Die deutsche Elf ist mit einer Rekordquote in die Frauen-WM gestartet: 15,37 Millionen Zuschauer verfolgten in der ARD ab 18 Uhr den 2:1-Sieg gegen Kanada (Marktanteil: 60,1 Prozent) – so viele Fans saßen in Deutschland bei einem Frauenfußball-Spiel noch nie vor den Fernsehern.

Die bisher beste Einschaltquote hatte das WM-Finale Deutschland – Schweden (2:1) im Jahr 2003, das inklusive Verlängerung 10,48 Millionen Zuschauer eingeschaltet hatten.

Anfangs hatte die ARD die Zuschauerzahl noch mit 14,09 Millionen angegeben, die Marktforschungsfirma Media Control korrigierte diese Zahl am Montagnachmittag aber nach oben – Grund: In der niedrigeren Zahl war der Vorbericht ab 17.40 Uhr mit eingerechnet, was den Zuschauerschnitt nach unten drückte. 15,37 Millionen ist die durchschnittliche Zuschauerzahl für das reine Fußballspiel.

Die WM-Verantwortlichen waren schier aus dem Häuschen über den Quoten-Rekord: «Das ist einfach fantastisch. Als ich die Zahlen gehört habe, dachte ich zunächst, ich habe mich verhört. Selbst unsere optimistischen Erwartungen wurden übertroffen», sagte die frühere Nationalspielerin Steffi Jones, Präsidentin des WM-Organisationskomitees. «Unsere Hoffnungen, dass der Funke aus den Stadien auf das Land überspringt, scheint sich zu erfüllen.» DFB-Präsident Theo Zwanziger meinte: «Das ist eine großartige Quote, mit der wir nicht rechnen konnten. Sie übertrifft unsere Erwartungen deutlich um mehrere Millionen Zuschauer.»

Für die Spielerinnen kam die Rekord-Kulisse ebenso unerwartet: «Ich war total überrascht, als ich das heute Morgen gehört habe. Das war wirklich sensationell. Es ist natürlich einfach nur ein tolles Gefühl, wenn man sieht, wie sich der Frauenfußball und alles drum herum entwickelt hat», sagte Linda Bresonik am Montag auf der DFB-Pressekonferenz. Torschützin Kerstin Garefrekes ergänzte: «Klar ist es schön, wenn man merkt, dass wir durch die Leistung viele Menschen erreichen.»

Mit ihrem WM-Auftakt hängten die DFB-Frauen auch Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel in der Publikumsgunst ab. Vettels Sieg beim Großen Preis von Europa in Valencia sahen ab 14 Uhr bei RTL 6,35 Millionen Menschen (38,3 Prozent). Das Formel-1-Rennen überschnitt sich zeitlich zum Teil mit der ersten WM-Partie zwischen Frankreich und Nigeria (1:0), die ab 14.45 Uhr in der ARD 3,21 Millionen Fans (19,9 Prozent) anschauten.

Die 14,09 Millionen Zuschauer sind aber noch ein wenig von den WM-Dimensionen der Männer-Weltmeisterschaften entfernt. Die DFB-Männer hatten beim Auftakt der 2006er Heim-WM gegen Costa Rica 20,06 Millionen Zuschauer angelockt. Das erste deutsche Spiel bei der WM in Südafrika im vergangenen Jahr, Deutschland – Australien, sahen mit 28,03 Millionen sogar fast doppelt so viele Zuschauer wie jetzt die Frauen.