Die Bundesliga sucht neue Trainer: «Mutig, frisch, offensiv»

Die Bundesliga sucht neue Trainer: «Mutig, frisch, offensiv»
Bildhinweis: Alfred Schreuder (l) übernimmt in Hoffenheim das Traineramt von Julian Nagelsmann. Foto: Uwe Anspach

Hannover (dpa) – Neue Männer kriegt das Fußball-Land. Die TSG Hoffenheim holt für die nächste Saison Alfred Schreuder aus der zweiten Reihe von Ajax Amsterdam, beim VfL Wolfsburg ist Oliver Glasner aus Linz im Gespräch.

Marco Rose gibt sein Debüt als Bundesliga-Cheftrainer bei Borussia Mönchengladbach und bei Hertha BSC gibt es Spekulationen um Dirk Kunert, derzeit beschäftigungslos, zuvor FSV Mainz II. Selten kündigten sich so viele Neulinge auf den Trainerbänken an.

Dass der langgediente und zuletzt erfolgreiche Bruno Labbadia, der nur noch bis zum Saisonende beim VfL Wolfsburg tätig ist, noch keinen neuen Arbeitgeber hat, passt zum Trend in Richtung unverbrauchter Fußball-Lehrer und gegen etablierte Trainer. «Ich fühle mich total frisch. Ich kann mir sehr gut vorstellen, sofort weiterzuarbeiten», sagte der 53-Jährige. Aber wo?

Labbadia dürfte noch am ehesten Chancen auf einen neuen Job haben. Aber die meisten Vereine aus der höchsten deutschen Spielklasse setzen inzwischen auf ein anderes Trainer-Profil: mutig, offensiv, hungrig, unverbraucht, gerne auch aus dem Ausland.

Neben Wolfsburg und Hertha sucht auch noch der FC Schalke 04, der übergangsweise von Huub Stevens betreut wird. Fraglich ist auch die Zukunft der Coaches bei den abstiegsbedrohten Clubs: Markus Weinzierl beim VfB Stuttgart, Boris Schommers als Interimscoach beim 1. FC Nürnberg und Thomas Doll bei Hannover 96. Aber bekannte Fußball-Lehrer wie Mirko Slomka, Markus Gisdol oder André Breitenreiter werden kaum als mögliche Kandidaten genannt.

So steht der VfL Wolfsburg nach Medienberichten kurz vor der Verpflichtung des in Deutschland unbekannten Glasner. Der 44-Jährige trainiert derzeit den österreichischen Erstligisten Linzer ASK und gilt als hervorragender Taktiker und Spielerentwickler. Auch der VfB Stuttgart ist interessiert, doch durch die unsichere Lage bei den Schwaben ist Europa-League-Anwärter Wolfsburg im Vorteil.

Siegmund Gruber, Präsident der Linzer, bestätigte den «Oberösterreichischen Nachrichten», dass der begehrte Glasner Anfragen von «verschiedensten Clubs aus Deutschland» habe. «Wir haben immer gesagt: Wenn das Angebot für ihn und für uns stimmt, dann wird man sich dem nicht querlegen können.» Sollte er nach Wolfsburg wechseln, würde Linz auf jeden Fall «finanziell entschädigt» werden, kündigte Gruber an.

Bei Rose, dem bis vor kurzem noch begehrtesten Trainer auf dem deutschsprachigen Markt, galten auch Wolfsburg und Schalke als interessiert. Aber Mönchengladbach sicherte sich für die neue Spielzeit die Dienste des Coaches von RB Salzburg. «Es gab nicht nur eine Anfrage, sondern ein paar mehr», verriet der 42-Jährige.

Für Rose zahlt Champions-League-Aspirant Mönchengladbach nicht nur eine Ablöse, sondern gab zuvor auch das Ende der Zusammenarbeit mit dem aktuellen Trainer Dieter Hecking zum Saisonende bekannt. Der Routinier verlängerte erst im vergangenen Herbst bis 2020. «Wir wollen uns ein Stück weit neu aufstellen für die Zukunft», erklärte Gladbach-Manager Max Eberl.

Auch bei 1899 Hoffenheim wurde Rose lange Zeit gehandelt. Die Kraichgauer hatten durch den frühzeitig bekannten Abgang von Julian Nagelsmann in Richtung Leipzig am längsten Klarheit. Ihre Wahl fiel am Ende überraschend auf Alfred Schreuder, Co-Trainer von Ajax Amsterdam. Der 46-Jährige war bereits von 2016 bis 2018 Co-Trainer in Sinsheim. Er denke «mutig, frisch, offensiv», beschrieb Gesellschafter Dietmar Hopp den Niederländer. Das ist die neue Trainer-Generation.

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