Debütanten Hitzlsperger und Mertesacker glücklich

Debütanten Hitzlsperger und Mertesacker glücklich
Debütanten Hitzlsperger und Mertesacker glücklich
Per Mertesacker (r) kämpft mit Vahid Hashemian (l) um den Ball.

Teheran (dpa) – Ein Länderspiel-Debüt vor 110 000 Zuschauern, wie es die Neulinge vier und fünf in der noch kurzen Amtszeit von Jürgen Klinsmann beim 2:0-Erfolg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Teheran gegen den Iran feiern durften, ist wahrlich nicht alltäglich.

Großen Anteil am Sieg hatten sie nicht mehr, dennoch strahlten Thomas Hitzlsperger und Per Mertesacker förmlich um die Wette. «Das war ein Erlebnis, das mir keiner nehmen wird», meinte der 20-jährige Mertesacker. Der zwei Jahre ältere Hitzlsperger war ebenfalls überwältigt, ausgerechnet im Hexenkessel des Azadi-Stadions erstmals für Deutschland spielen zu dürfen: «Ich glaube nicht, dass einer so etwas schon erlebt hat, auch nicht die Älteren», sagte der für Aston Villa spielende Mittelfeldakteur: «Dass einem bei einem Auswärtsspiel so viele Leute zujubeln, ist wunderbar. Das hier übertrifft alles. Ich bin wirklich glücklich, dass ich das Spiel gemacht habe.»

Bis zur 68. Spielminute musste der Linksfuß ausharren, ehe er für Bernd Schneider im linken Mittelfeld ran durfte. Da stand es bereits 2:0, aber trotzdem fühlte sich der im Alter von 18 Jahren vom FC Bayern München nach England gewechselte Jung-Profi als Gewinner. «Ich bin schon zufrieden, weil wir gewonnen haben, und ich habe daran teil gehabt, indem ich mitgespielt habe», meinte Hitzlsperger.

Neun Minuten dauerte Mertesackers Länderspiel-Premiere, und planmäßig lief sie nicht ab. Als sich der Dortmunder Christian Wörns bei einer schmerzhaften Landung nach einem Kopfball-Duell an der linken Schulter verletzte und ausgewechselt werden musste, fackelte Klinsmann nicht lange und schickte als Ersatzmann den 1,98 Meter großen Innenverteidiger auf den Platz. «Ich hatte mich vorher gar nicht warm machen können. Christian Wörns hatte sich verletzt – und da hat mich der Bundestrainer einfach reingeworfen», berichtete Mertesacker mit strahlenden Augen über sein unverhofftes Glück.

Ein weiterer Traum ist wahr geworden für den Aufsteiger vom Bundesligisten Hannover 96. «Mal sehen, was daraus wird», sagte er. Viel Zeit zum Genießen oder Nachdenken blieb ihm jedoch nicht. Von Teheran ging es noch in der Nacht zurück nach Frankfurt und von dort direkt weiter nach Düsseldorf, wo er schon an diesem Dienstag die Abwehr der deutschen U 21-Junioren im EM-Qualifikationsspiel gegen Österreich verstärken soll. Trotz des Blitz-Aufstiegs zum A- Nationalspieler blieb Mertesacker bescheiden: «Jetzt wieder U 21 zu spielen, das macht mir überhaupt nichts aus.»