DFB-Pokal als Muntermacher

DFB-Pokal als Muntermacher
Giovanni Trapattoni fasst sich an den Kopf.

Düsseldorf (dpa) – Die Aufgaben sind lösbar, die Bedenken jedoch erstaunlich groß. Nach dem Fehlstart in die Saison geht bei einigen Bundesligisten die Angst vor einem weiteren Rückschlag um.

Bleibt das ersehnte Erfolgserlebnis auch in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals gegen einen unterklassigen Club aus, drohen turbulente Zeiten. Vor allem für den VfB Stuttgart und für Borussia Dortmund gibt es wenig zu gewinnen, aber viel zu verlieren. BVB-Manndecker Christian Wörns hofft, dass sich die Partie beim Zweitlisten Eintracht Braunschweig als Muntermacher erweist: «Ein Sieg in Braunschweig kann ein positiver Wendepunkt werden und uns Selbstvertrauen für die kommenden Spiele geben.»

Einen ähnlich positiven Effekt sehnt auch VfB-Coach Giovanni Trapattoni herbei. Nach der unerwarteten 2:3-Heimschlappe gegen Aufsteiger Köln stehen die noch vor Wochen mit viel Vorschusslorbeeren bedachten Schwaben mächtig unter Druck. Nur ein Sieg am Sonntag beim Regionalligisten TSG Hoffenheim, der vor zwei Jahren erst im Pokal-Viertelfinale ausschied, kann die Wogen glätten. Der Respekt vor dem großen Namen hält sich beim Hoffenheimer Coach Hansi Flick in Grenzen: «In solch einem Spiel ist immer alles möglich. Wir wollen den Tag genießen.»

Neben Hoffenheim will auch Braunschweig erneut Pokal-Geschichte schreiben. In den vergangenen Jahren warfen die Niedersachsen die Bundesligisten Hertha BSC, Hannover und Kaiserslautern aus dem Wettbewerb. Nun soll im Heimspiel gegen den BVB der vierte Streich folgen. Eine ähnliche Schlappe wie im Jahr 1989, als der damals amtierende Pokalsieger aus Dortmund in der 2. Hauptrunde der Eintracht mit 2:3 unterlag, würde den Revierclub nicht nur aus sportlichen Gründen treffen: Der noch zu Jahresbeginn von Insolvenz bedrohte Revierclub ist auf jede Zusatzeinnahme angewiesen. Zweifel hält Rekonvaleszent Sebastian Kehl für unangebracht: «Bei allem Respekt. Wir sollten den Anspruch haben, gegen einen Zweitligisten deutlich zu gewinnen.»

Noch bescheidener als in Stuttgart und Dortmund fällt die bisherige Bilanz in Duisburg (gegen VfL Wolfsburg II), Nürnberg (1. FC Eschborn), Mönchengladbach (FC Kutzhof) und bei den noch punktlosen Teams aus Mainz (Hansa Rostock II) und Bielefeld (Preußen Magdeburg) aus. «Eschborn wird kein Selbstläufer, weil wir wieder alles zu verlieren haben», sagte Nürnbergs Coach Wolfgang Wolf vor der Reise zum Regionalligisten mit Bezug auf den Vorjahres-Knockout in Runde 2.

Eine noch größere Chance, etwas für das angeschlagene Selbstvertrauen zu tun, bietet sich den Mainzern. Schließlich spielt der Gegner in der Oberliga. Gleichwohl ist sich Trainer Jürgen Klopp seiner Sache nicht ganz sicher. Vorsichtshalber ließ er in den vergangenen Tagen beim Training Elfmeterschießen üben. Aus gutem Grund: Gleich drei Mal zogen die Rheinhessen in den vergangenen Jahren beim Elfmeterschießen den Kürzeren.

Die größte Vorfreude auf die erste Hauptrunde herrscht in Neuruppin. Das Traumlos Bayern München sorgt in der märkische Kleinstadt für positive Schlagzeilen. Wohl jeder zweite Einwohner der Geburtsstadt von Theodor Fontane wird sich auf den Weg ins 80 Kilometer entfernte Berlin machen. An ein Wunder im dortigen Olympiastadion mag der ehemalige Bundesliga-Profi Christian Schreier, Trainer des Oberligisten, jedoch nicht glauben: «Das wird wohl nicht gehen. Momentan sind die Bayern sehr gut drauf. Ein Tor – das wäre schon ein Traum.»