«Fantastisch»: England erstmals seit 1990 im WM-Halbfinale

«Fantastisch»: England erstmals seit 1990 im WM-Halbfinale
Bildhinweis: Für Schweden ist das Turnier beendet. Foto: Thanassis Stavrakis

Samara (dpa) – Der Traum vom zweiten WM-Titel lebt mehr denn je! Englands neue Fußball-Helden sind nur noch zwei Siege vom ganz großen Coup entfernt. Nach einem glanzlosen, am Ende aber doch souveränen 2:0 (1:0) im Viertelfinale gegen Schweden nähert sich die Euphorie auf der Insel ihrem Höhepunkt.

Und auch die Spieler in Russland glauben inzwischen an ihre einmalige Chance: «Es ist fantastisch. Wir müssen einfach so weitermachen», sagte Kapitän Harry Kane in Samara. Der beste Torjäger des Turniers hatte dieses Mal nicht seinen besten Tag, doch auch das kann die Three Lions nicht aufhalten. «Es ist unsere große Geschlossenheit, die den Unterschied macht», sagte Trainer Gareth Southgate, der nach der Begegnung vor die nur rund 3500 mitgereisten England-Fans trat und über den größten Erfolg seit 28 Jahren jubelte.

Letztmals stand England 1990 in Italien im Halbfinale, wo es gegen Deutschland eine Niederlage im Elfmeterschießen gab. «Wir genießen es mit unseren Fans zusammen, hier und zu Hause. Unser Land wird stolz auf uns sein», sagte Kane.

Southgate herzte nach dem Abpfiff jeden Spieler einzeln. «Wir haben den Jungs vor dem Spiel gesagt, dass wir noch eine Woche hier bleiben wollen. Jetzt liegt es an uns, welche beiden Partien wir hier in England noch bestreiten.» Entweder Halbfinale und Finale oder Halbfinale und das unliebsame Spiel um Platz drei.

Gegen Schweden erzielten vor 39.991 Zuschauern in der bei weitem nicht ausverkauften Samara-Arena Harry Maguire (31. Minute) und Dele Alli (59.) die Treffer. «Wir haben das Spiel kontrolliert», analysierte Maguire treffend. Sein Tor war bereits das achte der Engländer nach einer Standardsituation im laufenden Turnier.

Im Kampf um den Finaleinzug trifft England am Mittwoch in Moskau auf Kroatien. «Wir haben ein großes Spiel vor uns, ich bin sehr zuversichtlich», sagte Kane.

Nach einer äußerst mauen halben Stunde sorgte der erste Eckball der Partie prompt für die Führung. Ashley Young trat den Ball nach innen, wo der 1,93 Meter große Maguire wenig Mühe hatte, höher zu springen als der 1,79 Meter messende Emil Forsberg von RB Leipzig und unhaltbar zum 1:0 einzuköpfen – kein schlechter Zeitpunkt für das erste Länderspieltor des Abwehrspielers von Leicester City.

Nach dem Seitenwechsel versuchten die dieses Mal müde wirkenden Schweden, noch einmal die Wende herbeizuführen. Doch der Ex-Hamburger Markus Berg scheiterte mit einem Kopfball am starken englischen Torwart Jordan Pickford, der auch in der Folgezeit einige ganz starke Szenen hatte. «Da hätte die Partie noch einmal kippen können», sagte Schwedens Trainer Janne Andersson. «Insgesamt haben wir aber nicht unser Level erreicht und England hat verdient gewonnen.»

Waren die Skandinavier der Favoritenschreck der gesamten WM-Phase – in der Qualifikation schlugen sie Frankreich und warfen die Niederlande raus, in den Playoffs Italien, und in der Gruppenphase landeten sie vor dem gescheiterten Weltmeister Deutschland – so kam gegen die Engländer insgesamt zu wenig. Mit dem 2:0 durch Alli fiel die Vorentscheidung. Claesson (62.) und Berg (72.) hatten zwar noch einmal gute Möglichkeiten, scheiterten aber am starken Pickford.

In der Schlussphase stimmten die englischen Fans dann auch Siegesgesänge an – der erste Halbfinal-Einzug seit der WM 1990 in Italien und der Niederlage im Elfmeterschießen gegen Deutschland geriet nicht mehr in Gefahr. «Football’s coming home», sangen die englischen Fans begeistert. So nah dran waren die Engländer seit 28 Jahren nicht mehr.

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