St. Pauli verpasst nach Trainer-Kritik Überraschung

St. Pauli verpasst nach Trainer-Kritik Überraschung
Bildhinweis: Bielefelds Fabian Klos (M) im Zweikampf mit St. Paulis Christopher Avevor (l). Foto: Friso Gentsch

Bielefeld (dpa) – Trotz eines Tors von Profi-Debütant Christian Joe Conteh hat sich Trainer Jos Luhukay einen Tag nach seiner heftigen Generalkritik an seinem FC St. Pauli mit einem Unentschieden begnügen müssen.

Nach dem Treffer des 19 Jahre alten Conteh (32.) führten die Hamburger zum Abschluss des 1. Spieltags in der 2. Fußball-Bundesliga bis zur 90. Minute bei Arminia Bielefeld. Doch Manuel Prietl bewahrte die Ostwestfalen, die mancherorts als Geheim-Tipp auf den Aufstieg gehandelt werden, vor einem Fehlstart.

«Die Mannschaft hat das in der zweiten Halbzeit richtig gut gemacht», sagte Arminias Trainer Uwe Neuhaus im TV-Sender Sky. «Der Ausgleich ist definitiv verdient.»

Sein Hamburger Kollege Luhukay hatte auf der Pressekonferenz am Sonntag unter anderem den nicht fertigen Kader, das Fehlen von Ausnahme-Spielern sowie zu große Selbstzufriedenheit im Verein beklagt («Alles über Platz neun wäre ein großer Erfolg»). Nach dem Spiel lobte der Niederländer sein Team. «Die Mannschaft hat sich an der Leistungsgrenze bewegt und alles gegeben», sagte er.

Im ersten Montagabend-Spiel der Saison begannen beide Trainer ohne Sommer-Zugang. Und doch überraschte Luhukay gleich mit zwei Personalien: Im Mittelfeld begannen Marc Hornschuh, der nach einem Bandscheibenvorfall fast zwei Jahre kein Profi-Spiel absolviert hatte, und Conteh. Dem war die Nervosität zunächst extrem anzumerken, ehe er nach einem beeindruckenden Solo die Führung erzielte.

Bis dahin waren die Gastgeber vor 23.857 Zuschauern mit dem Selbstvertrauen der zweitbesten Rückrunden-Mannschaft nach Aufsteiger Paderborn das tonangebende Team gewesen. Doch Paulis Innenverteidiger Marvin Knoll und Christopher Avevor bildeten ein gutes Bollwerk.

Nach dem 0:1 brauchte die Arminia bis zur Pause, um sich zu erholen. Danach kam sie dann auch zu Chancen: Reinhold Yabo traf die Latte (48.), Jonathan Clauss scheiterte an Pauli-Keeper Robin Himmelmann (51.). Am Ende lag die Torschussbilanz bei 20:5 pro Gastgeber.

Besonderes Glück hatten die Gäste, als Schiedsrichter Bastian Dankert einen bereits gepfiffenen Handelfmeter nach Videobeweis annullierte (73.). «Der Videobeweis ist, wenn er so genutzt wird, sinnlos», meinte Bielefelds Kapitän Fabian Klos, der bereits zur Ausführung des Elfmeters bereit stand. Schließlich wurden die Mühen der Ostwestfalen noch belohnt: Prietl war nach der achten Ecke per Kopf zur Stelle.

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