DFL-Chef Hackmann will wieder die Relegation

DFL-Chef Hackmann will wieder die Relegation
DFL-Chef Hackmann will wieder die Relegation
DFL-Präsident Werner Hackmann bei einer Pressekonferenz.

Berlin (dpa) – Der Präsident der Deutschen Fußball-Liga (DFL), Werner Hackmann, plant offenbar von 2005 an die Wiedereinführung der Relegation um Auf- und Abstieg. Dieter Hoeneß, Manager von Hertha BSC, hat dagegen die Aufstockung der Fußball-Bundesliga auf 20 Vereine angeregt.

«Ich halte Relegationsspiele zwischen dem Drittletzten der Bundesliga und dem Dritten der zweiten Liga für eine bessere Lösung als den direkten Abstieg von drei Vereinen», sagte Hackmann in einem Interview mit der «Bild»-Zeitung. Es bringe mehr Spannung und den beiden teilnehmenden Clubs finanzielle Vorteile. Die bislang letzten Entscheidungsspiele waren 1991 ausgetragen worden.

Hoeneß konterte den Hackmann-Vorstoß mit einem anderen Vorschlag. «Die Bundesliga könnte 20 Mannschaften vertragen. Die Winterpause müsste verkürzt werden», sagte Hoeneß. Die Idee wurde vom Hertha-Manager bereits mit Bayern-Chef Franz Beckenbauer und DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt auf einem gemeinsamen Flug nach Rumänien diskutiert. Die Wiedereinführung der Relegationsspiele um den Auf- und Abstieg dageben lehnte Hoeneß ab: «Da würde es noch weniger Planungssicherheit geben. Die Vereine wüssten noch später Bescheid. Es ist besser so, wie es ist.»

«Die neue Chance auf den Klassenerhalt wird ihnen lieber sein, als sofort abzusteigen», meinte Hackmann, der das Thema in der nächsten Vorstands- und Aufsichtsratssitzung zur Diskussion stellen will. Hoeneß verwies besonders auf die Veränderung in der Stadion-Struktur. Die modernen Arenen würden eine längere Winterpause nicht mehr zwingend notwendig machen. Und es würde durchaus auch Argumente geben, dass eine Saison ohne zweite Vorbereitungsperioden sinnvoller sei, ergänzte Hoeneß, der die Saison 2006/07 als Aufstockungs-Termin für realistisch hält.

Die großen Ligen in Spanien, England und Frankreich würden auch mit 20 Vereinen spielen. Und auch in Italien gäbe es Aufstockungs-Pläne, erklärte der «Macher» des Hauptstadtclubs. Der Weltverband FIFA allerdings hat andere Pläne: Er strebt sogar eine Reduzierung an und hält 18 Liga-Vereine für die obere Grenze.

Zu Beginn des vergangenen Jahres hatte sich bereits die Mehrheit der Bundesliga-Manager für eine Rückkehr zur Relegation um Auf- und Abstieg ausgesprochen. In den zehn Relegations-Entscheidungen nach der Einführung der eingleisigen zweiten Liga in der Saison 1981/82 zogen die Clubs aus dem Oberhaus drei Mal den Kürzeren: 1983 setzte sich Bayer 05 Uerdingen gegen den FC Schalke 04 durch, zwei Jahre später folgte der 1. FC Saarbrücken (gegen Arminia Bielefeld), 1991 behielten die Stuttgarter Kickers die Oberhand über den FC St. Pauli. Seit 1992 steigen die ersten Drei des Unterhauses direkt auf.

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