FIFA nennt Klinsmanns Wünsche «legal»

FIFA nennt Klinsmanns Wünsche «legal»
FIFA nennt Klinsmanns Wünsche «legal»
Bundestrainer Jürgen Klinsmann hält den WM-Pokal in den Händen.

Berlin (dpa) – Der Weltverband FIFA hat in der Debatte um das Eröffnungsspiel bei der Weltmeisterschaft 2006 ein Mitspracherecht von Jürgen Klinsmann eingeräumt.

Die Wünsche und Gedanken des neuen Bundestrainers seien völlig «legal», erklärte FIFA-Generalsekretär Urs Linsi bei der Eröffnung des ersten offiziellen FIFA WM-2006-Shops in Berlin. «Wir werden alles berücksichtigen, und das Organisationskomitee wird dann entscheiden», meinte der Vertreter des Weltverbandes. Man müsse auch abwarten, ob sich Titelverteidiger Brasilien, für die Eröffnung am 9. Juni 2006 in München erster Kandidat, überhaupt für diese WM qualifiziert, sagte Linsi. Aber selbstverständlich werde man «partnerschaftlich» mit den Vorstellungen von WM-Gastgeber Deutschland umgehen.

Klinsmann selbst, der sich am Rande des Champions-League-Spiels von Bayer 04 gegen Real Madrid mit Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser getroffen hatte, hob erneut hervor, dass es für die neue sportliche Leitung der Nationalelf «keinen Zeitdruck» bei der Entscheidung über Eröffnungsspiel und WM-Quartier gebe. Mitentscheidend sei vor allem die Meinung der Mannschaft: «Letztendlich müssen ja die Spieler auf dem Platz stehen und alle positive Energie reinwerfen, um das unmöglich Scheinende möglich zu machen und Weltmeister zu werden.»

«Es war ein sehr positives Gespräch. Nun werde ich mit dem DFB über die weiteren Planungen sprechen», meinte der Bundestrainer. «Ich habe ihm die Hintergründe der Entscheidung erklärt. Jürgen Klinsmann hat nicht Nein gesagt», berichtete Holzhäuser und fügte an: Ein Nein würde er auch nicht akzeptieren. In einem Brief an DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder unterstützen die Bürgermeister Fritz Schramma (Köln) und Paul Hebbel (Leverkusen) Bayer 04 in der Forderung, bei den bisherigen Vereinbarungen zu bleiben.

Erst einmal will sich Klinsmann jedoch mit aktuellen Problemen vor dem Länderspiel am 9. Oktober im Iran beschäftigen. Personelle Überraschungen werde es dabei nicht geben, so Klinsmann, auch wenn der Bundestrainer älteren Spielern in den kommenden Monaten neue Chancen geben will. Namentlich nannte er Herthas Stürmer Fredi Bobic und Leverkusens Verteidiger Jens Nowotny. Der 40-Jährige betonte jedoch: «Wichtig ist, dass die Signale von den Spielern kommen müssen und sie zeigen: Ich will dabei sein, ich will mich reindrücken.» In Teheran wird mit großer Wahrscheinlichkeit Jens Lehmann im Tor stehen, machte Klinsmann deutlich: «Das ist gut möglich.»

Die Stimmung beim jüngsten Länderspiel in Berlin und bei der Eröffnung des ersten von zwölf geplanten WM-Shops verdeutlichte laut WM-Organisationschef Franz Beckenbauer, dass der World Cup 2006 im eigenen Land den Stellenwert bisheriger sportlicher Großereignisse weit übertreffen werde. «Man spürt, die Vorfreude hat bereits begonnen», meinte der «Kaiser» 631 Tage vor dem ersten Anpfiff. Die FIFA sieht derzeit überhaupt keinen Grund zu Beanstandungen. «Alle Ampeln stehen auf Grün», erklärte Generalsekretär Linsi.

Auch in Sachen sechster nationaler Förderer, der gegenwärtig noch gesucht wird, vermeldeten die Gastgeber neue Bewegung. «Ich bin Optimist. Der sechste Sponsor ist in diesem Jahr noch unter Dach und Fach», sagte Sportminister Otto Schily in einem WM-Talk des «DSF». Derzeit würden Gespräche mit einigen Kandidaten laufen, darunter sei auch die Deutsche Bahn, verriet Beckenbauer, der gemeinsam mit Linsi und Helmut Merkel, Vorstandsvorsitzender von Karstadt, mit einem symbolischen Torschuss den Verkauf von offiziellen WM-Souvenirs eröffnete. Von den maximal sechs Hauptsponsoren erwarten die WM- Organisatoren gut 60 Millionen Euro Einnahmen.