Ermittlungen gegen BVB-Manager eingestellt

Ermittlungen gegen BVB-Manager eingestellt
Ermittlungen gegen BVB-Manager eingestellt
Michael Meier (l) und Gerd Niebaum bei einem Pressetermin.

Dortmund (dpa) – Die Staatsanwaltschaft Dortmund hat das Ermittlungsverfahren gegen den früheren Borussia-Dortmund-Präsidenten Gerd Niebaum und den scheidenden Geschäftsführer Michael Meier eingestellt.

Die Ermittlungen hätten keinen Anhaltspunkt für ein strafbares Verhalten der Beschuldigten im Zusammenhang mit dem Börsengang der Borussia Dortmund KGaA im Oktober 2000 ergeben, teilte die Behörde mit. Eine Münchner Kanzlei hatte Ende Februar Strafanzeige erstattet und den beiden Geschäftsführern Kapitalanlagebetrug sowie Kurs- und Marktpreismanipulationen vorgeworfen. Die Beschuldigten hätten schon bei der Emission der Aktie die Anleger betrogen, hieß es in der Anzeige. Später sei die wachsende wirtschaftliche Bedrängnis des Unternehmens verschleiert und so der Börsenkurs manipuliert worden.

Konkret ging es um die Frage, ob im Börsenprospekt der Borussia auf die Sicherungsübereignung diverser Markenrechte an den Gerling Konzern hätte hingewiesen werden müssen. Dies sei wegen der eingeschränkten Bedeutung dieser Rechte für die Rentabilität des Gesamtunternehmens nicht nötig, befand die Staatsanwaltschaft. Im Übrigen wurde der Prospekt auch nicht von den Beschuldigten, sondern von einer spezialisierten Anwaltskanzlei aus Frankfurt/Main im Auftrag einer Bank erstellt.

Auch eine Kurs- und Marktpreismanipulation habe nicht nachgewiesen werden können. Dabei prüfte die Staatsanwaltschaft, ob der Abschluss eines Kreditvertrages über 15 Millionen Euro Anfang Januar vergangenen Jahres mitteilungspflichtig gewesen wäre und ob diese Kreditaufnahme bei Bekanntwerden einen Kurssturz ausgelöst hätte. Als der Kredit wenige Wochen später bekannt wurde, habe es eine Kurssteigerung gegeben, so die Behörde. Aus der tatsächlichen Kursentwicklung lasse sich deshalb kein Anhaltspunkt für eine Straftat nach dem Gesetz über den Wertpapierhandel herleiten.

Nachdem der einzige börsennotierte Fußballverein Deutschlands in finanzielle Nöte geraten war, hatte Niebaum zuerst sein Amt als Vereinspräsident, dann Anfang Februar auch sein Amt als Vorsitzender der Geschäftsführung der Borussia Dortmund KGaA zur Verfügung gestellt. Zuvor hatte er 18 Jahre an der Spitze des sechsmaligen Deutschen Meisters gestanden. Meier blickt auf 15 Jahre Tätigkeit für den Traditionsverein zurück. Sein Vertrag läuft am 30. Juni 2005 aus.

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