FIFA und UEFA bilden Front gegen «G14»

Limassol (dpa) – Im Rechtsstreit mit Europas Großvereinen haben die Fußball-Dachverbände FIFA und UEFA in einem Krisengipfel in Limassol die Gründung einer gemeinsamen Dringlichkeitskommission beschlossen.

Direkte Verhandlungen mit der so genannten «G14», die eine Gehaltsübernahme ihrer Spieler während der Teilnahme an Welt- und Europameisterschaften fordert, lehnen der Weltverband und die Europäische Fußball-Union allerdings auch weiterhin kategorisch ab. «Die G14 wird weder von der UEFA noch von der FIFA anerkannt. Was sollen wir da verhandeln», sagte FIFA-Präsident Joseph Blatter in der zypriotischen Hafenstadt, wo die UEFA mit einem Kongress ihren 50. Geburtstag feiert.

Eine Stunde lang hatte der FIFA-Chef mit der UEFA-Spitze um Präsident Lennart Johansson und DFB-Chef Gerhard Mayer-Vorfelder die Lage erörtert. Danach stand die von Mayer-Vorfelder angeregte einvernehmliche Einigung mit der G14, die vor der Schweizer Wettbewerbskommission eine Anzeige eingereicht hatte, nicht mehr zur Debatte. «FIFA und UEFA rücken in dieser Frage nahe zusammen und wollen ihre Position offensiv vertreten. Die G14 sieht sich einer geschlossenen Front gegenüber», berichtete Mayer-Vorfelder. FIFA-Generalsekretär Urs Linsi unterstrich, dass der Weltverband alle Rechtsmittel ausschöpfen will, um den status quo zu erhalten: «Wir nehmen die Sache sehr ernst und richten uns auf eine jahrelange Auseinandersetzung ein.»

Linsi richtete in diesem Zusammenhang harsche Vorwürfe gegen Bayern Münchens Vorstandsvorsitzenden und «G14»-Vizepräsident Karl- Heinz Rummenigge. Auf Einladung der FIFA in die Statutenkommission habe er alle Möglichkeiten gehabt, an den im vergangenen Herbst verabschiedeten Richtlinien mitzuwirken, gegen die er jetzt klage. Dies sei «respekt- und stillos». Den 18 in der G14 vertretenen Clubs warf Linsi vor, sie würden aus reiner Geldgier handeln. Explizit erwähnte der Schweizer Borussia Dortmund: «Wie kann es sein, dass solch ein Verein mit solch einem fantastischen und immer gefüllten Stadion kein Geld hat? Sie haben alles verkauft, sogar schon ihre Zukunft, und jetzt halten sie vor uns die Hand auf. Das geht doch nicht.»

Während FIFA und UEFA in der Gehaltsfrage Unnachgiebigkeit demonstrieren, zeigen sie sich in einem anderen Streitpunkt mit den Clubs diskussionsbereit. Nach Ansicht von Mayer-Vorfelder wird die FIFA noch vor der WM 2006 in Deutschland beschließen, dass sie die Spieler gegen Verletzungen bis zur Berufsunfähigkeit versichert. Dieses Risiko tragen derzeit in den meisten Fällen die Vereine. Als einer der wenigen Verbände stellt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) für die Absicherung von Nationalspielern jährlich eine Millionensumme zur Verfügung.

Beim UEFA-Kongress ist die Wiederwahl von Mayer-Vorfelder ins Exekutivkomitee praktisch gesichert. Die Zahl der vakanten Plätze erhöhte sich von sieben auf acht, nachdem der Luxemburger Henri Roemer überraschend seinen Rücktritt angekündigt hat und nun als Sonderberater in EU-Fragen eine Festanstellung bei der UEFA erhält. Zugleich verringerte sich die Zahl der Anwärter auf neun, nachdem der portugiesische Verbandschef Gilberto Madail zurückgezogen hat.

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