England-Profis machen Tottenham stark

England-Profis machen Tottenham stark
Bildhinweis: Englische Nationalspieler in Diensten der Spurs: Harry Kane (l) und Dele Alli. Foto: Tim Ireland/AP

London (dpa) – Gareth Southgate macht sich Sorgen um die englischen Profis. Englands Fußball-Nationaltrainer monierte vor kurzem, dass in den Startaufstellungen der Premier-League-Clubs immer weniger englische Spieler stehen.

«Die Zahl geht eindeutig zurück», sagte er und forderte die Vereine auf, den Rückgang zu stoppen. Ein Club, der sich von Southgates Kritik nicht angesprochen fühlen muss, ist der Champions-League-Finalist Tottenham Hotspur.

Die Spurs stellen in Harry Kane, Dele Alli, Danny Rose, Kieran Trippier, Harry Winks und Kieran Dier derzeit gleich sechs englische Nationalspieler – so viele wie kein anderer Verein. Und das Erstarken der englischen Nationalmannschaft, die bei der Fußball-WM in Russland im vergangenen Jahr bis ins Halbfinale stürmte, ist auch mit der Entwicklung in Tottenham verknüpft, genauer gesagt: mit der Entwicklung unter Spurs-Coach Mauricio Pochettino.

Southgate lobte den Argentinier schon vor zwei Jahren als seine «Geheimwaffe», Pochettino habe großen Einfluss auf die Spieler. «Die größte Veränderung ist körperlich», sagte Southgate, «seit Mauricio dort ist, hat die Arbeit an der Kondition das ganze Team verbessert.»

Alle aktuellen Nationalspieler der Spurs schafften unter Pochettino den Sprung ins A-Team. Stürmerstar Kane, den Southgate zuvor bei der U21 trainierte, habe dank der Trainingsmethoden und des Fitnessprogramms in Tottenham noch mal einen ordentlich Schub bekommen, ist Southgate überzeugt. «Harry hat davon profitiert. Er sieht stark aus, schlank, ein bisschen schneller und fitter.»

Allerdings musste der 25-Jährige zuletzt – wie schon in vorherigen Spielzeiten – mal wieder verletzungsbedingt pausieren. Tottenham-Fans hoffen vor dem Champions-League-Finale gegen den FC Liverpool auf Kanes Einsatz. Dass der bodenständige Stürmer im England-Kader für das Nations-League-Halbfinale gegen die Niederlande steht, das nur wenige Tage später stattfindet, macht den Fans Hoffnung.

«Watch Us Rise» lautete in den letzten Jahren der Werbeslogan auf den Plakaten des Spurs-Ausrüsters, sinngemäß etwa «Verfolge unseren Aufstieg». Dieser Aufstieg zeigte sich in den vergangenen Jahren in der Tabelle, wo der Club zweimal Dritter und einmal Vizemeister wurde – und somit regelmäßig in der Champions League vertreten war. Dass der vierte Platz in der abgelaufenen Saison als Enttäuschung gewertet wurde, zeigt, wie sich die Ansprüche in Nordlondon geändert haben.

Neben der Tatsache, dass Erzrivale Arsenal auf Platz fünf landete, kompensiert das Erreichen des Champions-League-Endspiels, dass die Spurs mit der Meisterschaft mal wieder nichts zu tun hatten. 1961 war Tottenham zum zweiten und bislang letzten Mal Meister und gewann gleichzeitig den FA Cup. Die letzte Trophäe, die der UEFA-Cup-Sieger von 1972 und 1982 gewann, war 2008 der unbedeutende Ligapokal.

Sollte Tottenham das Endspiel gegen den favorisierten FC Liverpool tatsächlich gewinnen, wäre es der größte internationale Erfolg der Vereinsgeschichte und würde die lange Durststrecke beenden. Und es könnte den Spurs-Profis auch einen Schub im England-Trikot geben. Denn in der Finalrunde der Nations League wollen Kane und Co. auch der chronischen englischen Titellosigkeit endlich ein Ende setzen.

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